Wir schreiben das Jahr 2025. Die Wiener Austria hatte am letzten Spieltag der Saison 2024/25 noch die Chance auf den Meistertitel.
Am Ende wurde man zwar Dritter, holte aber nichtsdestotrotz die meisten Punkte seit Beginn der Punkteteilung. Die Saison war ein Erfolg, nur schlug sich das eben nicht so richtig auf dem Transfermarkt nieder.
Kein Kapital
Zwei namhafte Verkäufe gab es mit Dominik Fitz und Maurice Malone (jeweils zwei Millionen Euro). Ansonsten konnte die Austria aus dieser Spielzeit zumindest finanziell kein Kapital schlagen.
"Wir hatten Leihspieler. Spieler, wo wenig Transferpotenzial vorhanden ist", erzählte FAK-Cheftrainer Stephan Helm 90minuten im Rahmen des Media Days der ADMIRAL Bundesliga.
Diese Gemengelage habe man bewusst verändert. Laut Helm wäre es ein ständiger Prozess. "Im letzten Jahr haben wir das schon mehr oder weniger in die richtige Richtung gelenkt."
In dieser Saison folgt der nächste Schritt in diesem Prozess.
Eine Verjüngungskur
Keiner der bisherigen Neuzugänge ist älter als 24 Jahre. Auf der Gegenseite verließen neben Abubakr Barry (25) auch Tin Plavotic (29) und Marko Raguz (28) den Klub. Die Verjüngungskur der "Veilchen" ist in vollem Gange.
Das ging auch mit größeren Erlösen aus Spielerverkäufen einher. Auch wenn nur einer der drei Millionen-Verkäufe eine Rolle bei den Austria-Profis spielte.
Barry ging für drei Millionen Euro nach Salzburg. Außerdem wechselten die Talente Ifeanyi Ndukwe (drei Mio. Euro, Liverpool) und Konstantin Aleksa (eine Mio. Euro, Hoffenheim) ins Ausland.
Auch die eigenen müssen abliefern
Allein mit externen Neuzugängen ist der nächste Schritt in diese neue Richtung aber nicht zu bewerkstelligen. Helm unterstreicht: "Da gehören mehrere Faktoren dazu."
"Zum einen die neuen Spieler wie Julian Hettwer, Ibrahim Buhari oder auch Jonas Feddersen. Parallel dazu ist es auch wichtig, dass unsere eigenen Jungen den nächsten Schritt machen", so der Austria-Trainer.
Die Last auf den Schultern von Sanel Saljic, Vasilije Markovic, Philipp Maybach und Co., die schon in der Vorsaison immer wichtigere Rollen eingenommen haben, wird also größer.
"Und so müssen wir uns wieder an die Leistungen heranarbeiten, die wir letztes Jahr über weite Strecken gebracht haben."
"Sicher einer der schnellsten Spieler der Liga"
Die beiden Verteidiger Buhari und Feddersen sind schon nach der Vorbereitung nah an der Startelf bzw. den Profis dran. Bei Hettwer dürfte es nach einer verletzungsgeplagten Saison noch etwas dauern.
Trotzdem bringt der Offensivspieler ein spezielles Element mit: Sein Tempo. "Er wird sicher einer der schnellsten Spieler der Bundesliga sein. Er bringt, glaube ich, eine Pace von 36,5 bis 37 km/h hin. Also, wenn wir ihn stärker einsetzen können, dann kann er eine unglaubliche Waffe sein", meint Manfred Fischer.
Und dann gibt es da noch die erfahrenen Spieler à la Aleks Dragovic, Manfred Fischer oder Johannes Eggestein. Die Routiniers erwartet eine wichtige Rolle, nicht nur auf dem Platz.
"Wir haben eine starke Achse von Spielern, wo ich denke, die führen den ganzen Laden. Sie leben auch diese Kultur", erklärt Helm.
Jonas Pamperl