Die Gemeinsamkeiten von LASK und WAC [Spiel-Analyse]

Die Linzer ließen daheim nichts anbrennen und siegten gegen die Gäste aus Wolfsberg mit 3:0. Selbst die gelb-rote Karte von Holland in der 65. Minute konnte den Sieg der Oberösterreicher nicht in Gefahr bringen.

Eine Spiel-Analyse von Simon Goigitzer

 

Der WAC und der LASK sind sich im Spielstil sehr ähnlich: beide fokussieren das Spiel gegen den Ball, wollen dabei hoch und intensiv pressen. Nach Möglichkeit wird dann schnell umgeschaltet, um zum Torerfolg zu kommen, aber auch um Konter zu verhindern (Gegenpressing). Wir möchten deswegen in dieser Analyse eine kleine Gegenüberstellung machen und genauer beleuchten, was diese zwei Mannschaften so ähnlich macht. Und weshalb Christian Ilzer auch Trainerkandidat Nummer eins für den LASK sein sollte, da der Übergang in Sachen Spielstil fließend vonstattengehen würde.

Die Mannschaft von Oliver Glasner spielt Woche für Woche dieselbe Formation – 3-4-3 - und dies mit Erfolg. Die Abläufe im Pressing passt man jedoch immer wieder an, um den Gegner nicht zu Entfaltung kommen zu lassen. Die drei Stürmer stellten die Gäste aus Kärnten bereits beim Abstoß zu, um kurzes Abspielen zu vermeiden. Die Wolfsberger haben sich dies im Laufe der Rückrunde angeeignet, und der LASK wollte das kontinuierliche Aufbauspiel nicht in die Gänge kommen lassen. (Abbildung 1)

Der LASK versuchte mit drei Stürmern stets die Passwege ins Zentrum zuzustellen, die Sechser rückten aggressiv auf die gegnerischen Achter nach und sollten bei etwaigen Pässen in jene Zone sofort am Mann sein. Die Mannschaft von Oliver Glasner agierte diesmal in einer 2-1 Staffelung, teilweise auch mit einer flachen 3. Nach der Winterpause sah man Mittelstürmer Klauss immer wieder in den Zehnerraum zurückfallen um eine 1-2-Staffelung zu bilden – dies war in diesem Spiel nicht der Fall. So konnte man auch die flachen Außenverteidiger der Gäste sowie das Abkippen von Sven Sprangler sehr gut attackieren.

Die Kärntner Gäste hatten denselben Plan. Mit Sekou Koita und Kevin Friesenbichler stellte man die um den Strafraum postierte Dreierkette der Linzer zu. Michael Liendl lauerte etwas tiefer als Zehner. Die Hausherren versuchten dennoch ein, zwei Mal kurz zu spielen und das Pressing des WAC anzulocken, um anschließend einen hohen Ball in kreierte Räume zu spielen. (Abbildung 2) Von dieser Methode ließ man dann jedoch nach nur wenigen Minuten ab.

Die Wolfsberger pressen auch mit drei Spielern an vorderster Front, staffeln sich jedoch im 1-2. Die Achter sollen auf der Seite die Arbeit machen, die bei den Linzern vor allem die Außenstürmer und Außenverteidiger erledigen. Durch die breite Formation der Linzer im Ballbesitz fehlte es jedoch an Zugriff für die Wolfsberger, immer wieder kam man zu spät in den Zweikampf. Die Wege waren zu weit, man reagierte zu langsam und die Hausherren bespielten die offenen Räume mit Dribblings von aufrückenden Halb- und Außenverteidigern sowie mit darauffolgenden diagonalen Pässen zu den Flügelstürmern. So bauten die Linzer eine erdrückende Dominanz über die erste Hälfte hinweg auf.

Aufbau über die Flügel und mit wenig Risiko

Beim LASK hat die Dreierkette die Aufgabe des Taktgebers im Spielaufbau und entscheidet meist über das Tempo des Angriffes. Entscheiden kann man bei den Oberösterreichern zwischen Positionsangriffen, die durch schnelle Ballzirkulation in der Abwehrlinie von einer Seite zur anderen zum Durchbruch führen sollen. Die Sechser kippen hier teilweise sogar noch auf den Flügel heraus, um eine dreifache Flügelbesetzung – und somit erhöhte Stabilität in den Verbindungen – zu kreieren. Zudem gibt es immer wieder von Gernot Trauner eingestreute Pässe ins Zentrum, meist flache Diagonalbälle mit seinem starken rechten Fuß auf die linke Seite des Spielfeldes. Ist die Möglichkeit des sicheren, flachen Aufbaus nicht gegeben, wird der Ball weit nach vorne geschlagen. Die Stürmer sind dafür zuständig Verteidiger anzulocken und Räume hinter ebenjenen Verteidigern zu belaufen.

Auch der WAC versucht im Spielaufbau das Risiko zu minimieren, wenngleich man in diesem Aspekt des Spiels scheinbar etwas mehr Arbeit in der Winterpause investiert hatte. Bezahlt machte sich diese Arbeit jedoch nicht wirklich, die Kärntner können nur selten aus ruhigeren Ballbesitzphasen etwas kreieren. Selbst ein defensiver Ballbesitz – also das Ballhalten mit dem Ziel, dass der Gegner ihn nicht bekommt und man dadurch kein Gegentor erdulden muss – ist nicht im Wolfsberger Repertoire vorhanden. Gegen den LASK und dessen Dreiersturm versuchte man mit Abkippen Spranglers zwischen die beiden Innenverteidiger, sowie etwas flacheren Außenverteidigern, anzukommen. Auch hier sollte das Spielgerät schnell und simpel zirkuliert werden, um auf die Seiten zu gelangen.

Der LASK verhinderte dies jedoch recht gut und zwang die Wolfsberger immer wieder zu hohen Bällen. Wobei wohl „zwang“ nicht ganz passend gewählt ist, da auch die Mannschaft von Christian Ilzer immer wieder gern hohe Bälle auf die Stürmer nutzt, um dann in den Kampf um den zweiten Ball zu gehen. Auch deswegen war Dever Orgill, der im Winter in die Türkei wechselte, so wichtig für den WAC. Aber Koita und Friesenbichler sind ähnliche Spielertypen, sodass man sich hier nicht wirklich umstellen musste. Die Raute im Mittelfeld sorg für eine passende Staffelung im Kampf um den zweiten Ball. Das Zentrum ist kompakt, was die Effektivität dieses Spielstils erhöht. Ein kleines Stück risikoreicher als der LASK ist der WAC jedoch schon, öfters als bei den Oberösterreichern sah man scharfe, flache Pässe ins Mittelfeld. Selbst, wenn der Empfänger nicht deutlich frei war. Man will wohl auch hier in den Kampf um den zweiten Ball gehen und dies als Umschaltsituation nützen.