Florian Grillitsch mit einer starken Leistung als Sechser [Legionärs-Check]
Der österreichische Nationalspieler zeigte gegen Augsburg eine starke Leistung im zentralen Mittelfeld für seine Hoffenheimer.
Von David Goigitzer
Im 4-2-2-2 der Hoffenheimer agierte Florian Grillitsch als rechter Sechser und sollte aus dieser Position das Spiel der Gäste aus dem Breisgau anführen. Der erst 23-Jährige ist einer der wichtigsten Spieler im Konstrukt von Trainer Julian Nagelsmann, und in diesem Spiel bewies er einmal mehr wieso dies so ist. Bereits in den ersten paar Minuten zeigte er Aktionen mit dem Ball, die von Weltklasse zeugen. Die Subtilität seiner Pressingresistenz entgeht vielen Beobachtern, der Neunkirchner ist nur sehr schwierig vom Ball zu trennen, ist hier aber nicht sonderlich spektakulär. Vielmehr überzeugt er durch vorausschauendes Spiel. Seine Mitnahmen kontrolliert er meist weg vom Gegner in den freien Raum. So kommt der Gegner gar nicht in den Zweikampf.
Gegen die Augsburger ließ sich Grillitsch im Spielaufbau immer wieder tief zurückfallen. Dies tat er vor allem, wenn die Augsburger hohen Druck ausübten und sehr intensiv agierten. Er kam seinen Abwehrspielern entgegen und bot sich als sichere Anspielstation an, versuchte stets den Ball nach vorne mitzunehmen und nach vorne zu spielen. Zudem versuchte er nicht in diesen tiefen Positionen zu verharren, sondern lief auch immer wieder in offene Räume vor ihm. Diese wurden nämlich durch sein situatives Zurückfallen und das hohe - jedoch in der Vertikalen nicht genug kompakte - Aufrücken der Augsburger kreiert. Die Hoffenheimer Grundordnung nahm mit Verlauf der ersten Halbzeit immer wieder 4-Raute-2 Staffelungen an, vermutlich nach einer Anpassung von Julian Nagelsmann. Grillitsch war hier tiefster Sechser, wie man es von ihm auch in der für Hoffenheim üblichen 3-1-4-2 Grundordnung gewohnt ist.
Diese kam nur wenig später zum Vorschein, denn auf die 3-1-4-2/3-4-3 Mischform wurde dann wenig später noch angepasst. Vermutlich aufgrund der situativ stark anlaufenden Augsburger Flügelstürmer, die die beiden Innenverteidiger der TSG unter Druck setzten. So rückte Grillitsch in die Dreierkette. Zunächst auf der rechten Seite, in Halbzeit zwei dann in der zentralen Position. Mit ihm und Vogt gab es immer wieder interessante diagonale Freilaufbewegungen, die drei Verteidiger zeigten immer wieder ein sich rotierendes Dreieck im Ballbesitz. Nach der Einwechslung von Ermin Bicakcic, der als Halbverteidiger ins Spiel kam, rückte Grillitsch wieder auf die Sechs. Von hier zeigte er einige Male starke Pässe nach vorne im nun fixierten 3-4-3. Den Dreiersturm wusste er immer wieder in Szene zu setzen. Seiner Leistung setzte er dann in Minute 74 das Sahnehäubchen auf, als er Ishak Belfodil nach einem Konter perfekt in die Tiefe schickte. Der Algerier erzielte das entscheidende 3:0 für die Hoffenheimer.