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Taktik-Analyse: Salzburg variantenreich, aber zu ausrechenbar

Red Bull Salzburg startet mit einem 1:1 in Portugal gegen Vitória Guimarães in die Europa League-Gruppenphase. Die Bullen waren überlegen, variantenreich, aber doch leicht zu knacken. Von David Goigitzer

Guimaraes‘ Trainer Pedro Martins hat in den vergangenen Jahren Rio Ave und Maritimo jeweils bereits in die Europa Leage geführt. Auf das Personal klug abgestimmte Offensiv-Taktik sowie positionsorientiertes Mittelfeldpressing gehören zu den Markenzeichen des Portugiesen. In der bisherigen Saison ist man mit nur 7 Punkten im Mittelfeld zu finden.

Bei Red Bull Salzburg fehlten Tetteh, Stangl, Minamino, Yabo, Pongracic und Rzatkowski, teilweise recht schwerwiegende Ausfälle. Im Spiel gegen Rapid am Wochenende hatte man einige Probleme in der Konterverhinderung, das Trainerteam rund um Marco Rose wollte in dieser sehr kurzen Trainingswoche daran arbeiten.

 

Die Organisation der Salzburger

Die Salzburger formierten sich in der bereits etablierten Rose-Raute, also im 4-1-2-1-2, im eigenen Ballbesitz. Hierbei schoben beide Außenverteidiger hoch auf die Höhe von Sechser Samassekou, hatten jedoch verschiedene Rollen inne. Lainer auf der rechten Seite war etwas geradliniger und weiträumiger, seine Läufe in die Tiefe sollten für Räume zum Kombinieren und für Durchschlagskraft am Flügel sorgen. Ulmer hingegen agierte auf links etwas spielmachender, und ist am Ball generell stärker als der jüngere Lainer. Mit einigen Diagonal- und Vertikalpässen konnte der Routinier das Spiel der Salzburger immer wieder ankurbeln.

Die Portugiesen versuchten in ihrem positionisorientierten 4-4-2 Pressing zwar das Spiel auf die Außen zu lenken, Ulmers Rolle machte jedoch den Plan zunichte am Flügel einfache Ballgewinne zu generieren. Sei es ballschleppend oder mit Pässen in den Halbraum, Ulmer konnte den Aufbau stets ankurbeln. Da Vitoria aber gut gestaffelt stand, mussten die zentralen Mittefeldspieler mit viel Druck auskommen. Direkte Ablagen wurden gesucht, die Bewegungen des dritten Mannes (also dem Spieler, der die Ablage erhält) waren meist auch gut getimed und in die richtigen Räume. Zu oft wurde die Ablage jedoch unsauber gespielt, sodass man in einige Ballverluste kam und gegenpressen musste, was man jedoch auch stark tat.

Im Angriffspressing formierte man sich ebenfalls mit der Raute im Mittelfeld, Gulbrandsen auf links agierte etwas tiefer als Dabbur, man wollte die Portugiesen also auf deren linke Seite lenken. Auf dem Flügel preschte dann Lainer immer wieder weiträumig vor, Haidara sollte hier unterstützen. Durch gute Dribblingfähigkeiten, Pressingresistenz und gut ausgeführtem Flügelfokus konnte sich so Vitoria zwar nicht immer unbedingt aus dem Pressing befreien, jedoch immer wieder Fouls ziehen, die das Spiel entschleunigten und schrittweise Raumgewinn bedeuteten. Im Zentrum verrichtete Wolf seine Arbeit ausgezeichnet, konnte die Sechser immer wieder vom Aufbau abschneiden. Auch, weil diese sich zu oft auf einer horizontalen Linie staffelten.

 

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