Legionärscheck: Kevin Wimmer blüht bei Stoke City auf

Kevin Wimmer startete am Samstag für Stoke City im Auswärtsspiel gegen Watford, die einen der kompetentesten Trainer der Premier League, Marco Silva, auf der Bank sitzen haben. Er agiert in der von Mark Hughes bestimmten 5-4-1-Formation als linker Halbverteidiger.

Von David Goigitzer 

 

Stoke agierte recht tief von Beginn an und ließ Watford weit aufrücken und den Ball ohne viel Druck zirkulieren. Die Mittefeldreihe sollte dann aber das Spiel ins Zentrum verhindern und den Gegner auf die Flügel leiten, wo man dann durch Überzahl unterstützen konnte. Dadurch, dass Watford mit einem Stürmer spielte und die Flügelspieler Watfords eher breit agierten, hatte Wimmer nicht viel Deckungsarbeit zu leisten, sondern eine eher vorwärtsverteidigende Rolle. Er musste stets bereit sein aus der Position zu „springen“ und den Ballführenden zu attackieren. Da Stoke mannorientiert agiert gab es hier potentielle Gefahrenherde, da man mit Läufen die Verteidigung in unangenehme Situationen mit offenen Räumen ziehen konnte. Watford agierte jedoch zu wenig dynamisch in der Ballzirkulation und in der Bewegung ohne Ball, weshalb das passive Verteidigen Stokes Früchte trug.

 

Wimmer als aufmerksamer Verteidiger

 Wimmer war stets aufmerksam im Umblickverhalten, um eben diese potentiellen Gefahrenherde frühzeitig zu erkennen und möglicherweise unpassendes Aufrücken zu vermeiden und Räume nicht unabgesichert zu öffnen. Dennoch offenbarte Wimmer ein, zwei schwache Momente, die aber auch der Mannschaftstaktik zugrunde lagen: Durch das mannorientierte Verfolgen der Flügelspieler wurde Raum hinter der Stoke-Fünferkette kreiert, wenn die Watforder Außenverteidiger, die breiter und höher agierten mit Fortlauf der Spielzeit, Richtung eigenes Tor rückten. Wenn Wimmer in diesem Moment ebenfalls einen Gegenspieler zu decken hatte (meist der nun etwas eingerückte Flügelspieler) und dieser ebenfalls entgegenkam, wurde noch mehr Raum kreiert. Durch Chipbälle in diese Räume hätte Watford potentiell viel Schaden anrichten können. Für Wimmer war hier der passende Abstand zum Gegner sodass er Zugriff nach hinten sowie nach vorne, sowie passende Körperstellung nach hinten, besonders wichtig, um nicht am falschen Fuß erwischt zu werden.

 

Hinten dich machen

Im Ballbesitz agierte Stoke sehr verhalten, versuchte primär über flügelfokussierte Konter zum Torabschluss zu kommen. Dementsprechend wenig Balkontakte bekam Wimmer, der jedoch zu Beginn gleich einen guten Laserpass im Aufbau zu Joe Allen spielte und hierbei Potential andeutete. Selbst bei direkterer Spielweise könnte man Wimmers Fähigkeit im Aufbau nutzen, anstatt meist mit hohen Bällen auf den Flügel zu agieren, so wie es Stoke größtenteils macht. Vor allem nach dem durch eine Ecke erzielte 1:0 agierte Stoke sehr tief und defensiv, weshalb Wimmers Arbeit am Ball noch weniger gebraucht wurde. Am Ende mauerte sich Stoke zu einem 1:0 Sieg in Watford, verteidigte fast durchgehend den eigenen Strafraum. Wimmer ließ sich nicht entblößen und zeigte eine stabile Leistung.

 

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