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Perfekt ausgespielte Dominanz sichert Salzburg die Europa League Gruppenphase

Die Salzburger spielten ihre Dominanz im Europa Leauge Play-Off gegen Viitorul perfekt aus und ließen ihrem Gegner auch im Rückspiel keine Chance. Eine Taktik-Analyse von David Goigitzer.

Salzburg formierte sich in der mittlerweile etablierten Rose-Raute im 4-1-2-1-2, um Zentrumshoheit gegen Vitoruls 4-4-2 herzustellen. Im Ballbesitz gab es bei den Salzburgern immer wieder gut abgestimmte Bewegungen, um die doch recht strikte Mannorientierung der Rumänen auszuhebeln. Reinhold Yabo bewegte sich öfter in seiner Spur auf und ab. Bei geöffnetem Raum startete dann Gulbrandsen in jenen.

 

Die Außenverteidiger Lainer und Ulmer suchten aus ihren sehr breiten und vorgesetzten Positionen diagonale Flachpässe zu den Stürmern. Diese Passwege hatten die Achter vorher durch ihre Bewegungen geöffnet. Auf der anderen Seite hatte man mit Berisha eher einen ausweichenden Achter. Der Norweger bewegte sich immer wieder Richtung Linie, während Dabbur oder Wolf dann in den linken Halbraum kamen um Pässe von Ulmer zu empfangen. Aus einer dieser ausweichenden Bewegungen, wo dann Wolf durch den Halbraum startete und mit Dabbur kombinierte, fiel auch das 1:0 für die Salzburger in der 7. Minute. Samassekou spielte kaum eine fokussierte Rolle im Aufbau, Lainer und Ulmer waren die wahren Spielmacher in diesem Spiel. Dass diese beiden Limitationen darin haben zeigte sich leider vor allem im Rückspiel der Champions League Qualifikation gegen Rijeka. Dennoch haben sich beide dahingehend stark unter dem neuen Trainerteam verbessert. Schnelle, direkte Kombinationen durch die Halbräume nach diesen öffnenden Diagonalpässen waren die Hauptquellen für die Torchancen der Salzburger, die deutlich mehr Ballbesitz als die Gäste aus Rumänien hatten.

 

Die Gäste aus Rumänien hatten bisweilen kaum eine Chance an den Ball zu kommen, die Rhythmuswechsel in den Passmustern der Salzburger waren zu schwierig für die mannorientierte Defensive zu verteidigen.  Die Gastgeber spielen nämlich selten mehrere Pässe in der selben Zone, sondern verlagern immer wieder und zwingen somit den Gegner zu Orientierungswechseln. Laufen diese Kombinationen zu schnell ab, wirkt man hilflos und ist stets mindestens einen Schritt zu spät. Es war interessant zu sehen, wie oft sich der Fokus des Blickpunktes der rumänischen Verteidiger änderte, wie sie immer wieder ihre Körperstellung veränderten, um sie nach dem nächsten Pass wieder ändern zu müssen. Die Dominanz der Salzburger wurde recht früh sehr deutlich. Zwischenzeitlich hatte man fast 70% Ballbesitz zu verbuchen. Dies lag natürlich nicht nur an der Ballsicherheit der Salzburger, sondern auch am Red Bull Markenzeichen im Fußball: das Spiel gegen den Ball.

Die Raute im Mittelfeld versperrt oder belauert alle möglichen Passwege in die Mitte. Wird zum Innenverteidiger gespielt, dann attackieren die Stürmer diagonal. Wird zum Sechser gespielt, schnappt die Falle zu.

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Im 4-1-2-1-2 pressten die Salzburger recht bald den rumänischen Spielaufbau, wenngleich man die ersten ein, zwei Pässe zuließ. Dies tat man um das Pressing nicht nur als Verteidigung, sondern auch als Angriffsmöglichkeit zu benutzen. Presst man zu hoch, spielt Vitorul den Ball hoch und weit, und der Ballgewinn erfolgt in der eigenen Hälfte. Lässt man jedoch die ersten paar Pässe zu und arbeitet mit Pressingfallen, um im Mittelfeld oder zu Beginn des Angriffsdrittels den Ball zu erobern, kann man gleich effektiv einen Konter fahren und hat es nicht weit zum gegnerischen Tor. Ballgewinne wollten die Salzburger meist in der Mitte haben, wohin sie Pässe zulassen wollten, die Sechser jedoch in unmittelbarer Nähe belauerten. Spielten die Rumänen jedoch auf die aufgefächerten Innenverteidiger, dann wurden diese von den Stürmern diagonal angesprintet und entweder zu einem langen Ball oder zu einem Pass zum Außenverteidiger gezwungen, den der Achter vor der Ballannahme bereits anlief und unter Druck setzte. Auch das Gegenpressing war ein wichtiger Grund für die Dominanz der Salzburger Durch starke Verbindungen im Ballbesitz und passenden Abständen konnten die roten Bullen immer wieder effektiv nach Ballverlust nachsetzen. Hierbei zeichnet man sich durch Aggressivität, Antizipationsfähigkeit und Kollektivität aus.

 

Die Salzburger spielten ihre Dominanz perfekt aus und erledigten die Gäste, trainiert vom wohl berühmtesten rumänischen Spieler aller Zeiten, Ghoerghe Hagi, mit dem 4:0 Endresultat, ohne dass sie je eine wahre Chance hatten.

 

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