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Unvergleichbar besser [Zuschauer:innencheck Bundesliga, Runde 16]

Die Admiral Bundesliga verabschiedet sich in eine überlange Winterpause. Der Zuschauer:innenschnitt ist dabei passabel, auch wenn derartige Vergleiche schwierig sind.

+ + 90minuten PLUS - Von Georg Sander + +

 

6.883 Fans besuchten die 16 Runden der Bundesliga im Schnitt. Das ist ein guter Wert und doch deutlich mehr als 2018/19, der letzten Corona-freien Spielzeit. Damals kamen 6.465 auf die gesamte Saison gesehen, in den ersten 16 Runden waren es damals ebenso viele. Bemessen an der Finalphase 2021/22, verlor die Liga ein paar Fans. 7.300 kamen zu den zehn Entscheidungsspielen. Das ist aber kein Drama hinsichtlich des Zuschauer:innenschnitts, schafften es vergangene Saison doch die vier Klubs mit dem größten Anhang sowie die beiden Kärntner Vereine in die Top6. Vielleicht ist es nicht ganz vergleichbar, aber es sind Indizien, dass die Klubs da und dort wieder mehr ziehen.

 

Am wenigsten in Tirol, ausverkauftes Ländlederby

Die WSG Tirol landet vermutlich etwas unverhofft unter den Top6 und kann sich die Tabelle jetzt monatelang ansehen, vielleicht fällt dem Vereinstwitteraccount noch ein Witz mit „Stop the count“ ein. Jedenfalls kamen 2.400 gegen die SV Ried und damit verbuchen die Wattener im Vergleich zum letzten Jahr eine ordentliche Steigerung hinsichtlich Fans, es kamen mehr als 40 Prozent mehr im Vergleich zu letztem Jahr. Allerdings ist der Zuschauer:innenschnitt mit 2.186 noch immer eher zweitklassig, bzw. wäre es der zweitbeste ebendort.

Nicht von schlechten Eltern war der Besuch beim Ländlederby zwischen Austria Lustenau und dem SCR Altach. Mit 4.594 haben sich irgendwo auch noch zwei Personen mehr reingequetscht als es die offizielle Kapazität zulässt. Vielleicht hat sich aber auch jemand im Datenservice vertippt. Die Austria ist jedenfalls auf den Rängen (und ferner punkto Spaßfaktor des Kicks) eine Bereicherung für die Liga. Von einem 4.000er-Schnitt war der letztjährige Absteiger Admira nämlich verlässlich weit entfernt.

 

Hartbergs Bangen, des LASK Hoffen

Der TSV Hartberg kommt aktuell auf 2.481 Fans im Schnitt, die 4.705 von vergangenem Wochenende gegen Rapid sind Saisonbestwert. Aufgrund der Durchschnittszahlen dürfte der TSV die Talsohle punkto Fans erreicht haben, ob es das auch sportlich gewesen sein wird mit Bundeliga-Fußball, das wird das Jahr 2023 zeigen.

Nächstes Jahr wird auch eine weitere spannende Frage beantwortet werden, nämlich, wie viele Fans der LASK tatsächlich hat. Gegen Sturm waren 5.800 ab Februar sind dann doch einige mehr möglich, wenn es in der neuen Raiffeisen zugange geht; bis zu 19.080. Von der sportlichen Seite her hat man einiges gemacht, damit endlich auch in der Liga mehr als 6.000 Fans kommen können, die Elf von Didi Kühbauer überwintert auf Rang drei.

 

Zweimal die Austria

Austria Klagenfurt tut sich nach wie vor ein bisschen schwer, die Fans in die 28 Black Arena zu lotsen, auch wenn sich die Pacult-Elf sportlich wenig zu Schulden kommen lässt. Aktuell liegt man punkto Schnitt auf Rang sieben, mit 4.438. Das ist noch ein bisschen weniger als letztes Jahr, macht aber wenig, schließlich landete man oben und hatte so inklusive WAC schlichtweg fünf akktraktive Heimspiele gegen die Großen des Landes wie eben Sonntagsgegner Salzburg sowie den Lokalrivalen. Ein weiterer Einzug in die Top6 würde wohl noch einmal einen Push geben.

Den hat sich das violette Wiener Pendant mit Rang drei letztes Jahr geholt. Im Schnitt verfolgen aktuell 10.810 Fans die Spiele von Austria Wien, sogar ein paar mehr als die Sturm-Spiele. Vor Pandemie und sportlich mauen Leistungen kamen 2018/19 im Schnitt 10.183 in die damals brandneue Generali Arena. Gegenüber letztem Jahr hat man sich wiederum deutlich gesteigert. Die Richtung stimmt, auch wenn es fraglich ist, was passiert, wenn die Tabelle bleibt, wie sie ist und es gegen Hartberg und Altach geht statt gegen Sturm und Salzburg. Niederlagen wie gegen den WAC helfen wohl nicht.

 

Den Weg bestätigen

Die Fans kommen aktuell recht gern in die Stadien, in den sechs Runden vor der Punkteteilung, die von Mitte Februar bis Mitte März stattfinden, wird der Schnitt vermutlich etwas zurückgehen. Und dann kommt es am Ende des Tages drauf an, wer oben und wer unten landet. Der LASK kann etwa schon ein bisschen mit der Meistergruppe planen. Mit Ausnahme von Hartberg und Ried scheint es noch unklar, wohin die Reise für den Rest geht.

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