Foto: © GEPA 2020 / Februar

Zuschauercheck ÖFB-Cup-Viertelfinale: Bestätigte und übertroffene Erwartungen

Der Profifußball ist zurück aus der Winterpause und auf den Tribünen der Stadien hat sich erfreulicherweise schon einiges abgespielt.

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Das ÖFB-Cup-Viertelfinale 2019 war logischerweise besser besucht. Über 8.000 betrug der Schnitt der vier Partien letztes Jahr, aber Rapid hatte ein Heimspiel, der GAK in der Merkur Arena die Austria zu Gast. Beide Partien zogen mehr als 12.000 Fans an. Das ging sich nicht aus, die Erwartungen wurden trotz eines 4.110er-Schnitt dennoch übertroffen. Denn: Zwar waren mit Salzburg, LASK und Sturm drei Zuschauermagneten im Viertelfinale, die WSG Tirol und der SKN St. Pölten gelten, trotz Bundesliga, nicht als solche und dazu kamen mit Wacker Innsbruck, Austria Lustenau und Amstetten noch drei Zweitligisten.

 

Die wenigsten in St. Pölten

Wenig verwunderlich vermeldet der SKN St. Pölten keine berauschende Zuseherzahl. Schade eigentich, denn die 2.687 sahen einen intensiven Cup-Fight am Freitagabend gegen Wacker Innsbruck. Im Laufe des Wettbewerbs haben sich die Niederösterreicher aber durchaus gesteigert, ab Runde 2 gab es Heimspiele, das Duell mit Bundesligist Mattersburg besuchten 1.123 Interessierte, gegen die SV Ried kamen 2.069. Die Heimspiele zwischen den Landeshauptstädtern im Osten Österreichs sind keine Gassenfeger, in den letzten 20 Jahren kamen in der 15. Runde 18/19 (2.700), der 22. Runde zweite Liga 15/16 (4.800) und ebenfalls in der zweiten Leistungsstufe am dritten Spieltag 08/09 (3.424) mehr Besucher. Insgesamt hatten die St. Pöltner rund 2.700 als Ziel ausgelobt, mit einem halb zugedrückten Auge wurde das erreicht.

 

Austria Lustenau begrüßt mehr als ein paar Hundert

Als 90minuten.at letzte Woche wissen wollte, wie viele Fans zum – mehr oder weniger – Westderby zwischen Austria Lustenau und der WSG Tirol kommen würden, war noch von einigen hundert verkauften Tickets die Rede. Geworden sind es 1.800. Das ist ein bisschen unterhalb des Ligaschnitts, aber ein respektabler Wert angesichts des Gegners. Die Austria kämpft eben gegenwärtig mit den Besucherzahlen, die Spiele gegen Wattens waren im ablaufenden Jahrzehnt in der zweiten Liga im Schnitt besser besucht. Derer gab es sechs seit 2016, 2.123 kamen zu diesen Spielen, wobei keines dieser Spiele später als 12. Novembar oder früher als 7. April stattfand und ein gewisser Witterungseffekt ist dabei nicht von der Hand zu weisen.

 

Die meisten kamen nach Linz

Mit rund 8.000 Fans hatten die Athletiker gerechnet, auf die Gugl kamen dann mit 9.153 deutlich mehr. Diese Zahl ist logischerweise weit über dem Ligaschnitt, das Paschinger Waldstadion fasst bekanntlich auch nur 6.009 Zuschauer. Ein kluger Schachzug des LASK, der gegen Sturm Graz bekanntlich auch ein bisschen jene Fans entschädigen wollte, die keine Tickets für das Europa League-Duell gegen Alkmaar ergattern konnten. Ein Verglich mit den Ligazahlen ist wie erwähnt sinnlos, da die Linzer eben lieber in Pasching am kleineren Feld vor weniger Publikum mit weniger leeren Rängen spielen als auf der Gugl.

 

Salzburg sorgt für ein ausverkauftes Haus

Die Sensation des SKU Amstetten, angetretten in den an Inter Mailand erinnernden blau-schwarzen Dressen, blieb aus. Die wieder einmal neu aufgestellten Salzburger erledigten die Pflichtaufgabe gegen den Zweitligisten relativ humorlos, je ein frühes Tor zu Beginn jedes Durchgangs machten das Kicken gegen motivierte Niederösterreicher leichter. Immerhin konnte sich Red Bull Salzburg gewissermaßen steigern: Vor einem Jahr spielte man im Cup-Viertelfinale vor 2.170 Besuchern in Wieder Neustadt. Das Spiel gegen Amstetten war übrigens schon im Dezember ausverkauft.

 

Der Ausblick auf das, was kommen wird

Das Halbfinale bringt nun das vorgezogene Finale zwischen Red Bull Salzburg und dem LASK sowie einen Zweitligisten – Austria Lustenau oder Wacker Innsbruck – ins Finale nach Klagenfurt. Das Halbfinalspiel in Salzburg wird wohl den 10.000er locker knacken, eine kleine Völkerwanderung von Oberösterreich ins Nachbarbundesland dürfte es aller Wahrscheinlichkeit nach geben. Angesichts des Zweitligisten im Finale geht es für die Athletiker schließlich um die erste Trophäe seit dem Double 64/65. Die Bullen sind da besser in Übung, sie stemmten zuletzt 2012/13 keinen Pokal oder Teller in die Höhe.

Austria Lustenau wiederum schaffte es 2011 ins Endspiel, musste sich dem damaligen Bundesligisten SV Ried aber mit 0:2 geschlagen geben. Das Reichshofstadion verfügt über eine Kapiazität von 8.800 – es wäre toll, wenn es im Westderby mit Wacker Innsbruck ausverkauft wäre. Um was geht es abschließend für Letztere? Schwierig, ist die Historie von Topklubs aus Innsbruck bekanntlich zerspragelt. Das letzte Finale gab es 2001, der FC Kärnten gewann unter Walter Schachner. Den letzten Titel 1993, Finalgegner damals war Rapid.

Das Finale wird dann David gegen Goliath sein, egal, wie die Spiele ausgehen. Die letzten drei Finalspiele im Wörthersee Stadion waren mit weit über 20.000 Fans gut besucht, diese Marke wird jedenfalls in egal welcher Konstellation schwierig zu erreichen sein, zwei Mal war Rapid im Endspiel, einmal Sturm. Gegner war, so wie seit 2013/14 durchgehend, Red Bull Salzburg.

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