Dominik Thalhammer: "Können in einem Spiel zwischen vier Systemen wechseln"
Seit 2011 ist Dominik Thalhammer nun bereits Teamchef des österreichischen Frauen-Nationalteam. Diesen Sommer ist die Mannschaft erstmals bei einem Großereignis mit dabei, es geht zur EM in den Niederlanden. Mit 90minuten.at sprach Thalhammer über die Entwicklung und Ziele des ÖFB-Frauenteams, aber auch das Standing des Frauenfußballs in Österreich. Das Gespräch führte Stefan Berndl.
90minuten.at: Wie sehen nun die Erwartungen für die Europameisterschaft in den Niederlanden aus und welche Rolle kann und will das Team spielen?
Thalhammer: Eine Erkenntnis ist, dass wir nicht wie viele andere Nationen auf den Positionen doppelt und dreifach besetzt sind. Das ist bei uns nicht der Fall. Daher müssen wir auch darauf achten, dass unsere Spielerinnen fit bleiben. Darüber hinaus müssen wir uns im Fitness-Bereich weiter verbessern. Was die Zielsetzung betrifft: Ich glaube, man muss das realistisch sehen. Die Gruppengegnerinnen sind in der Weltrangliste alle vor uns und haben bereits an Endrunden teilgenommen. Ich glaube, die Erfahrung bei einer Europameisterschaft und die Auseinandersetzung mit so einem Großereignis sind auch etwas Besonderes. Das kennt keiner von uns, keine Spielerin und keiner im Betreuerteam. Daher werden wir da auch spezielle Maßnahmen aus sportpsychologischer und mentaler Sicht ergreifen, um uns entsprechend vorzubereiten. Ich glaube, dass unsere Rolle als Underdog die richtige ist. Ich glaube aber auch, dass wir dort alle Gegner an einem besonders guten Tag auch schlagen können. Deshalb schaut man dann von Spiel zu Spiel. Vielleicht können wir die ersten sein, die als Underdog auch gewisse Erfolge feiern. Weil im Frauenfußball war es bis jetzt doch meist so, dass die Favoritinnen sich durchgesetzt haben. Vielleicht können wir diesen Mythos etwas durchbrechen.
ie Mannschaft hat sich extrem verändert. Das kann man mit jenem Team aus 2011 gar nicht vergleichen.
90minuten.at: Jetzt sind noch vier Monate bis zur EM. Wo liegen die weiteren Schwerpunkte, was steht noch auf dem Programm?
Thalhammer: Wir haben vorher noch Lehrgänge und spielen im April gegen England. Da haben wir auch Möglichkeiten, die Spielerinnen noch einmal im Bereich der Fitness zu testen. Das wollen wir im April und im Juni noch einmal machen, das ist einer unserer Schwerpunkte. Die Spielerinnen bekommen von uns auch Trainingsempfehlungen, wenn sie das brauchen. Für unsere Spielidee ist es extrem wichtig ist, dass wir fit sind. Wenn wir hoch verteidigen wollen, wenn wir hohes Pressing spielen wollen, dann brauchen wir auch eine hohe Intensität und Sprintfähigkeiten. Und natürlich muss man sich zwischen diesen Sprints, zwischen den Spielen auch gut erholen können. Ansonsten gilt es diese inhaltlichen Ziele, die wir im Spiel mit dem Ball auch haben, weiterzuverfolgen, um uns in diesen Bereichen weiter zu verbessern.
90minuten.at: Sie sind nun seit 2011 Teamchef, nun gelang die erste Teilnahme bei einem Großereignis. Wie hat sich die Mannschaft und die Strukturen rundherum seit Ihrem Antreten verändert?
Thalhammer: Die Mannschaft hat sich extrem verändert. Das kann man mit jenem Team aus 2011 gar nicht vergleichen, das ist teilweise eine andere Sportart. Da hat sich sehr viel entwickelt. Ich glaube, dass wir jetzt eine gute Mischung an Spielerinnen haben, die diesen Weg auch sehr gerne gehen wollen und extrem offen sind, eine unglaubliche Mentalität haben. Das ist auch eine unglaubliche Stärke dieser Mannschaft. Das Wort "Mentalität" ist aber nicht nur eine Floskel, sondern wird gelebt. Das zeichnet uns aus. Was das Umfeld betrifft, haben wir mittlerweile auch alle Möglichkeiten, die Nachwuchs- und Männernationalteams haben und ich denke, dass wir da sehr gut aufgestellt sind.
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