Die 7 … Aufgaben für sieben Sportdirektoren (3)
Die erste reformierte Bundesliga-Saison ist Geschichte und die alten und neuen Sportchefs arbeiten akribisch an den Kadern – mit gewissen Baustellen.
Zoran Barisic – Rapid
Noch einmal Qualifikationsgruppe geht nicht. Wird auch nicht passieren, weil Rapid meistens nach einem schlechten Jahr doch eh wieder weiter vorne mitspielt. Bislang passierten der eine oder ander Trainertransfer, etwa Ex-Kühbauer-Schützling Taxiarchis Fountas vom SKN zu Rapid. Oder ein Routinier mit Thorsten Schick. Dabei ist vor allem eine Sache klar: Die Rapidfans wollen Spieler mit dem Rapidgeist. Denn das ist in Wahrheit das, was man in Hütteldorf sehen will. Eine Mannschaft, die sich zerreißt, die auch nach der 75. Minute noch zulegen kann. Es ist in dem Zusammenhang letztlich unerheblich, wer diese Leute sein sollen, hauptsache sie spielen so, wie man es von ihnen verlangt. Und dann ist natürlich Barisic mit Kühbauer gefordert, ein attraktives Spiel aufs Parkett zu legen. Denn nur mit "Kampfen und Siegen" wird man keine erfolgreiche Saison bestreiten können. Einen "Vorteil" hat Rapid gegenüber den anderen Großklubs: Wenigstens müssen sich die Grünweißen keine Gedanken darüber machen, ob sie eine Doppelbelastung vertragen oder nicht.
Günter Kreissl – Sturm Graz
Er hatte seinen Job zur Verfügung gestellt, ist aber nach wie vor Geschäftsführer Sport beim SK Sturm Graz. Günter Kreissl musste in den letzten zwölf Monaten kennen lernen, wie schnell es im Fußball gehen kann. Ließ er sich im Frühjahr noch für die Vertragsverlängerung von Dario Maresic und den Cupsieg feiern, wollte man ihn ein Jahr später beinahe zum Teufel jagen. Jetzt sicherte er dem SK Sturm Nestor el Maestro, einen Trainer, der durchaus auch gut mit Außenseitern arbeiten kann. Wichtig wird sein, dass der neue Coach den Kader bekommt, mit dem er gut arbeiten kann. Was übrigens in Graz nicht sehr leicht ist, ist doch gerade die Lokalpresse sehr auf Trainer mit Stallgeruch eingestellt. Schon Heiko Vogel, Kreissls Mählich-Vorgänger, hatte da einen schweren Stand. Vermutlich wird so wie überall nur Erfolg helfen, was auch wieder nur eine Binsenweisheit ist. Und dann sollte das Werkl, das Kreissl bastelt, sehr schnell funktioniert, damit nicht wieder eine europäische Blamage kommt. Und vielleicht schafft ja Sturm dann endlich auch den Weg raus aus dem Ergebnisfußball, hin zur eigenen, gewünschten, attraktiven Spielweise, die die Fans sehen wollen.