Die 7 … Aufgaben für sieben Sportdirektoren (2)
Die erste reformierte Bundesliga-Saison ist Geschichte und die alten und neuen Sportchefs arbeiten akribisch an den Kadern – mit gewissen Baustellen.
Christoph Freund – Red Bull Salzburg
Klingt komisch, ist aber so. Der Klub mit dem wohl weitesten Weitblick, auch aus finanziellen Gründen, steht vor der ersten Champions League-Saison vor einem Problem. Denn: Können Prevljak, Hwang und Harland Dabbur und Gulbrandsen ersetzen? Wer ersetzt Hannes Wolfs Wuseleien? Bleibt Kilometerfresser Schlager? Geht Lainer jetzt wirklich bzw. endlich? Achja, der neue Trainer muss dann auch noch funktionieren. Es ist nicht so, dass man nicht vorgearbeitet hätte oder quasi unzählige Talente in der Pipeline hat oder auch das nötige Kleingeld vorhanden ist. Nur muss das Werkl nach der Wohlfühloase unter Marco Rose eben auch funktionieren und das ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe. Bevor es jemand anmerkt: Geld alleine macht nicht glücklich in dem Zusammenhang. Daran ist schon so mancher Oligarch gescheitert.
Valerien Ismael/Jürgen Werner – LASK
Der LASK ist wie der WAC und Salzburg fix in einer europäischen Gruppenphase, wobei noch offen ist, ob es (wahrscheinlich) die Europa League oder (eher nicht so wahrscheinlich) die Champions League wird. Der sehr knapp bemessene Kader muss – Stand heute – einmal Joao Victor ersetzen. Bewerbsübergreifend waren das 20 Tore und 12 Assists, also nicht nichts. Ebenfalls auf diversen Zetteln stehen Außenpracker Max Ullmann und Edelzangler Thomas Goiginger. Ein gewisses Maß an Eigenwerbung kann man auch Kapitän Gernot Trauner nachsagen. Der Kader ist zudem klein. Lediglich zwölf Spieler absolvierten mehr als 1.000 Einsatzminuten in der Bundesliga, das wird sich auch bei bester Trainingssteuerung kaum ausgehen, mit einem derart kleinen Kader (mindestens) sechs zusätzliche Spiele zu bestreiten. Und es gilt dasselbe wie beim WAC: Die Spieler müssen sich erst einmal an den Rhythmus gewöhnen, alle drei Tage zu spielen und darüber hinaus auch psychisch bereit dazu bereit sein, einmal auf der großen europäischen, dann wieder auf der kleinen nationalen Bühne zu reüssieren.
Stephan Köck/WSG Wattens
Bei dem Aufsteiger wirkt alles sehr geplant. Thomas Silberberger war drei Jahre Trainer in der Regionalliga, es folgte der Aufstieg. Dann eben drei Jahre zweite Leistungsstufe und wieder folgte ein Aufstieg. Für die Wattener, die jetzt eigentlich Tiroler sein wollen, geht es aber um mehr als nur um die Behauptung in der höchsten Spielklasse – was den meisten Aufsteigern zumindest ein Jahr eh noch immer gelang. Außer eben Wacker Innsbruck. Und hier gilt es aufzupassen und das zwar vorhandene, aber kaum abgeschöpfte Tiroler Fanpotential zu begeistern. Mit Andreas Dober hätte man ja so einen positiv verrückten gehabt, der beendet aber leider seine Karriere. Jetzt liegt es an den Verantwortlichen, eine Elf zusammen zu stellen, die nicht nur sportlich, sondern auch athomsphärisch überzeugen kann. Und man darf gespannt sein, ob nach Zlatko Dedic möglicherweise noch der eine oder andere Wacker-Spieler quasi in Innsbruck bleibt und damit zu Wattens wechselt.