Die 7 Sportdirektoren, die Österreich geprägt haben
Platz 5 - Irgendjemand beim WAC
Einen Sportdirektor oder Ähnliches gibt’s beim WAC nicht. Dem Vernehmen nach ist es Präsident Dietmar Riegler, der alles überwacht; die Spieler kommen in Abstimmung mit den jeweiligen Trainern. Und das klappt gut. Das fängt beim Durchmarsch in nur vier Saisonen von Regional- in Bundesliga an. 2009/10, in der Meistersaison, kamen Kicker wie Christian Falk oder Manuel Kerhe sowie Stephan Stückler. Sie standen auch zwei Spielklassen drüber ihren Mann. Selbiges gilt für die im Jahr drauf gekommenen Sollbauer, Dobnik und Baldauf. Und für Topcagic, Jacobo, die 2011/12 kamen. Hüttenbrenner, Liendl, de Paula folgten, Rnic, Standfest und Kofler im Jahr drauf. Und für so manchen wie Liendl, Topcagic und Ouedraogo kassierte man auch ein verhältnismäßig hohe Ablösesümmchen.
Riegler, der das ganze überwacht, nickt also viele richtige Transfers ab. Der Erfolg gibt ihm meist recht. Der WAC spielt seine fünfte Oberhaussaison, war trotz zwischenzeitlicher Probleme nie schlechter als Siebter am Ende, schaffte es sogar in den Europacup. Und das, obwohl man vielleicht einen Tick zu schnell zu groß wurde. Dem Vorbild Ried kommt man zwar nur langsam nahe, es fehlt noch am Unterbau, aber auch an Akademie und Talente-holen arbeitet man. Schafft jetzt auch nicht jeder Verein.
Platz 4 - Helmut Schulte - Deutsche Wertarbeit
Rapid und Sportdirektor, das war nicht immer eine tolle Beziehung. Da ist der Anspruch, der beste Verein Österreichs sein zu sein; seit vielen Jahren rennt man diesem Anspruch hinterher, jahrelang wurde dieser Posten stiefmütterlich behandelt. Dann gab es Ali Hörtnagl, der die Geschicke zwischen 2007 und 2011 leitete. Für Korkmaz, Hoffer oder Maierhofer regnete es Millionen. Aber er arbeitete eben mit Peter Pacult, der letzte Meistertitel datiert aus dieser Ära. Helmut Schulte hatte wiederum nur ein Jahr und beendete ein zweijähriges Vakuum, als er 2013 auf Hörtnagl folgte. Er kassierte gleich für Drazan und Ildiz Ablösesummen und holte mit Branko Boskovic und Marcel Sabitzer wichtige Spieler, Thanos Petsos und Christopher Dibon sowie Max Hofmann kamen im Winter 2013 in den Kader ersten Mannschaft. Mit den Abgängen von Katzer, Heikkinen und Kulovits schaffte man einen Umbruch. Und trotzdem: Nach nur einem Jahr war die Ära Schulte schon wieder vorbei.
Was er auf jeden Fall geschafft hat: Schulte hat eine gewisse Ernsthaftigkeit bei Rapid hineingebracht bzw. die Wichtigkeit dieses Postens unterstrichen. Auch wenn es sportliche Leiter davor und danach gab, die Transfermillionen brachten, so war es Helmut Schulte, der bei Rapid ein Stück modernen Fußball installierte. Nach nur vier Monaten im Amt warf er Peter Schöttel raus, nahm Zoran Barisic als Coach und vertraute ihm. Und von Barisic' zweiten Plätzen ist Rapid derzeit weit entfernt. Geld ist nicht alles. Nach Hörtnagl war die Spitze weit entfernt, Müllers Millionen-Spiel bezahlt Rapid derzeit teuer. Einen wie Schulte, den hätten sie wohl gerne wieder in Hütteldorf. Ist es ein Wunder, dass Fredy Bickel ein bisschen an ihn erinnert?
Platz 3 - Georg Zellhofer - Als Trainer gescheitert, in Vorarlberg erfolgreich
In Waidhofen an der Ybbs 1960 geboren, kickte Zellhofer bei Vorwärts Steyr, VOEST Linz, Sturm und dem LASK in der Bundesliga. 1992 hängte er die Fußballschule an den Nagel. Zunächst war er dann als Trainer höchst erfolgreich. In nur sechs Jahren schaffte er es mit Pasching von der zweiten Landesliga in die Bundesliga. Pasching war auch nach seinem Abgang bis zur Lizenzverschieberei nach Kärnten nie schlechter als Fünfter. Bei Austria und Rapid lief es – trotz Cupsiegs mit den Veilchen 2007 – nicht rund. Unvergessen auch sein Nicht-Engagement in Ried, als er geholt wurde und ohne Spiel wegen Streitigkeiten in Bezug auf den Kader wieder ging. 2009 sollte er als Trainer Altach vor dem Abstieg retten, was misslang.
Im Jänner 2013 kehrte er als Sportdirektor und später Geschäftsführer Sport nach Altach zurück. Seitdem läuft es im Rheintal für den Niederösterreicher. In seiner ersten vollen Saison als Sportchef holte er 2013/14 den Aufstieg, es kamen Kicker wie Ismael Tajouri, Emanuel Schreiner, Martin Harrer oder Felix Roth. Der Rest ist ohnehin Zeitgeschichte. Mit Canadi lotste er anscheinend den richtigen ins Ländle. Stürzt Altach nicht komplett aus allen Wolken, hat Zellhofer es auch mit der Verpflichtung von Martin Scherb geschafft, den Hype des letzten halben Jahres aufrecht zu halten. Für die Europacupquali müssen jetzt in 15 Runden einmal vier Punkte Vorsprung auf Sturm verteidigt werden, um Dritter zu werden. Dass es danach aussieht, ein zweites Mal in drei Jahren die Phalanx der vier großen Klubs des Landes zu brechen, ist aller Ehren wert.