Mateschitz' Nachricht an die Salzburg-Fans
In einem seiner seltenen Interviews spricht Red Bull-Boss Didi Mateschitz in den Salzburger Nachrichten über Salzburg, Leipzig und wo Rohdiamanten geschliffen werden.
Es passiert nicht oft, dass Didi Mateschitz mit der Presse spricht. Im Interview mit den Salzburger Nachrichten lässt er aber Einblicke in sein Engagement im Fußball zu. Der Red Bull-Boss verteidigt den Ansatz in Salzburg: "Ich meine, eine junge Mannschaft hat vermutlich in großen Spielen mehr Angst, das war letztendlich das Entscheidende. Dennoch ist es wichtig, viele Spieler zu haben, die noch ihre Karriere vor sich haben und nicht hinter sich und vielleicht deshalb nicht mit ganzem Herzen dabei sind." Er führt aus: "Wir haben hier Roh diamanten gesehen, die wir erst geschliffen haben. Wer hat vorher einen Keïta oder einen Mané gekannt?"
Der Zuschauerrückgang in Wals-Siezenheim ist aber nicht an ihm vorbei gegangen. "Der Zuschauerrückgang in Salzburg ist für den Verein ein Schadensfall. Diese Entwicklung ist für mich zwar verständlich, dennoch muss man festhalten, dass die Zuschauer guten Fußball in Salzburg gezeigt bekommen", erläutert Mateschitz die Zusammenhänge, "Wir erlösen pro Jahr rund 40 Millionen Euro durch Spielerverkäufe, da kann ich das Vereinsbudget sogar reduzieren."
„Mit dieser Größenordnung nicht gerechnet“
Von der Leistung seines zweiten Projekts in Leipzig zeigt sich Mateschitz überrascht: "In dieser Größenordnung habe ich damit nicht gerechnet. Dass wir bis zum Frühjahrsstart nur drei Punkte hinter Bayern München liegen, ist schon großartig." Mateschitz will an dem Konzept, via Liefering und Salzburg Spieler für höhere Aufgaben ausbilden und somit für Leipzig aufzubauen, festhalten: "Aber es ist absurd zu glauben, dass man junge Spieler, die oft schon nach einem halben Jahr ein Angebot aus dem Ausland bekommen, in der österreichischen Liga halten kann." In Leipzig, meint er, könne man die Spieler vielleicht eher halten als in Salzburg.
Auch auf die immer wieder aufkommenden Gerüchte, Red Bull könne sich einen Premier League-Klub zulegen, um noch mehr Geld zu lukrieren, geht er ein. Die Gerüchte bezeichnet Mateschitz als "Kaffeesudlesen" und "Dummheit", denn "alles ineinander zu vermischen würde dann auch irgendwann einmal nicht mehr den UEFA-Richtlinien entsprechen." Insofern scheint man sich sicher zu sein, dass auch alles passen würde, wenn sich Leipzig und Salzburg für die europäischen Bewerbe qualifizieren.