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Kein Fuchs, ein bisschen Pech und kein Plan B

Kein Fuchs, kein Glück, ein bisschen Pech, und kein Plan B: Marc Janko analysiert im Interview mit laola1.at das „Seuchenjahr“ des österreichischen Nationalteams.

 

Ist Österreichs Nationalmannschaft ausrechenbar geworden? Nach dem „Seuchenjahr“, wie es ÖFB-Präsident Leo Windtner formuliert hat, war dies eine der zentralen Fragen, die man sich rund um das Nationalteam gestellt hat. Nach Julian Baumgartlinger und Willi Ruttensteiner, der im 90minuten.at-Interview ebenfalls mehr taktische Variabilität einforderte, bläst nun auch Teamstürmer Marc Janko ins gleiche Horn.

 

Zwar versucht Janko ein wenig zu kalmieren, stellt jedoch dann im Interview mit laola1.at fest: „Ich finde es sehr gut und sehr positiv, dass wir unser Ding durchziehen wollen. Auf der anderen Seite probieren wir, wenn wir auf dem Platz merken, es funktioniert nicht – Stichwort erstes EM-Spiel gegen Ungarn – beinhart, das weiterzumachen.“ Jankos Schlussfolgerung daher: „In solchen Situationen müssen wir einfach einen Plan B in der Hinterhand haben, wenn wir sehen, das hohe Pressing nützt nichts. Wir müssen uns dann besser organisieren können. Nehmen wir das Ungarn-Spiel. Wenn der Stangenschuss von David reingeht, wird es ein ganz anderes Spiel. So war einfach die Erwartungshaltung enorm, wir sind in Rückstand geraten – das spielt einer Mannschaft wie Ungarn in die Karten. Wir haben probiert, alles nach vorne zu werfen, Aleksandar Dragovic sieht die Rote Karte, die Ereignisse haben sich nur so überschlagen. Wir müssen probieren, in solchen Spielen einen Plan B in der Hinterhand zu haben, wie wir dann agieren sollen, und den wir auch wirklich gut umsetzen.“

 


„Das Glück ist nicht mehr da“

Über die Gründe für die schwache Leistung während und nach der Euro sagt Janko: „Wir haben in unzähligen Sitzungen mannschaftsintern probiert zu analysieren, woran es gelegen haben könnte oder wo es ein bisschen hakt. Fakt ist, dass wir eine EURO gespielt haben, die leider nicht unseren Erwartungen entsprochen hat. Fakt ist auch, dass wir auf der linken Seite mit Christian Fuchs einen wichtigen Spieler verloren haben, der die Balance zwischen Offensive und Defensive sehr gut gehalten hat. Er ist ein sehr verdienstvoller und erfahrener Spieler, der eine Riesen-Lücke hinterlassen hat. Es ist nicht einfach, einen Nachfolger zu finden.“

 

Auf dem Weg zurück zu alter Stärke sieht Janko Faktoren wie Glück, Kleinigkeiten und Pech: „Auf der anderen Seite bin ich nach wie vor der Meinung, dass in vielen Spielen der EM-Qualifikation Kleinigkeiten für uns entschieden haben, so wie bei der EURO gegen uns. Auf diesem Niveau geht es mit der Qualität, die Österreich hat, einmal in diese Richtung und einmal in die andere. Momentan kommt es mir so vor, dass wir echt vom Pech verfolgt sind. Das Glück, dass wir in der EM-Quali mit Stangenschüssen oder überragenden Paraden von Robert Almer hatten, ist momentan nicht mehr da. Das muss man sich wieder erarbeiten. Dann dreht sich der Wind wieder.“

 

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