WSG Tirol-Coach Silberberger: "Es werden von mir keine Wunderdinge erwartet"

Der Trainer der WSG Swarovski Tirol ist seit sechs Jahren Trainer in Wattens. Im Interview mit dem 'Kurier' gibt er Einblicke in die Arbeit eines Coaches, der im modernen Trainerbusiness eine schon fast unglaublich lange Verweildauer hat.

Thomas Silberberger, seit sechs Jahren Trainer der WSG Wattens bzw. WSG Swarovski Tirol, spricht im Interview mit dem Kurier über ...

 

... das Trainerbusiness: "Ich bin in der glücklichen Situation, bei einem Verein arbeiten zu dürfen, der seine Ziele immer langfristig definiert hat. Was das betrifft, bin ich da bei der WSG im Paradies, es werden von mir keine Wunderdinge erwartet. Aber ich bin eine aussterbende Art. Der Trend, die Trainer immer schneller zu tauschen, ist beängstigend. Der Druck, dem die Trainer ausgesetzt sind, ist heute enorm. Und dann verlangen manche Klubs von den Trainern auch noch, dass sie erstens erfolgreich sind und zweitens etwas weiterentwickeln. Nur da beißt sich die Katze in den Schwanz, dieser Spagat ist unmöglich."

... die Rolle, die die WSG Tirol in der Bundesliga spielen kann: "Wenn ich jetzt Platz fünf nenne, dann wird jeder sagen, dass das vermessen ist. Grundsätzlich wollen wir auch in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen. Dieses Ziel können wir mit Rang sieben erreichen, es kann aber auch sein, dass wir mit Hundsschande Elfter werden. Dass es Partien geben wird, in denen wir komplett chancenlos sind. Es gibt Aufgaben, denen wir im Moment noch nicht gewachsen sind. Es kann schon sein, dass wir gegen Salzburg oder auswärts gegen Rapid einmal unter die Räder kommen."

... Kritik am Verein: "Ich verstehe ganz ehrlich die Aufregung nicht. Wer Tradition will, der muss zur Blasmusik oder zu den Schützen, aber Tradition spielt nicht Fußball."