SK Rapid Wien-Trainer Goran Djuricin: "Ich bin kein Träumer. Die Top 3 sind für uns realistisch"
Der SK Rapid Wien-Trainer Goran Djuricin erklärt die Top 3 der Liga zu seinem Ziel. Eine Kampfansage Richtung Meisterteller will er nicht machen. Fairness steht für ihn auf seiner Agenda auch ganz weit oben.
"Wir machen jetzt sicher nicht nochmals den Blödsinn vom letzten Jahr und sagen, dass wir Meister werden wollen. Ich bin kein Träumer. Die Top 3 sind für uns realistisch, das heißt ja nicht, dass man nicht Meister werden will", erzählte Rapid-Coach Goran Djuricin der Krone. Er spart aber auch nicht mit Kritik am turbulenten letzten Jahr: "Wir waren nicht am fittesten Stand. Da kann man nicht nur einem die Schuld geben. Aber jeder Trainer hat eine andere Philosophie, ohne Kontinuität kannst du nicht bei 100 Prozent sein."
Der Schutz, Interimscoach zu sein, fällt weg
Ist es nun anders? "Es wird nicht schlechter oder besser als früher. Aber der Schutz, nur Interimstrainer zu sein, fällt weg. Ich werde an den Ergebnissen gemessen." Diese will er durch ein kluges Training erreichen. "Ich bin kein Freund vom Laufen. Aber intensive Läufe wird's geben. 80 Prozent wird der Ball dabei sein", führt Djuricin aus, "Wir müssen körperlicher, robuster werden, unser Spiel noch laufintensiver. Wir werden am Gegenpressing arbeiten, um den Ball schnell zu erobern, wenn der Gegner am Unorganisiertesten ist. Zaubern können wir nicht, aber ich kann's im Training steuern. Schaub oder Murg sind mit Ball schnell. Wenn man den Ball nicht erst in der eigenen Hälfte erobert, sondern 30 Meter vorm gegnerischen Tor, dann braucht man keinen Sprinter."
Neuer Spieler, keine Ruhe
Spieler sollen bekanntlich gehen. Bis dahin dürfen sie ganz normal mit trainieren: "Bei mir wird keiner alleine Runden drehen. Sie haben Vertrag. Jeder hat das Recht zu trainieren, keiner wird ausgeschlossen werden. Ich bin fair und ehrlich zu den Spielern, werde jedem meine Bedenken sagen, wenn ich glaube, dass er bei Rapid kein Leiberl mehr hat. Letztlich müssen die Spieler entscheiden. Sie sind nicht dumm, haben das Gespür, um zu merken, wenn es besser ist zu gehen." Das kann unruhig werden. Ruhig war es auch im kurzen Urlaub nicht: "Ich war ständig mit Fredy Bickel in Kontakt. Ich habe ja keinen normalen Job. Mein Akku ist voll."