Foto: © GEPA

ÖFB-Teamchef Franco Foda unterstreicht Kurswechsel

Franco Foda hat schon öfters gesagt, dass er punkto Spieler einen anderen Kurs fahren wird als Vorgänger Marcel Koller. Im Videointerview mit der Kleinen Zeitung unterstreicht er das noch einmal und erörtert die Grundprinzipien des Fußballs, den er als ÖFB-Teamchef sehen will.

ÖFB-Teamchef Franco Foda im Videointerview mit der Kleinen Zeitung über ...

 

… seine Grundprinzipien:

„Ich lege sehr viel Wert auf Disziplin, Offenheit, eine klare Linie, straight sein – das sind die wichtigsten Attribute, die ich als Deutscher verfolge.“

 

… seine Idee vom Spiel:

„Wir wollen offensiv spielen, gut im Ballbesitz agieren und den Gegner früh unter Druck setzen. Wir wollen ein gutes Umschaltspiel haben und flexibel sein, was das Spielsystem betrifft. Mal mit Viererkette, mal mit Dreierkette, wenn es sein muss auch mit einer Fünferkette. Auch bei der taktischen Ausrichtung ist es wichtig, unterschiedlich zu pressen, situativ auch einmal den Gegner ganz früh unter Druck setzen, aber den Gegner auch etwas kommen lassen. Im System und in der Taktik möchten wir flexibel sein.“

 

 

"Wir wollen eine Mannschaft formen, die gerne für Österreich spielt, auch wenn sie hier beim Team sind, alles abrufen." - Leise Kritik an Spielern?

… über Erwartungshaltungen:

„In Österreich ist die Erwartungshaltung immer sehr hoch, das war auch bei Sturm Graz immer der Fall. Ich glaube, dass Marcel Koller hier in den letzten Jahren sehr gut gearbeitet hat, etwas entwickelt, die Mannschaft hat sich auch für die EM qualifiziert. Es gilt, dort weiter zu machen. Wir haben in Österreich viele junge, talentierte Spieler, aber man muss auch wissen, dass es für ein österreichisches Nationalteam immer schwierig, sich für eine WM oder EM zu qualifizieren. Ich bin aber von den Spielern, von der Mannschaft überzeugt, wir können das erreichen. Es wird kein einfaches Unterfangen, aber durch klare, harte Arbeit, ist es möglich. Wir können einiges bewegen.“

 

… das Scheitern in Frankreich:

„Das kann ich als Außenstehender schwer beurteilen. Aber auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Gegen Island hatte man eigentlich die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden. Schöpf hatte die große Möglichkeit auf das 2:1. Dann wären wir eine Runde weiter gekommen. Im Fußball spielt auch Glück eine große Rolle.“

 

… Legionäre oder Österreicher

„Wir wollen eine Mannschaft formen, die gerne für Österreich spielt, auch wenn sie hier beim Team sind, alles abrufen. Dass jeder einzelne an seine Leistungsgrenzen geht. Für mich wird es wichtig sein, so schnell wie möglich eine Mannschaft zu formieren, die miteinander harmoniert und gut Fußball spielt. Es geht um Leistung. Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft auf die Beine stellen werden, die guten Fußball spielt. Es gibt viele Spieler, die in großen Ligen Stammspieler sind. Auch in Österreich gibt es talentierte Spieler. Es wird die Aufgabe sein, eine gute Mannschaft zu finden, in der die Besten miteinander spielen. Wichtig ist auch, dass Spieler zum Einsatz kommen, die in den letzten Wochen und Monaten gute Leistungen bei ihren Vereinen gezeigt haben.“

 

… den Unterschied zur Schweiz:

„Österreich hat in den letzten Jahren aufgeholt, vor allem, was die Ausbildung im Jugendbereich betrifft. Es wird in den Akademien gut gearbeitet. In den Jahren zuvor war uns die Schweiz voraus. Wenn man eine klare Struktur hat, kann man einiges bewegen. Das war auch in den letzten Jahren der Fall. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die großen Ligen auch nach Österreich schauen, um dort junge Spieler zu holen. Das spricht für die Ausbildung im Jugendbereich.“

 

>>> Weiterlesen: Dejan Ljubicic: "Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist"

Japans Krieger Trikots für die WM

Schon gelesen?