Frenkie Schinkels: 'Ich überlege einen Rücktritt'

Der SKN St. Pölten fixiert mit einem 3:0 bei Wiener Neustadt den Aufstieg. Alle Stimmen zum Spiel von Sky Sport Austria.

 

SC Wiener Neustadt – SKN St. Pölten, 0:3

 

Karl Daxbacher (Trainer SKN St. Pölten):

…über den Meistertitel: „Ich habe schon einige Titel geholt, das war aber der schwierigste und schönste für mich. Wir waren sicher nicht der Favorit in dieser Saison und haben viele Punkte gemacht, Rekorde mit Auswärtssiegen aufgestellt – ich muss der Mannschaft gratulieren. Gratulation an das ganze Team, auch an das Betreuerteam, das mit mir sehr gut zusammengearbeitet hat. Im letzten Spiel ist unser Ziel noch den Punkterekord aufzustellen. Es ist dann mein dritter Bundesligaklub und es ist bei zehn Mannschaften vieles möglich, das haben die Aufsteiger der letzten Jahre bewiesen. Wir wollen nicht nur um den zehnten Platz spielen, sondern weiter nach vorne kommen.“

 

…über den weiteren Verlauf des Abends: „Ich schließe mich den Feierlichkeiten der Mannschaft total an, werde ein paar Lieder einbringen und wir werden miteinander ordentlich feiern.“

 

Daniel Segovia (Spieler SKN St. Pölten):

…nach dem Spiel: „Es ist ein Traum mit St. Pölten in die Bundesliga aufzusteigen. Danke an Fans, Mannschaft und das Trainerteam, es war ein super Jahr. Jetzt heißt es genießen. Im August waren wir nicht gut, dann haben wir gekämpft, uns Selbstvertrauen erarbeitet und stehen jetzt am Ende ganz oben - Wahnsinn!“

 

Lukas Thürauer (Spieler SKN St. Pölten):

…nach dem Spiel: „Mit dem SKN in der Bundesliga zu spielen ist ein Karrieretraum gewesen. Das war das Ziel. 77 Punkte sind ein Ausrufezeichen, am Mittwoch wollen wir wieder gewinnen. Jetzt freue ich mich auf das Feiern.“

 


Frenkie Schinkels (Sportdirektor SKN St. Pölten):

…nach dem Spiel: „Ich verspüre eine unheimliche Genugtuung. Ich bin damals vom VSE von ein paar ahnungslosen Vorstandsmitgliedern wegen Rassismus weggeschickt worden, unglaublich. Darum habe ich auch Dieng geholt. 2014 komme ich zurück und wir spielen um den Aufstieg in der Regionalliga, dann werden wir heute Meister und gehen in die Bundesliga. Für mich ist die Geschichte rund. Ich bin 53 Jahre, lebe nicht wegen des Geldes, ich lebe wegen der Erfolge und das ist für mich persönlich ein Riesenerfolg. Ich überlege einen Rücktritt, weil ich auch andere Jobs habe. Ich muss mich kurz erfangen und mit mir selber ausmachen, wie es weiter geht. Ich bin beim Fernsehen, schreibe Kolumnen und jetzt dann Sportdirektor in der Bundesliga … ich muss schauen, wie ich das machen möchte. Ich bin gekommen um aufzusteigen, nicht so schnell, aber das nehme ich natürlich mit. Jetzt schauen wir mal. Ja, das ist mein ernst, ich bin so. Man muss auch im großen Erfolg immer analysieren. Ich bin, glaube ich, ein ganz ordentlicher Analytiker und ich analysiere es, so wie ich es immer tue und diese Gedanken habe ich jetzt. Das Herz spricht für einen Verbleib, weil ich Fußball lebe und jeden Tag nur Fußball denke. Alle im Verein haben eines vorgelebt, das Ziel Meister zu werden. Riesenkompliment an das Trainerteam. Ich bedanke mich nicht beim Trainerteam, denn sie werden gut bezahlt, aber Riesenkompliment, denn sie haben das vorgelebt. Ich bin der kleine Architekt – ich habe neue Spieler geholt und zwei Mann ins Trainerteam. Das Transfer-Extra war dann Dieng im Winter und er hat noch einiges dazu beigetragen. Traumhaft.“

 

Christoph Riegler (Tormann SKN St. Pölten):

…nach dem Spiel: „Dieng ist ein sehr wichtiger Teil der Mannschaft, er hat uns sehr weiter geholfen. Ich muss die ganze Defensive loben, sie war sehr stabil, ein Zuckerl, dass ich 15 Mal zu Null spielen konnte. Ich habe schon lange auf das Ziel hingearbeitet, bin jetzt sechs Jahre beim Verein und froh jetzt oben spielen zu können. Ich genieße es. Ein Highlight von vielen wird es sicher werden, wenn wir im neuen Rapid-Stadion spielen werden.“

 


Gottfried Tröstl (Obmann und Vorstandsvorsitzender SKN St. Pölten):

…über den Meistertitel: „Große Freude, großer Stolz und Genugtuung. Es freut mich für alle im Verein, unser Bundesland und dass wir jetzt in der Landeshauptstadt Bundesligafußball spielen können. Manchmal mussten wir mit Rückschlägen kämpfen und jetzt ist es doch schneller gegangen als erwartet. Unsere Entscheidungen waren manchmal riskant, aber wie man jetzt sieht, richtig. Statistisch haben die Aufsteiger in der Bundesliga in den letzten Jahren immer eine gute Rolle gespielt. Wir werden uns verstärken müssen, die Euphorie im Verein mitnehmen und müssen unsere Position in der Bundesliga finden und ich glaube, es wird eine schöne Position für alle gemeinsam sein. Über Dieng und Stec wird viel gesprochen – wenn wir die Notwendigkeit sehen, werden wir sie behalten. Wenn die Notwendigkeit gesehen wird, dass wir hier auch wirklich gutes Geld verdienen können, um die nächste Saison anderswertig zu finanzieren, werden die Trainer das vorschlagen und der Vorstand darüber entscheiden.“

 

Alfred Tatar (Sky Experte):

…über den Meister der Sky Go Ersten Liga: „Im August war der LASK in aller Munde, weil er den besten Kader hat und jetzt steht der SKN St. Pölten nach 35 Runden mit acht Punkten Vorsprung an der Spitze. Verdienter kann man nicht Meister werden.“

 

…über den SKN St. Pölten: „Im Herbst ist es für St. Pölten nicht gut gelaufen und dann hat man gegen Wiener Neustadt gewonnen und ab diesem Tag ist das Werkel gelaufen. Hartl hat die Mannschaft damals mit seinen Toren am Leben gehalten, der sehr gute Transfer im Winter mit Dieng war wichtig, das Offensivspiel wurde dadurch belebt, Segovia hat dann auch wieder zu seiner Stärke gefunden. Die St. Pöltner haben eine wechselhafte Saison hinter sich, Karl Daxbacher hat mit einigen opinion leader in der Mannschaft, ich denke an Dober, Thürauer und einige andere, die Stimmung Meister werden zu wollen entfacht. Die positive Energie hat sich dann von Spiel zu Spiel aufgeschaukelt. 42 Punkte in fremden Stadien zu holen ist im Profifußball einzigartig.“

 

…über Frenkie Schinkels Aussagen: „Man verlässt den Aufzug nicht beim Hinauffahren, die Arbeit ist erst zur Hälfte getan. Es gibt jetzt die tipico Bundesliga und da ist es seine verdammte Pflicht eine Mannschaft hinzustellen, die in den Europacup kommt. Der Weg des SKN St. Pölten ist noch nicht zu Ende. Er sollte daran denken, dass er der Sportdirektor von Karl Daxbacher bleibt und den SKN in ungeahnte Höhen führen.“