Franco Foda: 'Es darf jeder vom Titel träumen'

Zu Gast bei „Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte" waren am Sonntag Sturm-Trainer Franco Foda, Rapid-Spieler Stefan Schwab, Sportzeitung-Chefredakteur Gerhard Weber und Sky-Experte Walter Kogler. Hier einige Aussagen des von Martin Konrad moderierten L

 

Franco Foda:

... über die momentane Tabellenführung mit Sturm: Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Vor der Saison wussten wir nicht genau, wo wir stehen. Wir haben gewusst, dass wir gute Spieler dazugeholt haben. Es war extrem wichtig, dass wir das erste Spiel gegen Salzburg gleich gewinnen konnten. Da haben die Spieler gemerkt, dass wir auch gegen gute Mannschaften bestehen können. Es ist eine gewisse Euphorie entstanden. Der Funke ist von der Mannschaft auf die Fans übergesprungen.

 

... über Neuverpflichtung Christian Schulz: Er hat auch im Nationalteam gespielt. Er kann auf mehreren Positionen spielen, auch linker Verteidiger oder als Sechser. Das zeigt, dass er sehr spielintelligent ist. Genau so einen Typ haben wir eigentlich gesucht. Erstens einen Spieler mit einem linken Fuß, weil das für die Spieleröffnung besser ist und zweitens haben wir einen Typ benötigt, der die Mannschaft führt, weil wir eine sehr junge Innenverteidigung haben.

 

... über die Vorzüge von Stürmer Deni Alar gegen Rapid: Er hat gut gearbeitet und ist extrem wichtig für uns, weil er ein Spieler ist, der läuferisch gut ist, der gut gegen den Ball arbeitet, der auch vorne den Ball gut behaupten kann. Er hat einen Torriecher und das ist das wichtigste für einen Stürmer. [...] Ich messe einen Stürmer nicht nur an den Toren, sondern was er insgesamt für die Mannschaft leistet. Da ist Deni für uns extrem wertvoll.

 

... will im Meisterkampf mitmischen: Es darf jeder träumen und die Euphorie wollen wir auch nicht bremsen. Wir haben erst sieben Runden absolviert und es wird bis zum 36. Spieltag noch viel passieren. Wir sind gut in die Runde gestartet und das ist wichtig, weil du sonst von Anfang an der Musik hinterher läufst.

 

... über seine Vertragssituation: Ich muss in Deutschland nichts mehr beweisen. Ich bin in Österreich bei einem sehr guten Verein in der ersten Liga tätig. Ich habe viel Spaß mit meiner Mannschaft. Mir hat es auch im letzten Jahr Spaß gemacht, also nicht nur im Erfolg. Ich fühle mich sehr wohl und habe auch im Sommer Günther Kreissl gleich gesagt, dass ich den Vertrag von meiner Seite erfüllen werde. Ich bin total entspannt.

 


Stefan Schwab ...

... über den Neuaufbau des Teams im Sommer: Es hat etwas passieren müssen. Es sind gute Spieler weggegangen. Wir haben unsere linke Seite mit Stangl und Kainz verloren. Die haben im Frühjahr sehr gut für uns gespielt. Da haben wir etwas tun müssen. Es sind sehr gute Spieler gekommen. Sie müssen schnell Deutsch lernen. Das hilft uns am Feld. Da gibt es Schwierigkeiten mit der Kommunikation. Das wird sicher besser. Im Herbst ist es nicht entscheidend, ob man zwei Punkte vorne oder hinten ist. Im Frühjahr muss man da sein. Das haben wir letztes Jahr nicht geschafft. Das wollen wir heuer schaffen und da sollen uns die neuen Spieler das letzte i-Tüpfelchen dazugeben.

 

... vergleicht Ex-Trainer Zoran Barisic mit Mike Büskens: Es ist schon eine Veränderung da. Es sind zwei ganz unterschiedliche Typen. Das Trainerteam rundherum und die Spielidee sind gleich geblieben. Da war die Veränderung nicht so groß. Der Trainer kann deutsch. Wir verstehen ihn gut, ich glaube, er versteht uns nicht immer mit den Ausdrücken. Aber das wird er auch noch lernen. Der Verein hat sich zu dem Schritt entschieden und wir wollen diesen Weg nun gehen um erfolgreich zu sein.

 

... über einen möglichen Einsatz im Nationalteam: Natürlich hofft man, dass man da dabei ist. Aber es sind schon Spieler auf der Position, die in ihren Vereinen sehr gute Rollen spielen. Es ist nicht so einfach, aber ich werde mein Bestes geben und versuchen, dass man nicht um mich herum kommt. Ich bin mental ganz gut und es ist für mich kein großes Thema. Ich versuche mich auf die Leistung zu konzentrieren. [...] Die Mannschaft hat eine gute Qualifikation gespielt und war verdient bei der EM. Jetzt ist ein neuer Schritt mit der WM-Qualifikation und da rechnet man sich Chancen aus. Aber das ist eine Entscheidung vom Trainer und die ist zu akzeptieren.

 

... über die schwierige Phase von seinen Kollegen Sonnleitner und Novota: Das sind Spieler, die natürlich mehr erlebt haben als ich. Sie sind Führungsspieler und haben viel Macht in der Mannschaft. Man respektiert sich und tauscht sich aus. Es ist schon bei uns so, dass die Führungsspieler sich untereinander austauschen und viel miteinander reden. Es ist sehr schwierig für die beiden, aber sie müssen mit der Situation jetzt klarkommen. Die Spieler, die am Platz stehen, können das nicht beeinflussen. Verein und Spieler müssen da eine Lösung finden.

 

... über die bevorstehende Europa-League-Gruppenphase: Wenn ich mir die Gruppe ansehe, dann ist das eine richtig schwere Gruppe. Jeder, der sich mit Fußball befasst und sich gut auskennt, weiß was da oben steht. Wenn man die Gruppe mit letztem Jahr vergleicht, dann ist das schon eine Spur härter. Das erste Heimspiel gegen Genk kann entscheidend sein. Wenn wir ein Wörtchen mitreden wollen, dann müssen wir daheim die Punkte holen.

 


Gerhard Weber ...

... über die Gefahren bei Rapid: Man wird sehen, wie das mit der Europa-League funktionieren wird. Bei Rapid ist immer der Hype da. Am Donnerstag ist das Stadion wahrscheinlich wieder ausverkauft. Alle hoffen, dass es funktioniert. Aber es ist auch alles gleich wieder zu Tode betrübt, wenn es nicht funktionieren sollte. Rapid hat ein wenig die Gefahr des Umfeldes, dass wieder alles schlecht geredet wird, wenn es einmal nicht funktioniert.

 

Sky-Experte Walter Kogler ...

... über den positiven Lauf von Sturm: Heuer im Sommer ist auf dem Transfermarkt alles gut gegangen. Man hat den richtigen Schnitt in der Mannschaft gemacht. Man hat neue Spieler geholt und man hat den Eindruck, dass die alle passen. Natürlich liegt es auch am Trainer, dass man schnell aus diesen Spielern eine gute Mannschaft macht. Das ist momentan die Stärke von Sturm. Ich traue Sturm für heuer und die nächste Zeit einiges zu.

 

... über Schwabs Nationalteamchancen: Natürlich hat er eine große Konkurrenz. So wie wir das alle einschätzen und er auch glaubt, dass wenn er dabei ist, er einiges bewegen kann, dann wird es früher oder später soweit sein. Die Letztentscheidung liegt beim Teamchef. Vielleicht spielt David Alaba einmal links in der Verteidigung.