Damir Canadi: '.... dann würde die Mannschaft umkippen'
Der SK Rapid Wien verliert 1:2 (1:1) gegen den SK Sturm Graz. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria HD.
SK Rapid Wien – SK Sturm Graz 1:2 (1:1), Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber
Damir Canadi (Trainer SK Rapid Wien):
...über das Spiel: „Wir haben sehr viel investiert, wir haben dem Gegner wenig Situationen gegeben, um in Führung zu gehen, leider gehen wir durch eine Standardsituation in Rückstand, das tut der Mannschaft natürlich nicht gut im eigenen Stadion nach zwei Niederlage. Dann haben wir schnell wieder den Ausgleich erzielt, waren dann nicht schlecht im Spiel. In der zweiten Halbzeit gab es nach zwei Minuten einen Schuss von Sturm Graz, der zweite war dann abgefälscht und so verliert man ein Spiel. Trotzdem hat die Mannschaft alles probiert, es reicht halt momentan nicht. Wir müssen jetzt Ruhe bewahren, ich schaue, dass ich der Mannschaft auch Halt gebe, weil wir sehr viele Spiele haben. Deswegen kommt auch die Rotation zustande, wenn ich das der Mannschaft nicht geben würde, dann würde sie umkippen.“
…über Okungbowa: „Er hat sehr gut trainiert, damit hat er sich auch qualifiziert. Natürlich darf er nervös sein, sein erstes Spiel von Anfang an hier in diesem Stadion, deswegen bin ich nicht böse auf ihn, auch wenn es vielleicht nicht optimal war.“
…über die ersten Spiele bei Rapid: „Ich bin gar nicht frustriert, ich will der Mannschaft jetzt Unterstützung geben. Ich muss hereinwachsen in diesen Verein, mir ein Bild machen und der Mannschaft die notwendige Ruhe geben. Ich bin sehr motiviert, ich werde die Situation so annehmen, wie sie jetzt ist und werde alles raushauen bis zum Winter, dass wir da gut rauskommen.“
…über die Tabellensituation: „Leicht wird es nicht, aber wir müssen fokussiert bleiben auf das nächste Spiel am Mittwoch. Jetzt müssen wir gut regenerieren und schauen, dass wir die Mannschaft bei Laune halten, weil es für sie auch nicht leicht zu verkraften ist. Aber an solchen Situationen werden sie wachsen, sie hatten jahrelang Erfolg, lauter junge Spieler, die zu guten Spielern gereift sind. Aber solche Situationen haben sie noch nicht durchgemacht, die gehören zum Sport auch dazu.“
Michael Krammer (Präsident SK Rapid Wien) in der Pause:
…über die ersten Spiele unter Canadi: „Am Platz haben wir Weiterentwicklung gesehen, viele junge Spieler sind zum Einsatz gekommen, das Spielsystem wird weiterentwickelt, das Trainerteam arbeitet. Das ist heute ein ganz wichtiges Spiel, damit das Trainerteam in Ruhe arbeiten kann, die Entwicklung der Mannschaft in Ruhe vorantreiben kann und das geht leichter, wenn wir heute drei Punkte mitnehmen.“
…über die Aussagen von Canadi über den Kader: „Ich finde es gut, wenn ein Trainer ein kritisches Auge auf die Mannschaft wirft, die Stärken erkennt, aber auch die Verbesserungspotenziale und an diesen arbeitet. Und man sieht ja, wie konsequent er arbeitet, gegen Genk ein völlig neues System, in drei Tagen eingearbeitet, heute auch wieder. Das funktioniert schon ganz gut.“
…über die Suche nach einem neuen Sportdirektor: „Wir haben das Auswahlverfahren gestartet, das werden wir schön konsequent weitermachen. Es gibt eine Shortlist mittlerweile, die Hearings sind noch für dieses Jahr anberaumt und wir werden möglicherweise noch dieses Jahr eine Entscheidung treffen, vielleicht aber auch erst nächstes Jahr. Die Shortlist besteht aus drei bis fünf Kandidaten.“
Christian Schulz (SK Sturm Graz):
...über das Spiel: „Wir haben grundsätzlich ein sehr gutes Spiel gemacht, wir standen ein bisschen tiefer als in den Spielen davor. Wir haben auf Fehler gelauert und die Fehler kamen auch, man hat gesehen, dass Rapid nervös war.“
…über die letzten Ergebnisse: „Der Start hat es so ein bisschen hervorgerufen, dass eine längere Zeit ohne Sieg gleich als Krise ausgelegt wird. Sicherlich haben wir in den Spielen nicht das Potenzial abgerufen, das wir im ersten Drittel gezeigt haben, aber dafür sind wir jetzt wieder da und wollen am Mittwoch gleich noch eine Schippe drauflegen.“
…über den Abstand zu Rapid: „13 Punkte Abstand sind schon ordentlich. Wir sind hier natürlich angetreten um zu gewinnen, ich bin ja noch nicht ganz so lange hier, aber ich habe schon davor mitbekommen, dass das Spiel gegen Rapid etwas ganz Besonderes ist für die Fans, das haben sie gestern auch nochmal unter Beweis gestellt. Von daher freut es mich für die Mannschaft, für die Fans, für das Team außenrum, dass wir hier in diesem Stadion gewonnen haben.“
Marc Andre Schmerböck (SK Sturm Graz):
...über das Spiel: „Es war ein ausgeglichenes Spiel mit dem glücklicheren Ende für uns. Wir haben uns den Sieg erkämpft, es hat jeder alles gegeben, deswegen war der Sieg vielleicht glücklich, aber verdient.“
…über die letzten Ergebnisse: „Die drei Punkte waren natürlich wichtig, weil wir schon länger nicht mehr gewonnen haben. Letzte Runde haben wir gegen Altach schon Moral bewiesen und die drei Punkte heute sind natürlich super.“
Franco Foda (Trainer SK Sturm Graz):
...über das Spiel: „Eigentlich hat es bei uns gestern schon begonnen, die Fans haben uns toll verabschiedet. Die Fans waren heiß, meine Spieler waren heiß und das hat man von der ersten Minute an gesehen. Wir sind durch eine Standardsituation in Führung gegangen, aber nach dem 1:1 hatten wir zwei riesige Kontersituationen, nach der Halbzeit hatten wir auch noch zwei Riesensitzer. Dann war es ausgeglichen, Rapid ist eine gute Mannschaft und hat alles in die Waagschale geworfen. Wir haben dann Gott sei Dank mit einem Glücksschuss das Siegtor erzielt.“
…über den Sieg: „Wir haben in den letzten vier Spielen auch wenig gepunktet, auch wenn wir in einigen Spielen gut drin waren. So gesehen war der Sieg heute extrem wichtig, wir sind jetzt wieder ganz vorne. Wichtig ist aber auch den Sieg wieder richtig einzuordnen, wir waren immer noch im Spiel nach vorne zu unruhig, das sind Dinge, die wir weiter verbessern müssen. Aber der Sieg war wichtig, das wird der Mannschaft weiter Selbstvertrauen geben.“
Heribert Weber (Sky Experte):
...über einen möglichen Elfmeter für Sturm: „Für mich war das zu wenig, das war eine Streicheleinheit, nicht mehr. Für mich war das kein Elfmeter.“
…über den Start von Canadi bei Rapid: „Positiv ist, dass er jetzt alle Spieler kennt, er hat in drei Spielen 22 Spieler eingesetzt. Es wird sehr interessant sein, welche Formation er im nächsten Spiel wählt, eine richtige Stammformation hat sich sicher noch nicht gefunden, auch nach dem heutigen Spiel. Strebinger hat überragend für mich gespielt, Kvilitaia hat eine großartige Leistung gebracht, die anderen haben auch gekämpft. Aber eine richtige Spielanlage, ein System, das die gegnerische Mannschaft spielerisch gefährden kann, habe ich heute nicht gesehen. Sturm hatte die reifere Spielanlage und hätte das Spiel schon früher entscheiden können, wenn sie die Konter besser zu Ende gespielt hätten.“
…über Okungbowa: „Bei Rapid ist es immer so, dass du Spieler entwickeln kannst, aber nur, wenn du gewinnst, das wird immer so bleiben. Das ist ein großes Problem, andere Mannschaften haben die Möglichkeit Spieler zu entwickeln und es ist nicht gleich eine Unruhe da, aber bei Rapid hast du diese Zeit nicht. Man muss schauen, dass man eine Mannschaft findet, die Spiele gewinnt, und nebenbei besteht die Möglichkeit, dass die Qualität der jungen Spieler auch zum Tragen kommt und sie zum Einsatz kommen. Aber junge Spieler in der Kampfmannschaft zu entwickeln ist ganz schwierig.“
Anton Pfeffer (Sky Experte):
...über einen möglichen Elfmeter für Sturm: „Da war Okungbowa ungestüm, hier hätte er sich nicht beschweren dürfen, wenn es Elfmeter gibt. Der Kontakt ist da, das kann man auch pfeifen.“
…über Sturm: „Sie hatten einmal in jeder Halbzeit eine starke Phase, da haben sie mit einigen Aktionen hintereinander für Verkehr im Strafraum von Rapid gesorgt. Alles in allem gesehen muss man schon sagen, dass der Sieg von Sturm deswegen nicht unverdient war, weil sie einfach ausgefuchster gespielt haben.“
…über Okungbowa: „Es ist für einen Spieler wie ihn natürlich nicht so einfach. Er kommt hinein, macht Fehler, hat sich aber zwischenzeitlich wieder gefangen, was auch nicht selbstverständlich ist. Dann hat er halt wieder Fehler gemacht, aber es ist notwendig, dass diese Spieler hineingeschmissen werden, warum auch nicht in so einem Spiel?“