'Mit so vielen Punkten läuft man der Musik nicht hinterher'

Der FC Admira Wacker Mödling verliert mit 0:3 (0:1) gegen den SK Sturm Graz. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

 

Daniel Toth (FC Admira Wacker Mödling):

...über das Spiel: „Es ist unerklärlich. Wir nehmen uns jedes Mal vor, dass wir die Fehler aus den letzten Spielen nicht mehr machen dürfen, dann kommen wir gut aus der Halbzeit raus, haben die Ausgleichschance, aber dann kriegen wir das 2:0 aus einem Fehler. Mit dem 2:0 war das Spiel entschieden.“

…über die letzten Spiele: „Das ist natürlich ärgerlich, wir reden nach jedem Spiel das Gleiche. Es muss sich jeder mal selber an der Nase nehmen, wir sind selber gefragt und dürfen uns nicht immer selber bemitleiden. Ein Spiel geht weiter, auch wenn wir in Rückstand geraten. Da dürfen wir nicht die Schädel hängen lassen. Natürlich ist das Kopfsache, aber das muss aufhören, wir müssen die letzte Saison mal abhaken, das interessiert keinen mehr. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und die depperten Fehler abstellen.“

 

Oliver Lederer (Trainer FC Admira Wacker Mödling):

...über die Fehler im Spielaufbau: „Es macht keiner absichtlich einen Fehler. Da ist natürlich eine andere Idee dahinter, es ist ja gut so, dass die Gegner auf unseren Spielaufbau reagieren, die Möglichkeit mit einem Pass viele Spieler des Gegners zu überspielen ist damit groß. Das dann immer wieder Fehler passieren, wenn wir zu große Räume offenbaren, das darf nicht passieren, aber es passiert uns jetzt schon zum dritten oder vierten Mal. Wir sind froh, dass der Gegner reagiert, wir müssen es einfach besser ausnutzen, aber das gelingt uns zurzeit gar nicht. Die Probleme liegen ganz woanders, das ist nicht in erster Linie dem Spielaufbau zuzuschreiben.“

…über die kurzfristige Umstellung vor Spielbeginn: „Das ist nicht ideal, aber wir müssen in der Lage sein das wegzustecken. Ausreden brauchen wir jetzt nicht, wir müssen uns dessen bewusst sein, was wir können. Wir können viel mehr, als wir im Augenblick abrufen, dessen ist sich die Mannschaft bewusst und wir als Trainerteam. Wir werden ruhig sein, versuchen unser Spiel dementsprechend weiterzuentwickeln und diese individuellen Fehler abzustellen. Wir werden Gas geben, ich bin überzeugt, dass wir wieder in die Spur zurückkommen, aber das bedarf natürlich viel Ruhe und viel Arbeit.“

 

Marko Stankovic (SK Sturm Graz):

...über seine Situation: „Bei so einer Phase, wie wir sie momentan haben, will man natürlich mit dabei sein, mir ist das momentan verwehrt, aber man muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich bin schon lang genug Profi und ich gehe mit der Situation so um, wie man das machen muss. Man kann mir viel vorwerfen, aber nicht, dass ich nicht alles gebe. Derzeit entscheidet sich der Trainer für andere Spieler, das ist für mich aus subjektiver Sicht natürlich unverständlich, aber die Erfolge geben ihm natürlich recht. Von dem her bin ich jetzt leider zum Zuschauen verdammt und ich kann nur hoffen, dass sich das bald ändert. Die nächsten Monate gebe ich jetzt alles und dann schauen wir weiter, aber das ich nicht zufrieden bin kann sich jeder vorstellen.“

 

Deni Alar (SK Sturm Graz):

...über seine Leistung: „Ich bin natürlich glücklich, dass es so funktioniert und ich der Mannschaft helfen kann. Das Wichtigste ist ja immer, dass die Mannschaft gewinnt und wenn ich meinen Beitrag dazu leisten kann, dann bin ich natürlich froh. Ich habe immer schon betont, dass ich mich wohl fühle in der Mannschaft, die Mannschaft spielt einen super Fußball und ich bin vorne nur der, der die Tore macht. Die Vorarbeit machen die anderen, da muss ich meinen Mitspielern Danke sagen.“

…über die Tabellenführung: „Wir sind froh, dass wir jetzt oben sind. Jedes Spiel ist schwer, wenn es möglich ist, dann geben wir die Führung nicht mehr her, aber es ist kein Wunschkonzert. Deswegen müssen wir bei jedem Match konzentriert bleiben und unsere Leistung abrufen.“

 

Franco Foda (Trainer SK Sturm Graz):

...über das Spiel: „Insgesamt waren wir von der ersten Minute an sehr konzentriert, wir haben dem Gegner über 90 Minuten nur eine Torgelegenheit zugelassen. Wir hatten in den ersten 25 Minuten keinen richtigen Zug zum Tor, aber oft ist ein Tor so ein Lösungsmoment und nach dem 1:0 hatten wir gleich zwei Sitzer, um das Spiel vorzeitig für uns zu entscheiden. Wir wollten nach vorne verteidigen und zwei Tore sind ja auch so entstanden.“

…über Alar: „Ich hoffe, dass er in Zukunft noch weitertrifft, aber ich messe die Stürmer nicht nur an den Toren. Es ist schön, dass er die Tore erzielt, das tut ihm auch sehr gut nach den letzten Jahren. Er ist ein wichtiger Spieler für die Mannschaft, nicht nur weil er Tore erzielt, sondern weil er auch gut gegen den Ball arbeitet. Aber insgesamt war die Mannschaft heute auch direkt nach der Halbzeit hochkonzentriert, wir hatten keine Schwächeperioden wie in den letzten Spielen. Da haben wir uns weiterentwickelt und das ist gut so.“

…über die Tabellensituation: „Wichtig ist, dass man zu diesem Zeitpunkt schon so viele Punkte hat, dann läuft man nicht der Musik hinterher. Aber alles andere interessiert mich eher weniger, mich interessiert am Mittwoch das Cupspiel.“

 

Alfred Tatar (Sky Experte):

...über die Situation von Stankovic: „Er hat Qualitäten, aber Fakt ist eines: er muss sich vorbereiten darauf, dass er die Chance nutzen kann, wenn sie kommt. Wenn er sich nicht darauf vorbereitet, also im Training und in seinem Lebensstil nicht so agiert, als ob er bereits fixer Bestandteil des Teams ist, dann wird er auch nicht bereit sein, wenn es drauf ankommt. Es ist die Frage, ob er diesen Spagat schafft.“

…über die Admira: „Die letzte Saison steckt vielen Spielern noch in den Köpfen, als vieles aufgegangen ist, was heuer nicht aufgegangen ist. Jetzt ist es endgültig klar, dass die Mannschaft sagen muss, dass es so nicht weitergeht, wir müssen bei uns beginnen und der Wahrheit ins Auge schauen.“

 

Heribert Weber (Sky Experte):

...über die Situation von Stankovic: „Es schaut so aus, als wäre kein Platz mehr für ihn bei Sturm Graz. Es ist momentan auch sehr schwer in seiner Position einen Platz zu bekommen. Wir wissen aus der Vergangenheit, dass er ein guter Spieler ist, ob es ihm noch einmal gelingt in die Stammformation zu kommen, das sei dahingestellt.“

…über Sturm: „Sie haben nicht nur gut in die Meisterschaft gefunden, sie zeigen auch immer wieder, so wie heute, dass sie in der Lage sind die Fehler des Gegners zu Toren zu nutzen. Sie haben auf jeden Fall einige Spieler drin, die jederzeit bereit sind diese Tore zu erzielen. Und bei Alar ist es momentan egal, auf welcher Position er spielt, er trifft wie es ihm gefällt.“

…über die Admira: „Die Situation, die sich jetzt durch die letzten drei Spiele ergeben hat, 0:5, 0:4, 0:3, das ist auch eine echte Reifeprüfung, auch für den jungen Trainer, der jetzt wirklich beweisen muss, dass er sich mit dieser Mannschaft durchsetzen kann, die ja schon im Vorjahr gezeigt hat, dass sie unter sehr positiven Verhältnissen gut Fußball spielen kann. Diese positiven Verhältnisse gibt es heuer nicht mehr und sie müssen trotzdem wieder dorthin kommen, dass jeder wieder versucht seine Möglichkeiten abzurufen. Ganz wichtig ist es, dass man versucht die Fehler aus der Defensive heraus abzustellen und versucht wirklich von hinten herauszuspielen, das man nicht ständig Toren nachlaufen muss, die man sich selbst eingebrockt hat.“