Peter Zeidler: 'Ich bin in einem Alter, wo ich nicht täglich mit instagram rummache'

Zu Gast bei "Talk & Tore" am Sonntagabend waren Red Bull Salzburg-Trainer Peter Zeidler, Ried-Coach Paul Gludovatz und Sky-Experte Heribert Weber. Hier einige Aussagen des von Martin Konrad moderierten Live-Talks. .


Peter Zeidler:
...über seinen Job als Trainer von Red Bull Salzburg: „Ja, ich bleibe dabei, es ist spannend. Es macht große Freude, mit der Mannschaft, mit meinen Trainerkollegen in diesem Verein zu arbeiten. Ich bin mir sicher, dass wir diese Entwicklung fortsetzen können. Es geht natürlich darum, wie groß die Schritte sind. Ich habe mir zuerst einmal gar nichts konkret vorgestellt. Aber auf jeden Fall habe ich große Freude, mit meinen Kollegen diesen Job zu machen." 


...über die Gesundheit von Christoph Leitgeb: „Ich darf alle österreichischen Fußballfreunde beruhigen, er wird zur EM mitgehen können. Und natürlich hoffe ich für unseren Verein, dass er schnellstmöglich wieder kommt. Aber ich glaube, da geht es nicht um Wochen. Wir müssen schon vielleicht ein, zwei, vielleicht auch mehrere Monate auf ihn warten." 


...über Reinhold Yabo: „Yabo war ein Spieler, den viele Klubs wollten und wir hatten die Möglichkeit, ihn dann zu verpflichten. Dann hat in gewisser Weise dieser Leidensweg begonnen. Man weiß noch nicht genau, was mit seinem Knie ist. Es ist ganz offensichtlich nicht in Ordnung. Und deswegen konnte er noch keine Minute für uns spielen. Das ist ärgerlich, das ist schade. Auch für meine Mannschaft, für uns als Verein und für mich als Trainer. Aber das sind die Tatsachen und wie immer ist es wichtig, dass man sich mit den Spielern beschäftigt, die einsatzfähig sind." 


...hat Ungereimtheiten mit der Mannschaft geklärt: „Das sind da Dinge in istagram und twitter und wie die Sachen alle heißen, das sind Sachen, die in der ersten großen Enttäuschung gemacht wurden. Es waren ein, zwei Sachen direkt nach dem Malmö-Spiel. Und wir können uns alle daran erinnern, das, was wir zu Hause gegen Malmö gemacht haben, war ordentlich. Wir haben durch Hinteregger in der letzten Minute 2:0 gewonnen. Das war ordentlich und dann war es diese Riesenenttäuschung. Martin Hinteregger und alle im Verein haben von dieser Champions-League geträumt. Und in dieser ersten Enttäuschung sind dann Dinge wie Kinderfußball unreflektiert rausgekommen. Mit Martin habe ich das gleich am nächsten Morgen besprochen und auch geklärt. Und ansonsten bin ich auch in einem Alter, wo ich nicht täglich mit instagram rummache. Ein Großteil der Erklärung geht in Richtung Enttäuschung." 


...gratuliert Kollege Adi Hütter zum Engagement bei Young Boys Bern: „Ich habe mit Adi Hütter keinen direkten Kontakt. Auch er hat natürlich jetzt viel zu tun. Ich habe mich für ihn gefreut, dass er so einen guten und etablierten Klub gefunden hat mit Young Boys Bern. Aber in Gesprächen, die wir mit Trainerkollegen und im Verein führen, ist Adi Hütter öfter ein Thema. Und in der Zeit, es war ja ein Jahr, in dem wir zusammen gearbeitet haben als Trainer, hat es sehr gut funktioniert." 

 



Paul Gludovatz:

...über seine unveränderte Spieltaktik: „Du kannst nicht im Schnitt pro Spiel knapp drei Treffer behalten und dann sagen, wir spielen weiter so nach vorne. Wir schaffen den Turnaround nicht mit einer neuen Mannschaft. Es geht ja auch darum, jenen Spielern das vor Augen zu führen, hallo, schießen wir drei Tore und bekommen wir vier, ist das okay oder schauen wir, dass wir keines erhalten. Und dann ist die Mannschaft auch so darauf aus, dass wir diesen effektiven Fußball spielen müssen. Um auch nicht in nächster Zeit sehr hoch hinauf blicken zu müssen sondern auch vielleicht auf den einen oder anderen hinunter zu blicken. Diese Notwendigkeit ist einfach gegeben und nichts anderes ist es." 


...über seine Zusammenarbeit mit Ried: „Ist das nicht so bei guten Partnern, dass, wenn einer nicht mehr will, nicht mehr kann, nicht mehr die Kraft hat, die könnte mir auch einmal ausgehen, sagt, so, jetzt ist es aus und der andere akzeptiert es. Ob das jetzt der Verein ist oder der Trainer, ich brauche keinen Vertrag." 


Sky-Experte Heribert Weber:
...über die Lage bei Red Bull Salzburg: „Ich sehe natürlich, dass die Pässe nach Ballgewinn nicht so passen, dass oft zu hektisch gespielt, dass der finale Pass nicht so ankommt bei den Spielern, wie in den letzten Saisonen. Dass eine gewisse Unsicherheit bei den Spielern drinnen ist, das ist auch klar. Junge Spieler, wenn sie noch nicht so große Erfolge gefeiert haben, können auch nicht diese Sicherheit ausstrahlen, die sie brauchen um auch ihre Qualität ausspielen zu können. Viele routinierte Spieler kommen jetzt erst zurück, haben auch noch nicht hundert Prozent von dem, was sie schon gezeigt haben. Deswegen ist das eine Entwicklung innerhalb der Mannschaft, die in Wirklichkeit erst begonnen hat vor zwei Monaten. Und darum ist es auch für einen Trainer sehr schwer, in so kurzer Zeit die Mannschaft so schlagkräftig aufzustellen, dass sie wieder so spielt wie die andere Mannschaft unter Roger Schmidt, wo man schon vorher gegen gewisse Gegner gewusst hat, da gibt es heute wieder fünf, sechs Stück. So ist das momentan bei den Salzburgern nicht." 


...über die Gründe von Paul Gludovatz, nochmals das Traineramt zu übernehmen: „Die Erinnerung an die erfolgreiche Zeit hat natürlich jetzt die Verantwortlichen dazu gebracht, in dieser schwierigen Lage Paul Gludovatz zu holen. Und das muss ihn auch stolz machen. Ich sag einmal, je älter man wird, desto mehr hat man das Gefühl, dass man noch etwas wert sein will. Wenn man dann angerufen wird und noch einmal die Möglichkeit hat zu zeigen, welche Qualität man hat, dass man auch diese schwierige Situation schaffen kann, dann ist man sofort bereit und unglaublich motiviert. Und ich glaube, das ist alles in ihm drinnen momentan."