Peter Stöger: 'Wird auch für richtig gute Nationen schwer, Österreich zu schlagen'

Im Interview mit Sky Sport News HD spricht Köln-Trainer Peter Stöger über die in Schweden fixierte Qualifikation für die Europameisterschaft 2016.

 

Peter Stöger...

...über die erfolgreiche Qualifikation für Frankreich: "Die Jungs haben das gemeinsam mit Marcel Koller richtig gut hinbekommen. Es war ein überragendes Spiel. Wenn ich etliche Jahre zurückdenke, kann ich mich nicht erinnern, dass wir so ein gutes Spiel gemacht haben - in so einer wichtigen Phase. Das freut uns schon sehr. Es ist das erste Mal, dass wir uns sportlich für eine EM qualifizieren, das ist schon etwas Besonderes. Das Entscheidende ist, dass es echt Spaß macht, wenn man dieser Mannschaft zuschaut und sieht, wie sie sich entwickelt hat."

 

...über den gelupften Elfer von David Alaba: "Ich habe mir sagen lassen, dass David Alaba mittlerweile ein relativ anerkannter Spieler in Europa ist. (lacht) Das haben wir auch nicht immer gehabt. Das macht die Qualität aus. Dieses Selbstverständnis, das er an den Tag legt mit vielen anderen Spielern, die sich europaweit etabliert und einen guten Namen gemacht haben, bringt mit sich, dass man ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Abgebrühtheit hat, das früher vielleicht nicht so da war. Gekoppelt damit, was Marcel Koller mit seinem Team daraus gemacht hat, ist das Ergebnis dann so zu bewerten. [...] Es ist auf der einen Seite Stabilität dazu gekommen, auf der anderen Seite ist die spielerische Qualität enorm gestiegen. Der gravierende Unterschied ist meiner Meinung nach - wenn ich das so beurteilen darf, ich bin ja schon länger nicht mehr dabei - dass wir in den Jahren zuvor zu Hause schon ziemlich gute Spiele gemacht, dafür aber auswärts kaum einmal gepunktet haben. Die Qualität, die die Mannschaft an den Tag legt, ermöglicht es der Mannschaft, die Spiele ähnlich wie zu Hause anzugehen."

 

...über zahlreiche Teamspieler in der Deutschen Bundesliga: "Die Spieler entwickeln sich mit der Konkurrenz. Es ist ganz klar, dass sich Spieler, die sich in der Deutschen Bundesliga profilieren müssen, eine ganz andere Konkurrenzsituation und ein ganz anderes Vermögen, etwas zu lernen, haben als in der Österreichischen Bundesliga. Wir hatten in den letzten Jahren schon immer wieder Spieler in Deutschland, aber nie welche, die solche Führungspositionen inne hatten wie aktuell. Einige Spieler sind echte Schlüsselspieler bei ihren Klubs. Das macht die Qualitätssteigerung aus, das ist ganz klar."

 

...über die Gefahr der zu großen Euphorie in Österreich: "Wenn man das nicht ausleben kann, dann weiß ich nicht, was man wirklich feiern kann. Ich glaube, sie können sich zurecht feiern lassen. Es ist ja nicht so, dass wir jetzt den Anspruch stellen, bei der Europameisterschaft ganz vorne dabei zu sein. Aber wenn ich sehe, wie sie spielen, wird es auch für richtige gute Nationen schwer, uns zu schlagen. Die Mannschaft ist auf einem super Weg und die Euphorie wird auch nicht gebremst."

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