Barisic über Rangnick: 'Das ist sehr respektlos'

Zu Gast bei „Talk und Tore“ auf Sky Sport Austria am Sonntag waren Rapid-Trainer Zoran Barisic, Altach-Coach Damir Canadi und Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek. Hier einige Aussagen des von Gerfried Pröll moderierten Live-Talks.

Zoran Barisic:
...sieht seine Spieler noch nicht vollends bereit für den Kampf um die Meisterschaft: „Es ist so, dass diese jungen Spieler zwar über Qualität verfügen, aber die nötige Erfahrung einfach fehlt. Sie müssen sich die Hörner abstoßen, ihre Erfahrungen machen, sowohl die negativen als auch die positiven. Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, muss jedem klar sein. Wir haben die letzte Mannschaft schon sehr gut entwickelt, dann sind sehr wichtige Spieler abhanden gekommen. Wir mussten eine neue Mannschaft aufbauen. Und diese haben wir noch einmal verjüngt.“


...hofft auf eine verbesserte Gesprächsbasis mit den Schiedsrichtern: „Grundsätzlich, und das habe ich auch vor eineinhalb Jahren bei einer Schiedsrichtersitzung auch kundgetan, ist mir wichtig, dass die Kommunikation untereinander verbessert wird. Auch unter dem Spiel, zwischen den Betreuern, unter den Spielern. Dass man hinter gewissen Entscheidungen, die man sowieso treffen muss, steht oder sich entschuldigt, wenn man etwas nicht gesehen hat. Damit ist die Sache gegessen. Oder dass man sich bei Fehlern vor den Fernseher hinstellt und sagt, okay, das war eine Fehlentscheidung, die ich getroffen habe, dazu stehe ich und fertig. Da gibt es noch sehr viel Luft nach oben, das zu verbessern.“


...ist mit Stürmer Robert Beric ein Glückgriff gelungen: „Wir haben uns für Robert entschieden um unser Spiel im Ganzen noch besser zu gestalten. Das hat bisher gut funktioniert. Er hat bis jetzt gute Leistungen gebracht. Für uns ist es ganz wichtig, dass im Fall eines Transfers die Entscheidung immer nur über Rapid gehen wird. Er will einfach gar nicht aufhören zu trainieren. Er geht Carsten (Jancker) ständig auf die Nerven, weil er immer draußen bleiben möchte. Man muss ihn immer wieder bremsen und aufpassen, was die Intensität betrifft, damit er dann frisch und fit ins Spiel geht, aber es zahlt sich dann im Endeffekt aus.“


 ...kritisiert Ralf Rangnicks Aussage über Altach: „Ich möchte dazu sagen, dass es sehr respektlos ist, den Höhenflug der Altacher mit dem sinkenden Niveau der Liga zu assoziieren. Es wäre dem Damir und seinen Altachern nicht gerecht. Das sollte man akzeptieren und respektieren, dass es heuer Altach ist. Letztes Jahr war es Grödig. Sie haben sehr gute Leistungen gebracht und sich sehr gut entwickelt. Und sie haben eine sehr gute Mannschaft, das sollte man respektieren. Und das darf man nie mit dem sinkenden Niveau der Liga assoziieren.“



Damir Canadi:
...lebt den Traum der möglichen Champions-League-Teilnahme mit Altach: „Nach drei gespielten Vierteln der Meisterschaft ist es ja nicht von ungefähr, dass wir da stehen. Wir nehmen die Situation jetzt so an wie sie ist und werden auch alles daran setzen, so zu spielen. Aber wie gesagt, es ist eine lange Saison. Ich denke, Rapid Wien spielt bis jetzt eine überragende Rückrunde. Es wird schwierig werden. Sturm Graz ist auch hier. Wir werden es uns dann vielleicht untereinander ausmachen. Jetzt haben wir das letzte Viertel zu spielen und der SCR Altach hat viele Spiele zu Hause, auch die Spiele gegen Rapid Wien, Salzburg und Austria Wien. Ich denke, das Land Vorarlberg wird alles dafür tun, um uns gut zu unterstützen. Vielleicht können wir am Schluss dort sein, wo wir uns einen Traum erfüllen können.“


...verlangt auch von den Schiedsrichtern Respekt: „Es geht einfach darum, dass wir uns die Wertschätzung und den Respekt einfach geben und jeder respektiert was er tut. Da gehören die Spieler dazu, da gehören wir Trainer dazu, jeder einzelne, der auf dem Platzt steht. Das wünsche ich mir, auf einer höheren Ebene, dass man sich auch so bewegt. Man kommt immer mit den Argumenten, die verdienen ja. Wir sind in Österreich und ich sage heute, ich weiß nicht wie offiziell es ist, was ein Schiedsrichter verdient. Auch die Schiedsrichter verdienen gutes Geld. Wenn man sieht, wie viel sie im Einsatz sind im Monat, dann verdienen sie auch gutes Geld. Das sollt man auch einmal ganz klar ansprechen. Wenn der drei bis fünf Spiele macht, dann ist das richtig gutes Geld. Und ich sage sogar, die verdienen wahrscheinlich mehr als viele meiner Spieler. Und dann kommt das Argument, dass die Fußballer viel Geld verdienen. Das ist relativ, wo man viel Geld verdienen kann und wo nicht. Das will und kann ich nicht mehr hören. Ich muss da einfach einmal ein Veto einlegen. Das wird nie öffentlich diskutiert, aber das ist für mich indiskutabel, sich mit sowas überhaupt noch herumzuschlagen. Das muss ich ganz klar sagen.“


...auf die Frage, ob er als Trainer der Austria zur Verfügung stehen würde: „Nicht alles um jeden Preis. Mir geht es in Altach sehr, sehr gut. Ich habe auch zwei Jahre verlängert, fühle mich sehr wohl. Ich denke, meine Aufgabe dort ist noch nicht zu Ende. Man kann nie wissen was im Fußball alles passiert. Es gibt keine Gespräche in diese Richtung. Und von daher wird man sehen, wo einmal meine Zukunft sein wird.“


 Robert Sedlacek:
...verteidigt den Schiedsrichteraustausch mit der Schweiz: „Der Austausch macht grundsätzlich Sinn, weil es für die Entwicklung der Schiedsrichter sozusagen eine Vorstufe zu internationalen Spielen ist. Natürlich werden Fehler bei diesen Austauschspielen doppelt kritisiert. Einerseits sagen die Vereine dann, lassen wir es bei unseren Schiedsrichtern, vielleicht sind die erfahrener im Umgang mit den eigenen Mannschaften, mit der eigenen Liga. Ich glaube, dass das nicht der Fall ist. Es passieren eben Fehler und diesmal war es eben ein Schweizer Schiedsrichter.“


...über Schiedsrichtergehälter: „Man bekommt rund 1.200 Euro. Da kann man nun sagen, das ist viel, oder auch nicht. Aber wenn man bedenkt, was alles dahinter steckt, ist das sicher nicht zuviel.“


Ralf Rangnick:
...klagt über fallendes Niveau in der österreichischen Bundesliga: „Die (Altach, Anm.) machen es gut. Natürlich mit ihren Mitteln und Möglichkeiten machen sie es sehr gut. Im Prinzip ähnlich, wie das letztes Jahr in Grödig der Fall war. Das zeigt sich ja in der Zehnerliga in Österreich immer wieder, dass dann kleinere Mannschaften, auch wenn sie gerade erst aufgestiegen sind, in der Lage sind tatsächlich da vorne mitzuspielen. Das spricht natürlich für Altach, aber insgesamt auch nicht unbedingt für das Gesamtniveau der Liga. Das muss man einfach auch ganz klar sagen.“