‚Da wird auf Leute, die auf dem Boden liegen, noch einmal draufgetreten'
Rund um die 2:6-Niederlage von Austria Salzburg srpach Fredy Scheucher, Vorstand von Austria Salzburg, im Interview mit Sky Sport Austria über die nächsten Wochen, die Hoffnung, doch noch in der Liga zu bleiben und die Strafe durch den Senat 5.
Fredy Scheucher (Geschäftsführender Vorstand Austria Salzburg):
...über das Insolvenzverfahren des Klubs: „Wir sind natürlich ab jetzt ein Stück weit fremdbestimmt. Wir wollen natürlich versuchen einen vernünftigen Sanierungsplan auf die Beine zu stellen, den haben wir auch abgegeben. So lange noch irgendeine Möglichkeit besteht das weiterzuführen werden wir unser Bestmögliches tun. Wenn wir jetzt absteigen müssen, dann ist das ein geregelter Abstieg zurück in die Regionalliga, dort werden wir versuchen uns wieder dementsprechend zu positionieren und dann nochmal neu anfangen und versuchen wieder zurückzukehren."
...über die Möglichkeit einen Abstieg zu vermeiden: „Natürlich gibt es Lizenzvorgaben, unser Jurist ist der Meinung, dass das Gesetz über gewissen Vorgaben steht. Wir werden natürlich alles versuchen, sofern wir es finanziell schaffen und die Möglichkeit bekommen einen Lizenzantrag zu stellen, dann werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen und dann wird man sehen, was der Senat 5 entscheidet. Wir haben sicher nicht alles richtig gemacht, sonst wären wir nicht in dieser Situation, aber es ist nicht aussichtslos. Es wäre fatal, wenn wir alle den Kopf in den Sand stecken, wir sind recht gut aufgestellt und auch zuversichtlich, dass wir ab Januar die Gehälter der Spieler und das drumherum wieder vernünftig bedienen können. Stand heute sind wir bis zum Ende der Saison auch relativ gut ausfinanziert, falls nicht noch irgendwo ein schlafender Riese steckt wie die 40.000 € Strafe. Dann sollten wir das bis zum Ende der Saison hinkriegen und wir hören erst auf zu kämpfen, wenn es wirklich zu spät ist."
...über die Strafe von 40.000 € und sechs Punkten Abzug durch die Liga: „Wir haben das Gefühl, dass hier auf Leute, die am Boden liegen, noch einmal draufgetreten wird. Wir werden natürlich Einspruch einlegen, das ist selbstverständlich, weil die Strafe in meinen Augen absolut unverhältnismäßig ist. Wir werden unsere Möglichkeiten ausschöpfen und dann schauen wir weiter."
Daniel Segovia (SKN St. Pölten):
...über seine Leistung: „Das ist mein zweiter Hattrick mit dem SKN und ich hoffe, dass noch viele kommen werden."
Manuel Hartl (SKN St. Pölten):
...über das Zusammenspiel mit Sturmpartner Segovia: „Es war nicht perfekt, es gibt immer was zu verbessern, aber es ist natürlich schön, wenn wir als Sturmduo gemeinsam so viele Tore machen. Hauptsache wir machen die Tore und tragen zum Sieg der Mannschaft bei.
Daniel Petrovic (SKN St. Pölten):
...über sein Premierentor: „Ich bin überglücklich, wir sind dann ins Spiel gekommen und haben viel besser gespielt."
Karl Daxbacher (Trainer SKN St Pölten):
...über das Spiel: „Die Tore sind uns zu Beginn in den Schoß gefallen, jede Aktion war fast ein Tor. Ich hätte es mir dann gewünscht, dass wir die zweite Halbzeit etwas souveräner gestalten. Aber wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir 6:2 gewinnen, dann wäre ich hochzufrieden gewesen. Jetzt passt mir die zweite Halbzeit nicht so richtig."
Frenkie Schinkels (Sportdirektor SKN St. Pölten):
...über die Tätigkeit von Spielerberater Werner beim LASK: „Ich respektiere ihn sehr, er ist einer der bekanntesten Spielermanager, die wir in Österreich haben, national und international. Aber ich habe ein Problem mit der jetzigen Situation, das einige Spieler von ihm in meiner Mannschaft sind, insbesondere Manuel Hartl und dessen Berater dann fragt, ob er schon im Winter gehen kann, obwohl sein Vertrag bis Sommer geht. Ich finde es nicht gut, dass der größte Konkurrent von uns der Berater von wichtigen Spielern bei uns ist."
Leonhard Kaufmann (Austria Salzburg):
...über das Spiel: „So eine Halbzeit mit sechs Gegentoren habe ich noch nie erlebt. Wir haben uns viel vorgenommen und dann haben wir das Spiel innerhalb von ein paar Minuten aus der Hand gegeben."
...über die Situation im Verein: „Es ist nicht ganz einfach das auszublenden, es gibt angenehmere Situationen. Als Spieler muss man trotzdem versuchen sich auf das Sportliche zu fokussieren.
Haris Bukva (Austria Salzburg):
...über das Spiel: „Wir haben am Anfang eigentlich ganz gut in die Partie gefunden, aber dann haben wir uns nach dem ersten Gegentor komplett aufgegeben. In meinem Leben habe ich noch nie so eine erste Halbzeit erlebt."
...über die Situation im Verein: „Man denkt schon darüber nach, aber man kann sich als Spieler trotzdem in die Auslage spielen. Eine gute Leistung muss man abliefern, für den Verein. Es geht ja trotzdem weiter und das heute war eine katastrophale Leistung."
Alfred Tatar (Sky Experte):
...über die Bedeutung der Salzburger Insolvenz für die Liga: „Das bedeutet natürlich nichts Gutes. Im Sommer hat man sich gefreut, dass wir eine sehr interessante Saison zu sehen bekommen und jetzt ist das dazwischengekommen. Es müssen wirklich eklatante Fehler passiert sein, dass das durch die Lizenzierung nicht voraussehbar war und das es sich im Laufe der Saison so hochschaukeln konnte."
...über die Strafe für Austria Salzburg: „Das ist ein klassischer Fall davon, dass man einen Toten noch erschlägt. Ich denke, dass wir heute das letzte Spiel von Austria Salzburg in dieser Liga sehen werden. Wenn der Masseverwalter seine Arbeit machen wird, dann wird er feststellen, dass es wahrscheinlich nicht weitergehen wird und das ist sehr bitter."
...über den Elfmeter für St. Pölten: „Das Handspiel war eher nicht strafbar. Der Verteidiger rutscht, die physikalischen Kräfte wirken und diese Handbewegung war nicht unnatürlich."
...über St. Pölten: „Bei St. Pölten sieht man nur euphorisierte Spieler. Wenn sie diese Euphorie in das Frühjahr mitnehmen könnten, dann wären sie unschlagbar. Aber im Frühjahr starten Innsbruck und St. Pölten auf dem selben Niveau und deswegen wird das Titelrennen offen bleiben."