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Ralf Rangnick über Massimo Bruno: 'Er würde am liebsten in der Deutschen Bundesliga spielen'

Im Interview mit Sky Sport News HD spricht Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick über die Verpflichtung von Massimo Bruno.


Ralf Rangnick:
...über die Verpflichtung von Massimo Bruno: "Wir sind zum ersten Mal Anfang Mai mit dem Thema konfrontiert worden bzw. Ende April, als ich an zwei Wochenende in Belgien war, um mir Spiele anzuschauen. Da habe ich den Spieler zum ersten Mal gesehen. Wir haben danach intensiv weiter gescoutet und rasch festgestellt, dass das ein Spieler ist, der zu uns passt. Es wurde in den Gesprächen auch deutlich, dass der Spieler am liebsten in der Deutschen Bundesliga spielen möchte. Er hatte von dort auch einige Interessenten und Angebote. Wir haben es Anfang Juni geschafft, ihn von uns, von Red Bull, zu überzeugen und haben den Spieler dann für uns verpflichten können."


...auf die Frage, ob 'für uns' Leipzig bedeutet: "Für uns heißt zunächst mal [...] wie Sie wissen, bin ich für beide Vereine zuständig, für Red Bull Salzburg und für RB Leipzig. Wenn ich sage 'für uns', dann war mir erst mal wichtig, dass er bei uns spielt. Klar ist dann auch geworden, dass der Spieler perspektivisch in die Deutsche Bundesliga wollte. Es war letztlich dann auch die Bedingung, die der Spieler und der Berater gestellt haben, dass er eben auch direkt nach Leipzig transferiert wird und das haben wir dann auch gemacht."


...auf die Frage, warum der Eindruck entstand, dass dieser Transfer "hinter dem Rücken" passiert ist: "Das ist für uns nicht wichtig. Für mich als Sportdirektor ist es zunächst mal unerheblich, ob er dort oder dort unter Vertrag steht. Für mich ist wichtig, dass wir den Spieler verpflichten konnten. Er wird jetzt auf jeden Fall diese Saison in Salzburg spielen und ob er danach immer noch in Salzburg oder gar in Leipzig spielen wird, hängt auch natürlich ein bisschen von den Entwicklungen ab, die in beiden Vereinen stattfinden. Sollte Leipzig tatsächlich schon diese Saison in die Bundesliga aufsteigen, ist es vorstellbar, dass er nächstes Jahr in Leipzig spielt. Wenn nicht, ist es selbstverständlich auch möglich - und das sieht der Spieler auch so - dass er dann noch ein Jahr in Salzburg bleibt."


...über die "Luxus-Situation", potenziellen Neuverpflichtungen zwei Vereine anbieten zu können: "Momentan ist es noch relativ einfach. Bei Marcel Sabitzer war es ja ähnlich - er wollte unbedingt die Chance nutzen, um in Salzburg - hoffentlich - Champions League, aber auf jeden Fall international zu spielen. Aber auch bei Marcel ist es so, dass er sich natürlich weiterentwickeln will. Das gilt für viele Spieler, die bei uns in Salzburg spielen...die wollen natürlich den Sprung in eine der großen europäischen Ligen machen."


...über die Gespräche mit den Spielern: "Natürlich diskutieren wir mit den Spielern und Beratern die Möglichkeiten. Am Ende respektieren wir natürlich den Wunsch des Spielers. Wir befinden uns in einem heftigen Wettbewerb; nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch mit den anderen Ligen. Die Spieler, über die wir gerade gesprochen haben, waren auch in anderen Ländern sehr begehrt. Da geht es erstmal darum, sie von uns und von unserem Konzept zu überzeugen. Das ist uns in beiden Fällen Gott sei Dank gelungen."


...über Partnervereine: "Ein Beispiel, das sehr ähnlich dem unseren ist, ist Udinese mit Watford und die noch zwei andere Partnervereine in Spanien und Portugal haben. Bei uns gibt es jetzt eben nur diese beiden Vereine. Die großen Vereine wie Chelsea kooperieren sehr eng mit Vitesse Arnheim, die schicken viele ihrer jungen Spieler, die noch nicht so weit sind, nach Holland und lassen sie dort ein oder zwei Jahre spielen. Das ist jetzt nichts Ungewöhnliches, sondern eigentlich schon Normalität. Das wird in Zukunft, gerade bei den Spitzenklubs, die viele Spieler in ihren Akademien ausbilden und die sie gar nicht bei ihnen spielen lassen können, immer weiter in diese Richtung gehen."

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