Canadi und Altach eine "Fügung des Schicksals"

Christoph Längle, Geschäftsführer vom SCR Altach, war zu Gast bei der Sky-Sendung "Dein-Verein" und sprach über die Entlassung von Pastoor und die Verpflichtung von Canadi.

Damir Canadi ist der Einserkandidat

Christoph Längle

Als Wiener musste er den Umweg über Vorarlberg gehen, damit man in Wien erkannt hat, welch guter Trainer er ist

Christoph Längle

Christoph Längle (Geschäftsführer CASHPOINT SCR Altach):
...über die turbulenten letzten Tage: „Es war sicher eine der intensivsten Wochen, auf die ich zurückblicken kann. Es waren die ganzen letzten Wochen und Monate nicht sehr einfach, aber jetzt, als diese Entscheidungen angestanden sind, hat sich das Ganze natürlich nochmals ein Stück weit zugespitzt. Diese Momente gehören dazu, sie sind nicht immer schön, weil es auch mit Abschied verbunden ist, mit einem Trainer, dem wir auch viel zu verdanken haben. (...) Schlussendlich können wir mit einem vorläufigen kleinen Happy End auf die Woche zurückblicken, wissen aber natürlich ganz genau, welche Aufgaben wir noch vor der Brust haben.“

...über die Gründe der Trennung von Alex Pastoor: „Schlussendlich kann man es darauf runter reduzieren: Es sind die Ergebnisse ausgeblieben. Und in unserer Situation brauchten wir Ergebnisse. Die Leistung hat immer wieder mal gepasst, meist aber nicht über die 90 Minuten. Wenn man dann schlussendlich nach 19 Spielen mit 12 Punkten dasteht, dann greifen die Mechanismen oder die Gesetze des Fußballs und die haben in dem Moment auch vor dem SCR Altach nicht halt gemacht.“

...über die Verpflichtung von Damir Canadi: „Schlussendlich war für uns sehr, sehr schnell klar, dass Damir Canadi der Einserkandidat ist. Jetzt kann man im Nachhinein sagen, vielleicht musste es so kommen, wie es gekommen ist. Hätten wir früher reagiert, dann wäre Damir zum damaligen Zeitpunkt nicht auf dem Markt gewesen. Und ja, wahrscheinlich war es eine Fügung des Schicksals. Ich bin jetzt nicht der große Mystiker oder Esoteriker oder möchte da irgendwelche Dinge strapazieren, aber schlussendlich war es dann einfach so, dass er in Griechenland auch vor kurzer Zeit beurlaubt wurde und dann war für uns sehr schnell klar, dass das der passende Trainer für uns in dieser Situation ist. Und da hat es auch keine Nebenschauplätze mit anderen Kandidaten gegeben, sondern wir haben uns auf Damir fokussiert.“

...über den damaligen Abgang von Damir Canadi zu Rapid: „Ich sage auch: Zum damaligen Zeitpunkt hat er das bessere Team verlassen und ist zu Rapid Wien gewechselt. Natürlich zu dem weitaus größeren Klub – das ist mir schon bewusst –, aber die Mannschaft, die er damals geformt hat, die war ja nicht umsonst auf dem zweiten Platz. (...) Es war damals ein Abschied unter der Saison, es hat auch weh getan. Aber klar, es hat im Vorfeld diese vertraglichen Szenarien gegeben und ich hatte natürlich auch, wie der ganze Klub, Verständnis. Als Wiener musste er den Umweg über Vorarlberg gehen, damit man in Wien erkannt hat, welch guter Trainer er ist. (...) Dass wir jetzt viereinhalb Jahre später wieder hier sitzen, hätte wahrscheinlich damals niemand gedacht, aber das ist halt der Fußball.“

...über seine Freundschaft zu Frankfurt-Trainer Adi Hütter, mit dem er gemeinsam in der Schulklasse war: „Es ist jetzt nicht so, dass wir jetzt wöchentlich miteinander telefonieren, aber die Freundschaft hält schon sehr, sehr lange. Ich sage immer: Er ist mit mir in die Schule gegangen, ich durfte mit ihm Fußball spielen (lacht). (...) Wir tauschen uns immer wieder zu diversen Themen aus und der Kontakt – und das ist schön – ist über all die 40, 45 Jahre nie abgerissen.“

 

90minuten.at-Exklusiv