Thomas Silberberger: "Das ist einfach zu billig, zu naiv und ganz ehrlich zu deppert"

SV Guntamatic Ried gewinnt gegen WSG Swarovski Tirol mit 3:2. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

Ich denke, aufgrund der Chancenanzahl und der schon über einige Strecken des Spiels gezeigten Dominanz der Mannschaft ein verdienter Sieg

Gerald Baumgartner

Da hat man schon gesehen, dass wir jugendlich auf dem Weg sind und dass man dann unter Druck oft falsche Entscheidungen trifft

Thomas Silberberger

SV Guntamatic Ried – WSG Swarovski Tirol 3:2 (1:2)

Schiedsrichter: Christian-Petru Ciochirca

Gerald Baumgartner (Trainer SV Guntamatic Ried):
…über das Spiel: „Für mich waren drei Dinge heute entscheidend, die für so große Euphorie gesorgt haben. Das Erste war, dass wir das Spiel gewinnen. Das Zweite war, dass wieder Fans im Stadion waren und die uns auch beim Rückstand nach vorne gepeitscht haben. Es war ein tolles Gefühl wieder mal für alle. Und das Dritte ist der Auftritt unserer Mannschaft. Weil ich denke doch, obwohl das Ergebnis knapp war, dass es ein verdienter Sieg unserer Mannschaft war.“

...über die Leistung seiner Mannschaft: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sehr laufstark ist, das wollten wir von Anfang an reinbringen. Die Defensive hat gut gearbeitet, hat gut organisiert gewirkt. (...) In der ein oder anderen Phase hatten wir auch das Glück des Tüchtigen. Aber wir hatten sehr viele Chancen, die wir nutzen hätten können und hätten müssen – auch zwei Stangenschüsse. Ich denke, aufgrund der Chancenanzahl und der schon über einige Strecken des Spiels gezeigten Dominanz der Mannschaft ein verdienter Sieg.“

...über das Siegestor und dass dieses aus einer Abseitsposition entstand: „Ich glaube, es gibt immer wieder strittige Entscheidungen. Wir sind froh, wir nehmen den Sieg. Wir haben es verdient. Es war von unserer Mannschaft ein sehr guter Auftritt. Wir sind auch ein paar Mal im Konter abgepfiffen worden. Wir nehmen das gerne hin und über eine Saison wird es sich wieder ausgleichen.“

Marco Grüll (SV Guntamatic Ried):
…über das Spiel und was bei ihm davon hängen bleiben wird: „Auf alle Fälle die drei Punkte. Wir sind gut reingestartet, das haben wir uns vorgenommen und das haben wir dann eigentlich relativ gut gemacht.“

...über den entscheidenden Treffer und die Tatsache, dass dieser aus einer Abseitsposition entstand: „Ich sage, das wird in der Saison noch öfters passieren, dass solche Entscheidungen getroffen werden und dieses Mal ist es halt gut für uns ausgegangen – ist halt so.“

Thomas Silberberger (Trainer WSG Swarovski Tirol):
...auf die Frage, was der Endstand mit seinem Gemütszustand macht: „Schau mich an, schau mir ins Gesicht. Scheiße, weil wir selber Schuld sind, dass wir da als Verlierer vom Platz gehen. So ehrlich muss man sein. In der Box sind wir abenteuerlich, defensiv zwei Elfmeter – blöder geht es gar nicht mehr. Und das dritte Tor passiert. Ich habe heute viele Phasen gesehen. Fakt ist, dass wir den Deckel draufmachen müssen zwischen 60. und 65., da laufen wir dreimal allein auf den Torhüter und treffen dreimal die falsche Entscheidung. Und dann kippt so ein Spiel. (...) Wir müssen einfach cleverer verteidigen. Die Situationen, die wir Ried zugelassen haben, das ist einfach zu billig, zu naiv und ganz ehrlich zu deppert. So ehrlich müssen wir schon sein. Wir müssen einfach cleverer agieren. (...) Phasenweise war der Auftritt ganz okay und dann haben wir brutales Lehrgeld bezahlt.“

...über den Rückzug seiner Mannschaft in Hälfte zwei: „Das war nicht geplant. Das hat sich natürlich so ergeben, weil Ried mehr Druck gemacht hat. Und da hat man schon gesehen, dass wir jugendlich auf dem Weg sind und dass man dann unter Druck oft falsche Entscheidungen trifft und nicht mehr so kombiniert haben wie erste Halbzeit. Und Ried ist massiv stärker geworden. Aber wir haben uns die Tore selber gemacht.“

...über das Abseitstor: „Das muss man jetzt eh so nehmen. Solange wir keinen Videobeweis haben, ist die Diskussion komplett überflüssig und müßig. Aber den haben wir ja zurückgeschraubt wegen COVID, vielleicht nächstes Jahr. Aber im Endeffekt sind wir selber schuld. Das ganze Stadion hat gesehen, dass der Ball auf den zweiten Pfosten geht und wir haben die zwei kleinsten Spieler dort am zweiten Pfosten. Und das ist dann schon abenteuerlich. Und deswegen haben wir das Tor gekriegt, unabhängig der Nachspielzeit, die schon vorüber war. Aber im Endeffekt hat sich dieses Tor das Publikum verdient, weil es Ried nach vorne gepeitscht hat.“

Zlatko Dedic (WSG Swarovski Tirol):
…über das Spiel: „Es ist natürlich schwer nach so einem Spiel gute Gedanken zu haben, aber trotzdem müssen wir auf das Positive schauen. Wir waren sehr gut im Spiel drinnen, hatten große Möglichkeiten um das 3:1 zu machen, das haben wir aber leider nicht gemacht. Und dann ist es natürlich ein bitterer Elfmeter gegen uns und ein Lucky Punch für Ried in der letzten Minute, das tut natürlich weh. Aber nichtsdestotrotz müssen wir das analysieren, abhaken und uns schon vorbereiten auf die nächste Woche.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
...darüber, ob der Ried-Sieg verdient war: „Ich denke, dass Wattens mehr als auf Augenhöhe gespielt hat und bei ein wenig mehr Konzentration im Abschluss – speziell auch bei Dedic, der diese Tore normal im Schlaf macht – hätte man heute ganz klar verloren. Der Spielverlauf war für Ried begünstigt.“