Jesse Marsch: "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“
Salzburg schlägt im UEFA Champions League Play-off Rückspiel Maccabi Tel Aviv mit 3:1 und feiert damit den Aufstieg in die Gruppenphase der Königsklasse. Die Stimmen zum Entscheidungsspiel bei Sky Sport Austria. (Text: Sky)
Fluch oder so gibt es nicht. Du schaust von Spiel zu Spiel.
Es ist nicht so einfach in Worte zu beschreiben. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden.
FC Salzburg – Maccabi Tel Aviv 3:1 (2:1)
Schiedsrichter: Felix Brych (GER)
Jesse Marsch (Trainer FC Salzburg):
...über die geschaffte Qualifikation: „Ich glaube, dass der Verein reifer ist. Wir haben viel aus der Vergangenheit gelernt. Und vielleicht ist meine Perspektive ein bisschen frischer und wir haben auch viele junge Spieler, die diese schlechte Erfahrung nicht erlebt haben. Am Ende ist es ein bisschen Druck und Stress, besonders wenn es 1:1 ist. Aber wir waren stark. Ich glaube, in beiden Spielen haben wir gut gespielt und unsere Qualität gezeigt. Das einzige Ding ist, ohne Fans ist es auch ganz anders. Wenn wir hier sind und mit unseren Fans jubeln, dann ist es viel, viel besser. Ich freue mich für die Jungs wie Christoph Freund, Stephan Reiter, Andi Ulmer, Andre Ramalho und Alex Walke. Die haben so viele Jahre nicht die letzte Qualirunde geschafft. Aber diese Gruppe ist anders. Das Gefühl vor dieser Qualirunde war total gut und ich glaube auch ganz anders. (...) Wir haben morgen ein spätes Training, wir müssen heute Abend jubeln und diesen Moment genießen. Und dann lass uns unsere Gruppe morgen sehen. Und dann können wir überlegen, was ist der nächste Schritt. (...) Ich denke, ich habe vor zwei Monaten gesagt: Dieser Verein muss immer ein Champions-League-Verein sein. Das ist mein Ziel, das muss unser Ziel sein und wir haben das geschafft.“
...über die erreichten Ziele: „Nach der Corona-Zeit hatten wir drei Ziele: Den Cup zu gewinnen, dann die Liga und wir haben immer gesagt, für die nächsten Monate ist auch die Champions League ein großes Ziel von uns. Wir haben ein großes Bild in unserer Kabine und wir alle haben die zwei, die wir schon geschafft haben, unterschrieben. Und jetzt haben wir das letzte. Vielleicht muss ich jetzt mehr Ziele stecken (lacht).“
Zlatko Junuzovic (FC Salzburg):
...über das Spiel: „Ich glaube, in solchen Entscheidungsspielen ist es immer schwer. Natürlich ist der Druck auch da, du willst unbedingt in die Champions League kommen. Dass der Gegner trotz der Ausfälle Qualität hat, hat man auch gesehen. Sie haben nicht viel fürs Spiel gemacht, aber sie waren diszipliniert, sind gut gestanden, haben uns das Leben schwer gemacht, die Räume eng gemacht. Dann ist es immer schwierig, dass du Chancen kreierst. Da musst du geduldig bleiben. Wir haben zwar die Tore gemacht, sind dann aber auch wieder ein bisschen in Hektik verfallen. Ich glaube, heute war es dann auch sehr verdient, dass wir weiter sind.“
...über einen möglichen Quali-Fluch: „Diese Mannschaft betrifft das ja nicht. Fluch oder so gibt es nicht. Du schaust von Spiel zu Spiel, jedes Spiel ist ein Druckspiel und solche Spiele sind speziell. Weil die Mannschaften sind nicht schlecht, egal wo sie herkommen. (...) Wir hätten es natürlich hie und da mal souveräner spielen können, das ist klar und das ist uns auch bewusst. Aber das wird mit dem Rhythmus besser und besser kommen bei uns. Da bin ich mir ganz sicher. Wir sind jetzt mal froh, dass wir jetzt mal in der Champions League sind, dass wir die Auslosung zusammen genießen können. Die werden wir wahrscheinlich auch zusammen schauen.“
...darüber, welche Rolle man in der Champions League spielen könne: „Wir können immer eine gute Rolle spielen. Aber wir müssen genau so auftreten wie wir letztes Jahr aufgetreten sind: Mutig, aggressiv, mit einer Dynamik, auch mit einer Lockerheit. Wir müssen das auch genießen, Spaß dran haben. Natürlich ist jedes Spiel schwierig, intensiv und du musst viel aufwenden. Du musst den Tank leeren von Spiel zu Spiel, aber das macht auch Spaß. Und wenn du richtig kaputt bist nach dem Spiel, dann zahlt es sich auch aus.“
...auf die Frage, ob nun kein Spieler mehr den Verein verlassen werde: „Von dem gehe ich jetzt auch aus. Die Signale schauen auch so aus, dass jeder bleibt. Ich glaube, dass auch jeder Spaß hat. Wir sind eine richtig coole, junge Truppe, wir haben in der Kabine Spaß, wir haben bei jedem Training Spaß und vor allem haben wir ein richtiges Sieger-Gen in dieser Mannschaft. Es hat jetzt keiner einen Grund zu gehen.“
Patson Daka (FC Salzburg):
...über seine Gefühle und Emotionen: „Es ist nicht so einfach in Worte zu beschreiben. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Wir haben sehr hart für diesen Moment gearbeitet, haben lange gewartet und jetzt ist eben der Traum Wirklichkeit geworden. Es ist wichtig für den österreichischen Fußball, es ist gut für den österreichischen Fußball. Es ist ein toller Abend und ich bin froh, dass wir wieder in der Champions League spielen.“
...auf die Frage, warum es so schwer gewesen sei: „Maccabi ist gekommen mit allem, was sie haben. Aber am Ende des Tages bin ich froh, dass wir die Taktik der Trainer umgesetzt haben und dass wir es eben geschafft haben uns durchzusetzen.“
...auf die Frage, wer Erling Haaland war: „Er war ein toller Bursche, er war ein hervorragender Mitspieler. Aber ich bin froh, dass ich jetzt die Verantwortung für das Team übernommen habe.“
...auf die Frage, ob er fix in Salzburg bleibe: „Ich bleibe im Herbst mit Sicherheit in Salzburg.“
Alexander Walke (FC Salzburg) in der Halbzeitpause:
...über den Gegentreffer zum 1:1 und die Rolle von Goalie Cican Stankovic dabei: „Es ist von der Seite schwer zu sehen. Ich weiß nicht, ob der Ball flattert. Normalerweise fangen oder zur Seite weg – das wäre natürlich das Optimum. Und so haut er ihm den wieder genau vor die Füße und dann trifft er ihn natürlich aber auch noch perfekt. Ein bisschen unglücklich.“
...über den Qualifikationsfluch und ob dieser in der Mannschaft ein Thema gewesen sei: „Die Mannschaft hat sich in den letzten Jahren so dermaßen vom Personellen her verändert. Fluch ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Klar haben wir es noch nie geschafft über die Qualifikation, aber wenn wir jetzt eine vernünftige Partie in den zweiten 45 Minuten machen, dann denke ich, hat sich das Thema endlich erledigt.“
...über seine Rolle im Team: „Sportlich ist es so, dass ich alles versuche, um wieder zurückzukommen – sonst wäre ich ja kein Fußballer. Ich bin aber auch Realist und weiß auch, dass ich schon eher zu den älteren Leuten gehöre. Ich versuche den Jungs im Training zu helfen und versuche selbst Gas zu geben und ab und zu mit den Jungs zu sprechen. Ich denke, das ist meine Aufgabe und da versuche ich mich gerade ein bisschen reinzuarbeiten.“