Warum Christian Ilzer auf extreme Rotation setzt
spusu SKN St. Pölten trennt sich von FK Austria Wien mit 1:1. Alle Stimmen zur Partie bei Sky und Sky X.
Wir hatten eine sehr, sehr kurze Vorbereitung mit einem halben Testspiel. Von dem her haben wir uns einfach für eine Herangehensweise an diesen Block entschieden.
Ich würde sagen, wir haben einen Aufwärtstrend. Weil die Ergebnisse passen und auch das Spielsystem passt sehr gut.
spusu SKN St. Pölten – FK Austria Wien 1:1 (0:1)
Schiedsrichter: Christian-Petru Ciochirca
Christian Ilzer (Trainer FK Austria Wien):
…über das Spiel: „Ich habe nach dem 1:1 schon das Gefühl gehabt, dass wir noch zusetzen können und dass wir nach dem 1:1 schon noch im Ansatz Möglichkeiten hatten auf das 2:1, die wir nicht gut fertiggespielt haben. Es gab auch eine Strafraumsituation an Monschein, wo er gestoßen wurde, und ein klares Foul an Dominik Fitz. In der Schlussphase habe ich schon noch gespürt, dass wir noch zusetzen können. Ein großes Problem habe ich mit der ersten Halbzeit gehabt. Wir sind gut gestartet, hatten ein frühes Führungstor, dann die Chance aufs 2:0. Aber dann haben wir komplett den Faden und Zugriff verloren, haben viel zu viele Fehlpässe gespielt und es St. Pölten insgesamt zu leicht gemacht. Unterm Strich war es für mich dann ein gerechtes Unentschieden.“
...auf die Frage, ob er nochmal so viel rotieren würde: „Wir haben uns schon intensive Gedanken gemacht über diesen intensiven Spielplan. Wir kennen unsere Mannschaft, wir kennen jeden Spieler im Detail. Wenn ein Radfahrer die ,Alpe d’Huez‘ hoch muss, dann ist es nicht gut, wenn er in den ersten drei Kehren schon das ganze Pulver verschießt. Wir wollen dann schon hinten rauf, also wenn es dann in den Zielsprint geht, genügend Substanz haben.“
...vor dem Spiel über die sieben Umstellungen in seiner Aufstellung: „Es gibt eine spezielle Phase jetzt mit extrem vielen Spielen in kurzer Folge. Wir hatten eine sehr, sehr kurze Vorbereitung mit einem halben Testspiel. Von dem her haben wir uns einfach für eine Herangehensweise an diesen Block entschieden mit dem Hintergrund, wir wollen erfolgreich durch den Block gehen, wir wollen aber genauso auch die Fitness und die Gesundheit unserer Spieler schützen. Und deswegen haben wir uns für so einen Weg entschieden.“
...vor dem Spiel auf die Frage, ob Robert Ibertsberger ihm in letzter Zeit mal leid getan habe: „Ich weiß, dass das medial gerne heraufbeschworen wird. Wir kennen uns schon sehr, sehr lange, haben zusammen die Elite-Junioren-Lizenz gemacht, waren dann auch im ÖFB-Nachwuchsnational-Trainerteam zusammen. Ich schätze ihn als Mensch sowie auch von seinen fußballerischen Fachkompetenzen her. Das ich immer sein Nachfolger war, ist ein Zufall, für den ich nichts kann und er auch nicht. Er hatte hier einen super Start und ich wünsche ihm alles Gute.“
Ralf Muhr (Sportdirektor FK Austria Wien):
…über das Spiel: „In der ersten Halbzeit haben wir nach einem guten Beginn nach 15, 20 Minuten das Heft komplett aus der Hand gegeben, da war St. Pölten spielerisch stärker. Und das ist natürlich schon für uns zu wenig, wenn wir diese Qualität nicht auf den Patz bringen.“
...über die mentalen Aspekte: „Kopfsache ist es ja immer. Im Fußball oder im Sport im Allgemeinen ist die mentale Geschichte mit das Wichtigste. Ich finde es einfach ärgerlich, dass man nach einem guten Beginn und dem Führungstreffer das Heft aus der Hand gegeben hat. (...) In der zweiten Halbzeit, wo es dann eine ausgeglichene Partie war, haben wir aus dem Nichts den Ausgleich hinnehmen müssen. 100 Prozent leistungsgerecht über die 90 Minuten, aber in Summe schon sehr enttäuschend für uns.“
…darüber, was es für die Austria brauchen würde: „Das Wichtigste für die Mannschaft wäre mal mehr Selbstverständnis zu bekommen, damit man nicht nach einem Sieg wieder einen Rückschritt macht, sondern einen zweiten Sieg folgen lässt. Das wäre heute drinnen gewesen. (...) Dass die Qualifikationsgruppe für uns, aber auch für alle anderen Mannschaften, kein Honigschlecken werden wird, hat man gewusst.“
...auf die Frage, ob er sich schon mal gefragt habe, wie die Austria nun unter Trainer Ibertsberger spielen würde: „Die Gedanken habe ich mir wirklich nicht gemacht. Ich freue mich für Robert, dass er bei einem tollen Verein den Trainerjob bekommen hat.“
(Artikel wird unterhal fortgesetzt)
Robert Ibertsberger (Trainer spusu SKN St. Pölten):
…über das Spiel: „Es war ein gutes Fußballspiel von unserer Seite. Speziell erste Halbzeit waren wir richtig griffig und richtig gut im Spiel. Ärgern tut mich das Gegentor, weil das war sehr sinnlos. Erstens wie es zu diesem Freistoß gekommen ist – das müssen wir einfach viel besser verteidigen und können wir auch viel besser verteidigen. Das war einfach eine Unachtsamkeit. Und dann war es ein Kommunikationsproblem. Der Schiedsrichter hat den Ball nicht gesperrt, hat aber die Spieler weggeschickt. Wir haben, keine Ahnung wie oft, nachgefragt: Ist er gesperrt oder nicht. Der Schiedsrichter hat unsere Spieler weggeschickt. (...) Fakt ist, der Freistoß darf so nicht passieren, weil wir einfach die Situation viel besser klären können. (...) Spielerisch war es auf jeden Fall wieder ein sehr mutiger Auftritt und das verlange ich auch von den Spielern.“
...über seinen Start als St.-Pölten-Trainer: „Wenn mir am Anfang wer gesagt hätte, wir machen vier Punkte in den erste zwei Spielen, dann hätte ich gesagt: Sofort! Ich bin auch heute sehr, sehr zufrieden.“
...über die Ziele: „Die Ziele sind ganz klar, dass wir mal die Liga halten und wenn es möglich ist, einfach mehr nach vorne schauen.“
...vor dem Spiel auf die Frage, ob das Spiel gegen seinen Ex-Klub Austria ein besonderes für ihn sei: „Für mich ist es schon ein großer Unterschied, ob ich jetzt ein Jahr bei einem Verein bin oder länger. Es wäre schön, wenn wir in der Liga bleiben und wir nächstes Jahr gegen Ried spielen. Dann wäre das für mich schon etwas Besonderes – weil ich war sieben Jahre in Ried. Und da mache ich schon dementsprechend diesen Unterschied. Es war auch eine schöne Zeit bei der Austria, aber es war halt nur ein Jahr. Ich habe auch da meine Kontakte geknüpft und Freundschaften gefunden, aber ich sehe das relativ nüchtern und professionell.“
Christoph Riegler (spusu SKN St. Pölten):
…über den Gegentreffer zum 0:1 und ob die Mauer zu klein gewesen sei: „Das würde ich eigentlich nicht so sagen. Es war – das muss ich ganz ehrlich sagen – eine komische Situation. Ich habe den Schiedsrichter zweimal gefragt, ob der Ball gesperrt ist, er hat mir keine Antwort gegeben. Somit war es für mich nicht ganz klar, was jetzt Sache ist. Er hat mich dann erwischt, wie ich einen Schritt zu viel nach rechts gehe und dann bin ich nicht mehr dort hingekommen, wo der Ball einschlägt. Es war eine Teilschuld von mir. Aber wir haben im Grunde genommen gut gespielt und einen Punkt haben wir uns verdient – und vielleicht auch mehr.“
...über den Trend der St. Pöltener: „Ich würde sagen, wir haben einen Aufwärtstrend. Weil die Ergebnisse passen und auch das Spielsystem passt sehr gut. Man sieht, dass wir gut drinnen sind und einen guten Fußball spielen. Wir haben uns die vier Punkte redlich verdient.“
Kofi Schulz (spusu SKN St. Pölten) in einem Videobeitrag vor dem Spiel:
...über seinen Torjubel am Dienstag: „Diese Tragödie in den USA hat uns natürlich auch mitgenommen. Dann war es mal Zeit, dass wir ein Statement setzen. Ich hoffe, es ist angekommen. Aber das ist halt noch nicht das Ende. Für uns ist es wichtig, dass man einfach merkt, dass es uns auch zu Herzen geht. Also es ist nicht so, dass wir das einfach runterspülen können. Wir sind Menschen, wir sind nicht nur Profis. Ich glaube, das ist brutal wichtig, dass man das auch kommuniziert.“
...über Erlebnisse mit Rassismus: „Puh, wo soll ich anfangen? Im Fußball alleine, wenn man die Affenlaute hört – das geht einem schon zu Herzen. Von klein auf ,Wer hat Angst vorm schwarzen Mann‘ – solche Sprüche muss man sich anhören. Es sind viele, viele negative Sachen, die am Ende einen auch prägen für die Zukunft. Das ist nicht so, dass man das irgendwie vergisst oder am Ende sagt, das waren ein paar Idioten. Das geht schon richtig unter die Haut.“
Cory Burke (spusu SKN St. Pölten) in einem Videobeitrag vor dem Spiel:
...über die Zeit vor seinem Wechsel zu St. Pölten: „Ich hatte ein Problem mit meiner Arbeitsgenehmigung für die USA, also bin ich nach Jamaika zurückgekehrt. Aber ich muss ehrlich sagen, die Liga dort ist ziemlich schlecht. Ich wollte so schnell wie möglich wieder auf höherem Niveau spielen und weil sich das mit der Greencard hingezogen hat, habe ich mich umgesehen. Es gab ein paar Angebote und letztlich hat mich Philadelphia nach St. Pölten verliehen.“