Fredy Bickels Fehler, "den ich mir nicht verzeihe"
Der Free-to-Air Montag auf Sky: Zu Gast bei „Talk & Tore“ war am Montag unter anderem Rapid- Geschäftsführer Sport Fredy Bickel (SK Rapid). Die wichtigsten Aussagen haben wir zusammengefasst.
Fredy Bickel (Geschäftsführer Sport SK Rapid):
…über den intensiven Frühjahrsauftakt: „Das hat uns gestern sehr gut getan (der 2:0-Sieg über Salzburg), es hat aber keinen Wert, wenn wir es in einer Woche nicht bestätigen. Wir haben es immer noch nicht in der eigenen Hand. Es war nicht unverdient, ich bin auch sicher, dass wir nicht verloren hätten, wenn die rote Karte nicht gekommen wäre. Schon während der ganzen Woche hat man Einstellung und Wille gespürt, das war erfreulich und zeigt, dass der Weg stimmt. Gegen Inter war zu viel Respekt da in den beiden Spielen. Die Auftritte waren okay, der Mut hat gefehlt.“
…über seine mögliche Vertragsverlängerung: „Es ist eh bekannt, grundsätzlich ist alles mündlich vereinbart, aber noch nichts unterschrieben. Es ist eine Frage der Zeit und es macht weder Rapid noch mich nervös. In so schwierigen Zeiten kommt es mir nicht in den Sinn für Spekulationen zu sorgen – ich konzentriere mich auf Rapid.“
…über das Amt Rapid-Präsident: „Man kann sich Michael Krammer als Vorbild nehmen. Es ist eine ganz schwierige Aufgabe, ich erlebe es mit. Ich will mich nicht mit der Nachfolge befassen müssen, das sollen andere machen. Zu Mannschaft und Trainerteam darf das nicht gehen, bei mir ist Stopp.“
…über die Verteilung der TV-Gelder: „Ich glaube, es ist sich niemand bewusst, was das für ein schlechtes Bild nach außen gibt. Wenn das sogar bis in die Schweiz rübergeht. Wichtig wäre es das Ganze in Ruhe im Hintergrund auszudiskutieren. Was ganz sicher auch nicht geht, dass du mitten in der Saison so kurzfristig was änderst, da muss man überlegen, wie seriös das überhaupt ist. Die Klubs müssen am 1. März die Lizenzunterlagen abgeben und du weißt überhaupt nicht was dann ist. Man muss ganz klar die Saison abwarten, bis die Zahlen am Tisch liegen, sich dann zusammensetzen und in Ruhe schauen, um Kompromisse zu finden. Aber jetzt das Ganze in ein Chaos zu stürzen und unserem Fußball nur Schaden zuzufügen … da darf die Eitelkeit nicht so einen großen Platz einnehmen.“
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…über die mögliche Eigenvermarktung des SK Rapid: „Es ist doch logisch, wenn dir irgendwo vielleicht an einem Tag eine siebenstellige Zahl weggenommen wird, dass du sehen musst, wie du sonst noch den Laden im Ruder behalten kannst. Die Eigenvermarktung ist gar nicht so weit hergeholt, in Spanien – Barcelona und Real – haben sich bis vor kurzer Zeit selbst vermarktet. Man hat sich dann einigen können.“
...über Fehler in der Transferzeit: „Ein Fehler, den ich mir nur schwer verzeihe, ich habe mich ein wenig verleiten lassen und wurde auch überrascht. Ich muss ein bisschen ausholen. Es war die Pressekonferenz über den Wirtschaftsteil von Rapid, es wurde über Finanzen gesprochen und dann kam die Frage nach dem gewissen Transferbudget auf. Danach kamen die Journalisten mit Fragen zu mir und ich stehe da und habe gesagt, dass wir einen Stürmer holen. Das dürfte mir nicht passieren. Da hat es angefangen, weil ich es gleich öffentlich gemacht habe. Als Didi (Kühbauer) gekommen ist haben wir den Kader gemeinsam analysiert und überlegt, was wir machen wollen. Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir sehr gut vorbereitet sind, im Herbst hatten wir unsere Liste. Haben die Spieler verfolgt und beobachtet und es hat keiner was gewusst oder darüber geschrieben. Bis zu dieser Geschichte. Wenn Namen rauskommen, schließe ich nicht aus, dass es von uns gar nicht so weit kommen kann, es ist aber v. a. schon eine Beratergeschichte. Sie möchten dir gerne einen Spieler hineindrücken, weil sie gerne einen Spieler bei Rapid hätten. Es ist natürlich auch so, dass es in diesem Winter zum Teil auch Spieler waren, die nicht klar einem Berater zuzuordnen waren. Bei Badji kann ich es jetzt ja sagen: Er hatte zuerst lange Zeit keinen Berater und dann kamen vier, fünf Berater, die sich dann auch noch gegeneinander ausspielen. Ich versuche immer, wenn möglich, Leute nicht anzulügen, ich weiß schon, man muss nicht immer gleich alles sagen, aber ich kann niemandem ins Gesicht lügen.“
…über Mocinic, Alar und Kalajdzic: „Sasa Kalajdzic (Admira) ist seit 12 Monaten ein Thema bei uns, seine Verletzung hat dann alles rausgezögert. Didi hält sehr viel von ihm, er ist noch interessant für uns, das hängt aber in den kommenden Monaten von vielen Faktoren ab. Für Deni (Alar) ist es nicht einfach, ein Wunschspieler des ehemaligen Trainers. Wir haben damals schon zwei, drei Monate vorher überlegt und als sich Pavlovic im Trainingslager verletzt hat, dann war klar, dass wir ihn verpflichten. Der jetzige Trainer sieht den Spielertyp für diese Position ein wenig anders. Deni gibt nicht auf und das sieht man in den Trainings und in der Vorbereitung. Wir versuchen ihm zu helfen, dass er auch uns wieder helfen kann, wir brauchen ihn. Die Mannschaft und wir sehen Ivan (Mocinic) jeden Tag leiden. Er investiert so viel, dass er zurückkommen kann und hat dann immer wieder Rückschläge. Er tut uns allen Leid und es wäre wichtig, dass er eine Luftveränderung bekommt und wo zum Spielen kommt. Zuletzt haben sich wieder zwei, drei Dinge aufgrund einer Verletzung. zerschlagen. Eine leidige Geschichte, die mir auch sehr weh tut.“