Peter Bosz: "Es ist schwer, weil man im Körper nur Enttäuschung fühlt"
In einem unglaublichen Revier-Derby trennen sich der BVB und Schalke nach einer 4:0-Führung mit 4:4. Alle Stimmen zum Spiel von Sky.
Peter Bosz (Trainer Borussia Dortmund) ...
... zum Spiel: „Es ist schwer, weil man im Körper nur Enttäuschung fühlt. Das darf nicht passieren, wenn man in der ersten Halbzeit so gut, kräftig und überzeugend spielt. In der zweiten Halbzeit hätten wir vielleicht mit Auba das fünfte Tor machen müssen. Das darf nie passieren, dass man am Ende 4:4 spielt. Auch nicht, wenn wir eine Rote Karte bekommen. Wir haben keinen Fußball mehr gespielt und die Räume nach vorne nicht genutzt.“
... zur Gelb-Roten Karte von Pierre-Emerick Aubameyang: „Das darf nicht passieren. Er wollte helfen, aber das war zu aggressiv. Vor allen Dingen weil er schon die Gelbe Karte hatte. Aber in der ersten Halbzeit musste Kehrer auch die Gelb-Rote Karte bekommen.“
Nuri Sahin (Borussia Dortmund): „Fakt ist, dass wir hinter dem Trainer stehen. Klar ist, dass jetzt Diskussionen aufkommen und alles kritisiert wird. Dass die Fans und die Südtribüne heute gepfiffen haben, das ist absolut verständlich. Gewinnen wir aber das Spiel, dann wird nur über die taktische Genieleistung unseres Trainers geredet. In der ersten Halbzeit haben wir Schalke taktisch komplett zerlegt.“
Roman Weidenfeller (Torwart Borussia Dortmund): „Wir haben komplett den Faden verloren und nicht ansatzweise mehr wie in der ersten Halbzeit gespielt. Da sollte sich jeder einzelne Spieler hinterfragen, ob wir dann noch alles in die Partie reingelegt haben. Wir kamen nicht mehr in die Zweikämpfe rein, wir haben keine Kopfballduelle mehr angenommen und haben keinen Fußball mehr gespielt. Dementsprechend muss man sagen, dass Schalke zu Recht noch den Punkt geholt hat.“
Domenico Tedesco (Trainer FC Schalke 04) ...
... zum Derby: „Es war eine ganz schwierige Anfangsphase, in der die Dortmunder uns überrannt haben. Da war jeder Schuss ein Treffer, das ist nicht einfach wegzustecken. Nach 20 Minuten hatten wir dann mit dem Rücken zur Wand stehend schon einigen Bedarf an Änderungen. Wir wollten dann die zweite Halbzeit gewinnen, das war das Ziel. Realistisch wäre nicht gewesen, dass wir noch 4:4 spielen. Nach dem 4:3 haben wir dann alle dran geglaubt. Schalke hat heute bewiesen, dass Schalke Charakter hat. Die Spieler haben bewiesen, dass Sie Mentalität haben und Spektakel bieten können. Das war ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung. Deswegen sind wir glücklich.“
... zur Frage, wie man jetzt feiern werde: „Die Jungs haben gefragt, ob morgen frei sein kann. Das müssen wir uns noch überlegen. Aber eigentlich wäre das schon ein Grund, dass wir morgen frei machen und übermorgen trainieren. Ja, morgen ist frei.“
Leon Goretzka (FC Schalke 04): „So ein Derby lebt von den Emotionen. Die Emotionen sind extrem in so einem Spiel. Wir haben heute gewonnen, äh wir haben heute Unentschieden gespielt und eine wahnsinnige Aufholjagd gezeigt. Aber gefühlt sind wir ja Gewinner, das ist schon richtig.“
Ralf Fährmann (Torwart FC Schalke 04) zu seinem verbalen Ausraster nach Spielende vor der Südtribüne: „Das war nicht nötig, dafür möchte ich mich entschuldigen. Da habe ich mich ein Stück weit von meinen Emotionen leiten lassen. In den 90 Minuten bekommt man auch Sachen verbal oder nicht verbal an den Kopf geworfen. Aber trotzdem darf ich mich dann nicht so verhalten. Deswegen möchte ich mich da offiziell entschuldigen. Aber ich war einfach bei so einem Spiel von meinen Emotionen geleitet.“