Josef Hickersberger: "Andreas Herzog für mich der geeignetste Kandidat"

Zu Gast bei „Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte" waren am Sonntag St. Pölten-Sportdirektor Frenkie Schinkels, Ex-Ried-Manager Stefan Reiter, Ex-Teamchef und Ex-Rapid-Trainer Josef Hickersberger und Sky-Experte Alfred Tatar. Hier die Aussagen von Josef Hickersberger.

Josef Hickersberger:

über einen möglichen Cupsieg als Trostpflaster für Rapid nach der verkorksten Saison: "Selbst ein Sieg im Cupfinale, den ich für unwahrscheinlich halte, weil Salzburg für mich die klar bessere Mannschaft ist, rettet diese Saison nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Rapid dieses Spiel gewinnen soll."

erstellt ein Profil des künftigen Rapid-Trainers und hat auch einen Vorschlag: "Der neue Trainer sollte zur Mannschaft passen, genauso seine Spielweise. Mit einer reaktiven Spielweise kann ich bei Rapid nicht reüssieren. Das war bestimmt auch ein Grund, warum Damir Canadi nicht den Erfolg hatte, den er sich gewünscht hat. Aber das war es nicht alleine. Er hat nicht zur Mannschaft gepasst. Der neue Trainer muss im Umgang mit der Mannschaft große soziale Qualitäten haben. Ich hätte einen Kandidaten. Für mich würde Andreas Herzog der geeignetste Kandidat sein. Er passt zur Mannschaft, hat in den USA die Olympia-Mannschaft betreut, hat unter Jürgen Klinsmann lange Zeit den Co-Trainer gemacht. Cheftrainer zu sein ist nichts besonderes. Ich bin Nationaltrainer geworden und habe vorher Casino Baden trainiert."

Mein Sohn spricht mit mir darüber nicht. Er meint, ich bin eine Plaudertasche und ich könnte das hier auf Sky vielleicht erzählen.

Josef Hickersberger

über die Perspektiven von Sohn Thomas Hickersberger: "Mein Sohn spricht mit mir darüber nicht. Er meint, ich bin eine Plaudertasche und ich könnte das hier auf Sky vielleicht erzählen. Er hat mir gesagt, dass ich es nicht aus der Zeitung erfahren werde sondern dass er mich zeitgerecht anrufen wird. Der Anruf ist noch nicht erfolgt. [...] Er möchte nicht in der ersten Reihe stehen. Ich verstehe es überhaupt nicht. Ich bin der Meinung, dass er alle Voraussetzungen mitbringt um auch Cheftrainer zu sein."

sieht nur einen Grund für die Misere bei Schlusslicht Ried: "Selbstverschulden vom Vorstand. Der Vorstand hat Einfluss genommen auf die Spielanlage und der Trainer war nicht stark genug, dass er gesagt hat, danke, ich bin der Trainer. Macht ihr euren Job."

Sky-Experte Alfred Tatar:

nimmt bei der Trainersuche vor allem Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel in die Pflicht: "Die jetzige Trainerbestellung muss aus den Händen von Fredy Bickel kommen, denn sonst ist er fehl am Platz. Wenn er es zulässt, dass nicht sein Trainer durchgeht, dann ist er Kompromisse eingegangen, die ihn sofort als schwachen Sportdirektor entlarven. Der neue Trainer muss zur Mannschaft passen. Das ist aber für mich eine Ebene zu tief angesiedelt. Der neue Trainer muss zum Verein passen, weil es zusätzliche Kräfte gibt, die über der Ebene der Spieler sind. Es gibt dort sehr viele Kräfte, die von der Fantribüne kommen. Fredy Bickel hat einen mega-großen Spagat zu machen. Er muss für den Verein, die Mannschaft und für sich selbst den richtigen Trainer finden. Denn zwischen ihm und dem Neuen darf kein Löschblatt Platz haben."

 

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