Christian Ebenbauer: "Die Frage ist, ob die Politik diesen Weg mitgehen will"

Zu Gast bei „Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte" waren am Sonntag Austria-Vorstandsvorsitzender Markus Kraetschmer, Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer, Sportrechtsexperte Dr. Christian Flick und der Vorsitzende der Vereinigung der Fußballer, Gernot Zirngast.

Christian Ebenbauer:

ist gegen ein grundsätzliches Verbot von Pyrotechnik: Ich halte es nicht für zielführend, weil Österreich neben Finnland als einziges Land in Europa, und hier auch nur die Bundesliga, ansonsten ist Pyrotechnik verboten, die Möglichkeit der Ausnahmegenehmigung erlaubt. Ich bin der Meinung, dass die Ausnahmegenehmigung richtig und gut ist. Man hat letzte Woche bei Rapid erstmalig im Allianzstadion eine genehmigte Pyrotechnik gesehen. Wenn die Sicherheitsvorkehrungen gegeben sind, dann ist das der richtige Weg. Die Frage ist, ob die Politik diesen Weg weiter mitgehen will.

hat mit dem ÖFB den geeigneten Spieltermin für das Cupfinale nach der Ligenreform gefunden: Das wurde im besten Einvernehmen gelöst. Es wird das Play-off so stattfinden, dass der Cup vorher schon abgeschlossen ist. Das wird der Öfb zum rechten Zeitpunkt veröffentlichen.

über zukünftige Aufstiegsträume des FC Liefering: Dieses Restrisiko gibt es nicht, weil wir sowieso jedes Jahr den Aufstiegsverzicht bekommen. Auf der anderen Seite  geht es nach Paragraph acht der österreichischen Bundesligasatzungen um die Integrität des Bewerbes. Da müsste dann beurteilt werden, ob der beherrschende Einfluss von einem Konzern auf zwei Klubs gegeben ist.

 

 

Gefährlich, weil der oberste Gerichtshof darüber befunden hat. Mattersburg hat nicht gesagt, nach dem Landesgericht Wien höre ich auf, sondern sie haben ihre Chance versucht zu nutzen und sind kläglich gescheitert. Jetzt entsteht das Gefahrenmoment daraus, dass heute viele optionierten Verträge unter Berücksichtigung des Falles Onisiwo ungültig sind.

Sportanwalt Flick über den Fall Onisiwo

Dr. Christian Flick:

über die Entscheidungsgremien der Bundesliga: Aus meiner Sicht sind die Strafen sehr streng. Sie sollen auch abschrecken, aber diese Nichterforschung eines Verschuldens ist ein juristisches Problem, auch international. Ich glaube, dass die Möglichkeiten innerhalb der Bundeliga besser gelagert wären, wenn darüber Instituionen entscheiden würden, die nicht innerhalb der Bundesliga entscheiden, sondern externe Kräfte, weil ich dort mehr Unabhängigkeit erwarte.

über die Auswirkungen des Falles Onisiwo: Der entscheidende Punkt ist, und das ist die entscheidung des obersten Gerichtshofes, wenn sich nicht gleichwertige Ansprüche gegenüberstehen, dann ist die Optionsziehung, wie im Fall Onisiwo, nichtig. Das heißt, die Vertragsverlängerung durch Optionsziehung ist ungültig. Der Vertrag endet durch Zeitablauf. Das war der Grund, warum Karim Onisiwo ablösefrei zu Mainz wechseln konnte. Gefährlich ist diese Story deswegen für die Vereine, weil der oberste Gerichtshof darüber befunden hat und damit wird ein Präjudiz geschaffen. Mattersburg hat nicht gesagt, nach dem Landesgericht Wien höre ich auf, sondern sie haben ihre Chance versucht zu nutzen und sind kläglich gescheitert. Jetzt entsteht das Gefahrenmoment daraus, dass heute viele optionierten Verträge unter Berücksichtigung des Falles Onisiwo ungültig sind. Damit ist auch die Planungssicherheit der Vereine gefährdet.

über die Ligenreform: Ich persönlich glaube, dass die Hauptursache für diese Reform ein rein wirtschaflicher Aspekt war, weil die zweite Leistungsstufe aus derzeitiger Sicht unfinanzierbar scheint.

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