Austria Klagenfurt reicht Klage gegen Bundesliga ein
Nun ist es amtlich: Der frühere Erstligist SK Austria Klagenfurt hat beim Obersten Gerichtshof eine Klage gegen die Verweigerung der Bundesliga-Lizenz 2016/17 eingebracht. Wie die Klubverantwortlichen anhand zahlreicher Beweismittel belegen können, wurde
"Was uns die Sache für uns noch schlimmer macht, ist, dass diese Entscheidung völlig grundlos getroffen wurde. Man hat bei uns ganz offensichtlich andere Parameter angelegt, als bei anderen Klubs - nur um uns großen Schaden zuzufügen. So etwas kann man nicht einfach hinnehmen", erklärt Austria-Präsident Peter Svetits.
Daher haben sich die Klubverantwortlichen zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen: Sie haben am 7. September - nach sorgfältiger Prüfung aller Beweismittel - eine Klage gegen den Entscheid des Ständig Neutralen Schiedsgerichts der Bundesliga eingebracht.
Dafür werden von den Vereinsvertretern zahlreiche Beweggründe angeführt:
Im Mittelpunkt der Klage steht die Ablehnung des neuen Austria-Hauptsponsors 2016/17 durch die Bundesliga, obwohl dieser einen sechsstelligen Betrag zur Unterstützung der Austria Klagenfurt in der Sky Go Erste Liga garantiert hatte.
1.) Dabei handelt es sich um eine konzernverbundene Bauprojektgesellschaft, die über ausreichend Bonität und Vermögen verfügt. Dieses Unternehmen besitzt auch ein großes Liegenschaftsvermögen.
2.) Die Bundesliga hat hingegen - absichtlich oder unabsichtlich - eine Bewertung des Unternehmens vorgenommen, mit der Behauptung, dass die Gesellschaft über kein Liegenschaftsvermögen verfügen würde, obwohl das Gegenteil aus dem öffentlich zugänglichen Grundbuch klar ersichtlich war.
3.) Auch das Ständig Neutrale Schiedsgericht war der fehlerhaften Darstellung der Bundesliga gefolgt und ließ den Nachweis des vorhandenen Liegenschaftsvermögens - mit dem Hinweis auf das "Neuerungsverbot" - nicht mehr zu.
Präsident Peter Svetits: "Diese Entscheidung ist reine Willkür, denn es handelt sich hier nicht um eine Neuerung, sondern lediglich um eine Richtigstellung, nachdem die Bundesliga von einem falschen Grundbuchsstand ausgegangen war."
4.) Obwohl die Austria Klagenfurt ein uneingeschränktes Testat eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers vorgelegt hatte, welches die finanzielle Kraft des Vereins einwandfrei belegt, wurde dem Verein die Lizenz verweigert.
5.) Weiters wurden dem Verein durch die Verkürzung der Verfahrensfristen keine Möglichkeit zu einer ausreichenden Vorbereitung gegeben. Hier gibt es klare Mindestfristen (sieben Tage), die von der Bundesliga nachweislich nicht eingehalten wurden.
Präsident Peter Svetits: "Aufgrund dieser unfassbaren Umstände müssen wir feststellen, dass uns die Lizenz zu Unrecht verweigert worden ist. Anderen Vereinen wäre sie in derselben Situation nicht verweigert worden."
Die Folgen für die Austria sind in allen Bereichen verheerend:
- Die Spieler des Profikaders durften ablösefrei den Verein wechseln
- Die Mannschaft muss wieder neu aufgebaut werden (was den finanziellen Aufwand zusätzlich erhöht)
- Viele angestrebte Sponsorpartnerschaften sind zerschlagen
- Der Klub verliert sämtliche Fernseheinnahmen
- Ein Großteil der (lange Zeit treuen) Anhängerschaft bricht weg
- Das Image des Klubs und des Stadions ist damit abermals schwer beschädigt
Nun ist der Oberste Gerichtshof am Zug, dieses einmalige "Foulspiel" im österreichischen Fußball unter die Lupe zu nehmen, denn die Vorgehensweise der Bundesliga steht nicht im Einklang mit den Grundwerten der österreichischen Rechtsordnung.