Warnung: Minusgeschäft, Terminchaos, Moral
Wirtschaftlich soll es nicht sinnvoll sein, es würde im Winter gespielt werden müssen und auch moralisch werfe die Fortsetzung der 2. Liga Fragen auf. Lafnitz-Manager Wolfgang Lechner erklärt, warum die Steirer gegen eine Weiterführung gestimmt haben.
15 von 16 Zweitliga-Klubs haben sich für eine Fortsetzung ausgesprochen, einzig der SV Lafnitz nicht. Klub-Manager Wolfgang Lechner sieht dabei mehrere fragwürdige Punkte, wie er gegenüber der 'APA' erklärt. Zunächst ginge es um die Wirtschaftlichkeit: "Die Fortsetzung ist aus wirtschaftlicher Sicht mit ziemlicher Sicherheit ein Minusgeschäft. Unser TV-Geld beträgt null Euro. Ich frage mich: Wie hätten die Bundesligisten abgestimmt, wenn es in der obersten Liga kein TV-Geld geben würde? Die haben das ja auch nur aus Geldgründen gemacht."
Warum sich die Stimmung gedreht hat, versteht er nicht: "Ich glaube, dass Lafnitz etwa mit Steyr und Dornbirn zu vergleichen ist. Warum die jetzt mit Ja gestimmt haben? Ich weiß es nicht. Die Ausgaben steigen aufgrund der PCR-Tests und des Personalaufwands zur Umsetzung des Gesundheitskonzepts. Die Klubs haben durch die Corona-Krise sowieso einen wirtschaftlichen Schaden, der durch die Fortführung aus unserer Sicht noch vergrößert wird." Über die Zuwendungen aus dem Infrastruktur freue er sich, aber bei einem Budget von 1,2 Millionen Euro und einem Schaden von 200.000 Euro würde der Anteil an diesen 400.000 Euro nicht großartig weiter helfen.
Terminchaos? Moral?
Wenn die Meisterschaft bis in den Juli ginge, drohe zudem in der Folgesaison 2020/21 ein "Terminchaos", schließlich müsste bis in den Winter und wohl früh vor Frühlingsbeginn wieder angefangen werden. "Wir müssen wegen der EM bis Anfang Mai fertig sein. Wenn ich mir anschaue, wer in der 2. Liga eine Rasenheizung hat, dann können wir nur auf den lieben Wettergott hoffen." Zudem sieht Lechner noch moralische Bedenken: " "Ich möchte auch die moralische Komponente ins Spiel bringen. Wir stecken in einer Pandemie. Und in der 2. Liga gibt es sehr viele Spieler, die noch andere Berufe haben. Auch Firmen in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage wegen Sponsorgesprächen zu belästigen, sehe ich als moralisch nicht vertretbar an."
Allerdings, so Lechner, füge man sich der Solidarität: "Dass die Meisterschaft auf der grünen Wiese und nicht auf dem runden Tisch entschieden wird, ist zu begrüßen." Und die angesprochenen Steyrer? Vorwärts-Präsident Reinhard Schlager sagte in den 'OÖN': "Wirtschaftlich wird uns das nicht viel bringen, aber der SKV ist da, um Fußball zu spielen"