Weißrussland-Legionär Bodul: "Schockierend"

Darko Bodul kickt seit 2018 bei Shakhtjor Soligorsk in Weißrussland. Dort wird sogar noch Fußball gespielt. In der 'Kronen Zeitung' übt er Kritik am Umstand, dass die Liga noch gespielt wird.

Ausgebildet in den Niederlanden kickte Darko Bodul in Österreich für Sturm Graz und den SCR Altach. Zu Sturm kam er 2011 von Nacional Funchal, zwischen den beiden Österreich-Engagements kickte er beim dänischen Klub Odense. Von Altach aus ging es 2015 nach Dundee in Schottland, ehe der Mittelstürmer bei Amkar Perm und Enisey in Russland anheuerte. Seit 2018 spielt er beim weißrussischen Klub Shakhtjor Soligorsk - und in dieser Liga wird noch gespielt.

 

"Harter Schlag. Schockierend."

In der 'Kronen Zeitung' illustriert er seine Gefühlswelt rund um das Spielen, während alle anderen Ligen pausieren: "Als wir hörten, dass die Liga startet, war es ein harter Schlag. Es ist schockierend. Wir Spieler und alle Menschen, die in Weißrussland die Nachrichten verfolgen, wissen, was in Europa los ist. Aber wir können es nicht ändern." Die Bevölkerung reagiere aber richtig, anders als der das Land mit eiserner, diktatorischer Hand regierende Präsident Alexander Lukaschenko, der den Virus als "Psychose" bezeichnet: "Er spielt gerne den Big Boss. Aber die Leute nehmen diese Aussagen zum Glück nicht ernst. Es sind auch ohne Maßnahmen der Regierung viel weniger Menschen als sonst unterwegs. Alte sehe ich überhaupt keine mehr."

Für Bodul ist die ganze Situation doppelt bitter. Er kann nicht zu seiner Familie, die in den Niederlanden lebt. Schon Ex-Superstar Alexandr Hleb (u.a. Stuttgart, Arsenal, Barcelona) hatte in der britischen 'Sun' zynisch kommentiert: "Jeder weiß, was in Spanien und Italien passiert. Das sieht nicht gut aus. Aber in unserem Land glaubt die Präsidenten-Bürokratie, dass es nicht so schlimm ist. Die ganze Welt schaut jetzt die weißrussische Liga. Jeder sollte seinen Fernseher einschalten und uns zusehen."

 

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