Martin Stranzl: „Es gibt viele, die sagen: Ich muss sofort im Profibereich arbeiten. Das maße ich mir nicht an.“
Martin Stranzl spricht im Kurier-Interview über seine Arbeit als Videoanlyst für Andi Herzog, seine persönliche Zukunft und die Chancen Österreichs bei der Euro 2020.
Fußball ist und bleibt ein Fehlersport. Aus den Fehlern sollte man halt lernen.
Martin Stranzl im Kurier-Interview …
… über den Fußball-Nachwuchs und den Unterschied zu seiner Zeit: „Die Jugendlichen hängen viel an ihren Handys, Tablets oder an der Playstation. Ich bin damals nach Hause gekommen, hab' die Schultasche abgegeben und mich mit Freunden verabredet zum Fußballspielen. (...) Die Prioritäten verschieben sich. Damit muss man klarkommen. Man kann nicht sein eigenes Ich heranziehen und sagen: Ich hab das so gemacht, jetzt müssen es die anderen auch so machen. Das ist der falsche Ansatz.“
… über seine Arbeit als Videoanalyst unter Andi Herzog: „Die Mannschaft kriegt zu viele Gegentore. Sie bekommen zwar - wie man so schön sagt - viele Spieler hinter den Ball, verteidigen aber nicht aktiv. Da setzen wir an.“
… über seine persönlichen Pläne für die Zukunft: „Langfristig zu planen, habe ich mir abgewöhnt. Ich habe bewusst klein angefangen, um alle Facetten des Trainerseins kennenzulernen. Schon in Deutschland beim FC Büderich bei der U9, U10 und U11. Da kannst du Fehler machen. Im Profibereich kannst du dir wenige Fehler erlauben. Es gibt viele Beispiele, die sagen: Ich muss sofort im Profibereich arbeiten. Das maße ich mir nicht an, dafür fehlt mir die Erfahrung.“
… über seine eigenen Fehler als Profi: „Da gibt's viele Sachen. (...) Wenn das Spiel vorbei ist, setze ich mich zu Hause hin und lasse meine Entscheidungen Revue passieren. Dann weißt du: Das war nicht korrekt gegenüber dem Spieler. Das kann man beim nächsten Training offen sagen. Fußball ist und bleibt ein Fehlersport. Aus den Fehlern sollte man halt lernen.“
… über die Möglichkeiten Österreichs bei der EURO: „Nach dem schwierigen Start haben sie sich gefangen und nicht nur gute Ergebnisse erzielt, sondern auch tollen Fußball gespielt. Wenn dieser Zusammenhalt, der aktuell augenscheinlich da ist, bleibt, dann kann es eine erfolgreiche Zeit werden.“
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