Stefan Ilsanker und das "Ketchup-Flaschen-Prinzip"

Eintracht Frankfurt gewinnt das Nachtragsspiel gegen Werder Bremen auswärts mit 0:3. ÖFB-Legionär Stefan Ilsanker traf doppelt und hat eine interessante Erklärung.

Stefan Ilsanker: "Mich hat es auch gewundert, dass mich die Gegenspieler angesichts meiner Torgefahr in den vergangenen Jahren einfach stehen lassen (schmunzelt). Das ist wie das Ketchup-Flasche-Prinzip: Erst kommt lange nichts, und dann alles auf einmal. Aber ich will einfach gewinnen, wer trifft, ist mir egal – wirklich! Anfangs waren wir gut im Spiel, dann war alles etwas zerfahren, auch die Konter haben wir nicht gut zu Ende gespielt. Der Wille hat entschieden. Werder hatte auch viele Ecken, aber wir haben unsere genutzt."

Kevin Trapp: "Ich wusste nicht, dass es Ilses erste Bundesligatore waren. Das hat er gut gemacht, ist beim ersten Tor einfach von der Außenlinie in den Fünfmeterraum durchgelaufen (lacht). Die zweite Halbzeit war viel besser als die erste, mit der wir abgesehen von den ersten zehn Minuten nicht zufrieden sein können, weil wir mehr getrabt als gelaufen sind. Der Sieg bedeutet einen riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt, wir haben zehn Punkte Vorsprung auf Werder. Dennoch müssen wir solange punkten, bis wir theoretisch gesichert sind. Also möchten wir gegen Mainz nachlegen."

Adi Hütter: "Beide Teams wollten gewinnen, das haben sie von Anfang an gezeigt. Wir hatten eine gute Startphase, dann hat Werder das Zepter in die Hand genommen. Wir hatten keinen Zugriff mehr, sind nicht mehr gut angelaufen und haben nicht kompakt genug gestanden. In der Halbzeit habe ich paar Dinge korrigiert. Wir waren dann abgeklärter und haben verdient gewonnen, Bremen hat in der Offensive kaum noch stattgefunden. Wir waren geduldiger, abgeklärter und haben direkt gezeigt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. André Silva hat das wichtige 1:0 gemacht, nach einer super Flanke von Kostic. Es war Andrés viertes Tor nach dem Restart, er kommt immer besser rein. Stefan Ilsanker hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, indem er akzeptiert hat, dass er erstmal auf der Bank saß. Er hat zwei Mal richtig gut gestanden, ist gut durchgelaufen. Wir sind noch nicht gerettet, es war nur ein Schritt dorthin. Wir sind erst durch, wenn es rechnerisch sicher ist. Nach dem Restart haben wir uns mittlerweile stabilisiert, sind wieder gut in Schuss, überzeugen läuferisch und kämpferisch und sind unangenehm zu bespielen. Die Schlüsselszene war das Freiburg-Spiel. Wir waren klar besser, liegen auf einmal 1:3 hinten, zeigen Moral und holen noch einen unglaublich wichtigen Punkt. Das hat uns Kraft gegeben und uns in dieser Phase sieben Punkte aus drei Spielen ermöglicht. Ich weiß nicht, ob wir ansonsten in Wolfsburg und heute gewonnen hätten."