Willi Ruttensteiner bleibt Sportdirektor in Israel
Israels Sportdirektor Willi Ruttensteiner hat sich am Dienstag mit dem Verband über eine Fortsetzung seiner Arbeit geeinigt: Der Vertrag des Österreichers, der bis Sommer 2022 läuft, wurde in beidseitigem Einvernehmen adaptiert und gilt vorerst bis Ende 2020. (Text: Aussendung Medienservice Willi Ruttensteiner)
Dann haben sowohl Willi Ruttensteiner, als auch der Verband eine Ausstiegsmöglichkeit, die eine Abfertigungsklausel für die restliche Laufzeit des Kontrakts beinhaltet. „Das ist eine faire Lösung, die dem Verband in der durch Corona ausgelösten, schwierigen finanziellen Situation hilft und andererseits die Fortführung und Qualitätssicherung der von mir ins Leben gerufenen Projekte garantiert. Nach dem Play-off für die EM und den Länderspielen in der Nations League werden wir die Situation evaluieren und dann entscheiden, ob wir gemeinsam weitermachen oder nicht“ freut sich Ruttensteiner über die Entscheidung, mit der er dem israelischen Verband auch finanziellen Spielraum verschafft hat. „Präsident Oren Hasson hat in inter versichert, dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist, es war ein sehr wertschätzendes Gespräch“, so der Österreicher, der in Israel unter anderem die UEFA-Pro-Lizenz für Trainer, eine nationale Akademie in Kooperation mit der FIFA, die Zertifizierung der Vereinsakademien und eine völlig veränderte Talente- und Trainerausbildung installiert hat.
Herzog-Nachfolger gesucht
Das zentrale Thema in den nächsten Tagen und Wochen wird die Suche nach einem Nachfolger für Teamchef Andreas Herzog sein. „Ich werde dem Verbandsgremium eine Liste mit möglichen Kandidaten vorschlagen. Als Deadline haben wir uns Ende Juli gesetzt.“ Bei den anstehenden Länderspielen wird es für Israel jedenfalls zu einer skurrilen Situation kommen: Die Play-offs für die EURO 2021 wurden von der UEFA für 08. Oktober (Schottland) und 12. November (Serbien/Norwegen) angesetzt. Bereits im September trifft Israel in der Nations League ebenfalls auf die Schotten. „Da wird vermutlich keines der beiden Teams alle Karten aufdecken“, glaubt Ruttensteiner. Eine Teilnahme am europaweiten Turnier wäre die erste in der Geschichte des israelischen Fußballs.
Allerdings könnte der erneute Anstieg an Covid-19-Infektionen dem Terminplan einen Strich durch die Rechnung machen. Auch in Israel steigen die Zahlen und die Situation verschärft sich wieder. Problematisch könnte zudem die Anreise der Nationalspieler sein, die nicht in Israel tätig sind. Topstar Eran Zahavi ist wie Österreichs Marko Arnautovic in der chinesischen Super League engagiert und seit mehr als einem halben Jahr ohne Spielpraxis. Dafür stellten sich Munas Dabbur (TSG Hoffenheim) und Österreichs Torschützenkönig Shon Weissman (30 Tore) zuletzt verstärkt in den Blickpunkt. Wolfsbergs Neuzugang Eliel Peretz könnte ein Thema für die Nationalmannschaft werden, „falls er sich in Österreich schnell akklimatisiert und taktisch einen Schritt nach vorne macht“, verrät Ruttensteiner.