US-Behörden: WMs in Russland und Katar gekauft
In einer erweiterten Anklageschrift zum FIFA-Prozess in New York will die US-Staatsanwaltschaft Beweise für Bestechung und Korruption rund um die 2010 erfolgte Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) haben.
"Die Anklage dokumentiert den anhaltenden Willen der Behörden, Korruption in den höchsten Etagen des Fußballs lahmzulegen", wird der New Yorker Staatsanwalt Richard P. Donoghue beim deutschen Sportinformationsdienst SID zitiert. Die US-Behörden sehen offenbar eine starke Beweislast, dass es rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften in Russland und Katar zu Bestechung und Korruption gekommen ist. In dem nun präsentierten Dokument, einer erweiterten Anklageschrift zum FIFA-Prozess, heißt es unter anderem: "Einigen Mitgliedern des Exekutivkomitees wurden Bestechungsgelder angeboten oder sie haben sie angenommen."
So soll es vor allem durch Funktionäre des südamerikansichen Verbandes, aber auch durch ehemalige Vertreter des US-Fernsehsenders FOX zu Bestechungen gekommen sein. Jack Warner, Funktionär aus Trinidad und Tobago und schon 2015 maßgeblich für den Sturz von Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter, soll 4,6 Millionen Euro über Scheinfirmen eingesteckt haben. Weitere Personen wi der Brasilianer Ricardo Teixeira stehen ebenfalls im Visier der Ermittler.
Russland wies die Vorwürfe zurück, Katar äußerte sich nicht. Die WM 2006 in Deutschland steht übrigens ebenfalls nach wie vor im Visier von Ermittlungen, Bestechungen rund um die WM 2010 in Südamerika gelten mittlerweise als bewiesen.