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Laptop-Trainer? Kühbauer: "Man kann es auch übertreiben"

Im ausführlichen Interview mit laola1.at spricht Rapid-Trainer Didi Kühbauer über die Vorbereitung und die Erwartungen an die Frühjahressaison.

Didi Kühbauer im Inteview mit laola1.at ...

... über die Implementierung des "System Kühbauer": "Es ging einfach darum, dass wir unser Spiel verändern mussten. Man hat im Herbst gesehen, dass die Arbeit gegen den Ball nicht die beste bzw. das Verhalten speziell in der Rückwärtsbewegung nicht gut war – das fängt vorne beim Stürmer an. Wir haben schon sehr gut gearbeitet, um den Gegner intensiver zu bekämpfen und nicht mehr so blauäugig zu spielen wie im Herbst."

... über den verpatzten Herbst unter Kühbauer: "Wir haben den Donnerstag-Sonntag-Rhythmus nie richtig verarbeitet. In der Meisterschaft waren wir nie richtig am Platz – was aber notwendig gewesen wäre. Deshalb mussten wir jetzt was verändern. Wir haben sehr oft mit viel Risiko gespielt, ohne dass wir in der Restverteidigung gut besetzt waren. Die Gegner stehen gegen uns sehr tief und haben unsere Ballverluste in der Vorwärtsbewegung sehr gut ausgenützt. Dadurch sind wir oft als Verlierer vom Platz gegangen, obwohl wir bei manchen dieser Spiele die weit bessere Mannschaft waren."

... über die Prioritäten in der Vorbereitung abseits der Absicherung: "Es ist ja schon ein wichtiger Aspekt, dass man den Gegner nicht mehr so einladen darf, dass dieser die Räume bekommt, um uns auszukontern. Das hat man auch beim 1:6 gegen die Austria gesehen, die ab der ersten Minute mit allen elf Spielern hinten waren und dann den Platz genützt haben. Weil wir in den ersten 30 Minuten die bessere Mannschaft waren, aber dann eben wieder diesen Fehler gemacht haben und mit dem Ausschluss ist das Spiel nach hinten losgegangen. Wir müssen im Block alle nach vorne gemeinsam arbeiten und nach hinten auch – aber nicht mehr so blauäugig wie im Herbst."

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... ob es künftig mehrere Systeme gibt, um auf unterschiedliche Gegner reagieren zu können: "Das ist immer so eine Sache mit Systemen. Als Trainer hört es sich gut an, zu sagen, ich will fünf Systeme spielen. Aber in Wahrheit ist es so: Ein Trainer muss das spielen, was die Mannschaft anbietet. Es kann schon sein, dass es eine Systemveränderung gibt, aber es geht um die Bereitschaft der Spieler – das ist das Entscheidende. Ich kann kein 4-3-3 spielen, wenn mir in Wahrheit die Spieler vorne stehen bleiben. Wenn wir im 4-2-3-1 stehen bleiben, ist das auch ein Problem, auch im 4-4-2. Es geht immer darum: Wie bereit ist der Spieler, in diesem System zu arbeiten und was hat er in gewissen Situationen zu tun?"

... über den Begriff Laptop-Trainer: "Wir beschäftigen uns schon sehr mit Video-Analyse, da machen wir einiges. Aber ich bin nicht der Typ, der - nur weil es wunderbar ausschaut – am Platz auf dem Laptop herumdrückt und eigentlich hat es der Spieler nicht verstanden. Wobei Video-Analyse bei uns im Trainerteam ein riesiges Thema ist. Aber man kann es auch übertreiben. Das richtige Maß macht es aus."

... über das Risiko, das Rapid eingehen muss, um doch noch das Playoff zu erreichen: "Risiko gehört immer im Fußball dazu. Wir werden als Rapid jetzt nicht abwarten, was passiert. Dass wir eine spielbestimmende Mannschaft sind, wird sich nicht verändern. Nur mit dem Aspekt, dass wir nicht glauben, das Spiel in den ersten acht Minuten mit 3:0 entscheiden zu müssen. Man kann das Spiel dominieren und den Kopf einschalten. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. Aber Rapid muss immer offensiv spielen."

... über das mögliche untere PlayOff: "Ich glaube jetzt nicht, dass wir absteigen würden – soweit denke ich nicht. Aber oben würde man andere Spiele sehen als unten. Die kleinen Mannschaften suchen ihr Heil in der Defensive, was verständlich ist. Wir könnten es vielleicht positiv dafür nützen, dass wir dann Zeit hätten, gegen diese defensiven Bollwerke Lösungen zu finden."

++ Zum kompletten Interview mit Didi Kühbauer auf laola1.at ++

 

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