Fußballtipps testen das Fanwissen

Schon vor dem Anpfiff geht das Mitfiebern los. König Fußball regiert auch in Österreich, wo allein im vergangenen Jahr rund 14 Prozent der Bevölkerung in der Freizeit selbst aktiv gekickt haben.

Mehr als 1,26 Millionen Zuschauer zog es in der vergangenen Saison in die Bundesliga-Stadien. Hinzu kommen ungezählte Fans, die vor dem Fernseher, auf Streaming-Diensten oder vor dem Radio jede Spielminute verfolgen, die ihre Helden auf dem Rasen verbringen.

Dabei sind viele Zuschauer nicht nur emotional involviert. William Hill Sportwetten in Österreich sind eine beliebte Möglichkeit, das eigene Wissen um die Chancen seiner Mannschaft zu testen. Im Gegensatz zum Nachbarland Deutschland, in dem Fußballtipps als Glücksspiel eingestuft sind, werden sie in Österreich als Geschicklichkeitsspiel anerkannt. Schließlich gehört einiges an Sachkenntnis dazu, um die Form von Clubs und Trainern einschätzen zu können.

Das hält den Sport auch spannend. Fans sahen zwar auch in dieser Saison den seit 2013/2014 amtierenden Meister FC Red Bull Salzburg mit vier Siegen in vier Spielen schon zum Saisonauftakt an die Spitze der Bundesligatabelle stürmen. Im Vergleich dazu brachten es die einst so erfolgsgewöhnten Haupstadtvereine Rapid Wien und Austria Wien beide auf gerade Mal einen Sieg. Aber dennoch bleibt immer wieder Bewegung in der Tabelle. Das liegt zum Teil mit daran, dass bei aller Popularität die österreichischen Vereine im Gegensatz zur Fußballnation Deutschland nicht mit Millionenbudgets für jeden Einkauf in Transferverhandlungen gehen und so Dominanz schaffen. Österreichs Talente stammen zumeist aus den eigenen Reihen.

Dabei halten die Clubs der großen Ligen stets ein Auge auf die Kicker und Trainer aus dem Alpenland. Peter Stöger, derzeitiger Sportvorstand und ehemaliger Spieler sowie späterer Trainer von Austria Wien, war von 2013 bis 2017 als Coach für das sportliche Geschick des 1. FC Köln verantwortlich. Danach ging er von Dezember 2017 bis zum Juni 2018 zum BVB Dortmund, der seit längerem dem deutschen Rekordmeister Bayern München hartnäckig auf den Fersen ist.

Der aus Wien stammende Nationalspieler David Alaba trägt seit 2010 fast ununterbrochen das Trikot von Bayern München. Der linksfüßige Verteidiger steht noch bis 2021 an der Isar unter Vertrag.

Schalke-Spieler Guido Burgstaller aus Kärnten ist auch virtuell bei Fans populär. Im Fußball-Konsolenspiel FIFA19 werden vor allem seine Ausdauer, Angriffsfreudigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit hoch eingeschätzt. Im Aufgebot der virtuellen Spieler liegt er insgesamt auf Rang 77.

Die Begeisterung der österreichischen Fans für den internationalen Fußball zeigt sich auch immer wieder bei den Weltmeisterschaften. Obwohl die Tipper sich im vergangenen Sommer in großem Maße verschätzt hatten, wenn sie ihre Hoffnung auf die altbewährten Favoriten wie Titelverteidiger Deutschland, Brasilien und Argentinien setzten, blieb das Interesse dennoch bis zum Ende.

Dabei ist Österreich selbst seit langem nicht mehr mit seiner Nationalelf bei den internationalen Spitzenturnieren vertreten.

Die letzte Qualifikation für eine Weltmeisterschaft gelang der alpenländischen Elf im Jahr 1998. Unter Trainer Herbert Prohaska traten die österreichischen Kicker in Frankreich in der Vorrunde gegen Kamerun, Chile und Italien an. Sie endeten schließlich auf Platz 23.

Den bislang größten Erfolg hatten sie 1954 in der Schweiz unter der Ägide von Trainer Walter Nausch. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale gegen den Nachbarn Deutschland, der im „Wunder von Bern“ erstmals Weltmeister wurde, traten sie im Kampf um den dritten Platz gegen Uruguay an und gingen mit einem sensationellen 3 zu 1 vom Feld.

Zwei Jahrzehnte zuvor, 1934 in Italien, mussten sie sich im Duell um Platz drei der deutschen Elf geschlagen geben. Sieben Mal schaffte es das österreichische Nationalteam bislang in die Endrunde der WM.

Für die Europameisterschaft waren sie zweimal qualifiziert. Als Co-Gastgeber zusammen mit der Schweiz waren die österreichischen Kicker im Jahr 2008 automatisch mit am Start. Allerdings blieben die von Josef Hickersberger trainierten Kicker in der Vorrunde gegen Kroatien, Polen und Deutschland ohne Sieg und schieden sofort aus.

2016 in Frankreich setzte sich Österreich unter der Führung von Nationaltrainer Marcel Koller mühelos in der Qualifikationsrunde durch, scheiterte aber in der Vorrunde an Ungarn, Portugal und Island.

Für die im Sommer 2020 ausnahmsweise in 13 Gastgeberländern ausgetragene Europameisterschaft hoffen die Fans auf eine neue Chance. Österreich tritt in der Qualifikationsrunde in Gruppe G gegen Polen, Israel, Slowenien, Nordmazedonien und Lettland an. Die bisherigen Begegnungen sind gemischt abgelaufen. Das Hinspiel gegen Polen am 21. März in Wien verlor Österreich mit 0 zu 1. In Haifa ging die österreichische Elf drei Tage später mit 2 zu 4 geschlagen vom Platz. Siegreich verliefen hingegen die Spiele gegen Slowenien am 1. Juni in Klagenfurt, bei einem Endstand von 1 zu 0, sowie drei Tage darauf in Skopje gegen Nordmazedonien mit einem Endstand von vier zu 1.

Damit liegt Österreich derzeit auf Gruppenplatz drei. Um sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren, müsste die Elf Gruppenerster oder Gruppenzweiter werden.

Das nächste Qualifikationsspiel steht Franco Fodas Mannen am 6. September in Salzburg gegen Lettland bevor. Am 9. September tritt die Elf in Warschau gegen Polen an.  Das Rückspiel gegen Israel findet am 10. Oktober in Wien statt. Der Spielort gegen Slowenien am 13. Oktober steht derzeit noch nicht fest. Am 16. November findet in Wien das Rückspiel gegen Nordmazedonien statt und das letzte Qualifikationsspiel bestreitet Österreich am 19. November in Riga gegen Lettland.

Sollte die Elf an der Qualifikation scheitern, bleibt ihr die Hoffnung auf die Play-Offs, bei denen die Gruppensieger aus den vier Liegen der neuen Nations League die letzten vier offenen EM-Plätze erhalten. Sind die Gruppensieger bereits regulär qualifiziert, rückt das nächste Team in der Rangliste nach. 

In welchen Stadien Österreich im Falle eines Falles auflaufen würde, hängt von der Auslosung ab. Das Auftaktspiel findet in Rom statt, die Viertelfinale sind in Rom, Baku, St. Petersburg und München, und Halbfinale sowie Finale werden in Wembley ausgetragen.

Doch selbst wenn die kommende EM ohne Österreich stattfinden sollte, bleiben die Fans ihren Kickern treu.