Die wertvollsten Teams und Spieler Österreichs

In Sachen Marktwert laufen die Kicker der heimischen Liga der internationalen Konkurrenz zwar weitgehend hinterher. Dennoch ist ein Blick auf die Geldsummen interessant, die der Verkauf der wertvollsten Spieler einbringen würde.

Mit einem Marktwert von 1,18 Milliarden Euro schickt der FC Barcelona in der laufenden Saison 2018/2019 die wertvollste Fußballmannschaft der Welt ins Rennen um Titel. Das ergibt sich aus den Zahlen, die auf der Plattform transfermarkt.at zu finden sind. Mit dieser astronomischen Summe könnte sich Barça sämtliche Spieler kaufen, die derzeit in der österreichischen Bundesliga unter Vertrag stehen – und das fast vier Mal! Denn die heimischen Kicker haben zusammengenommen „nur“ einen Marktwert von 293,4 Millionen Euro. Dennoch ist dieser Geldbetrag nicht zu unterschätzen. Um nämlich die Kader aller zwölf Bundesligisten leerkaufen zu können, müsste man beim österreichischen Lotto 6 aus 45 fast 500 Mal den einfachen Jackpot knacken.

Den Löwenanteil am gesamten Marktwert der Bundesliga hat – wenig überraschend – Serienmeister Red Bull Salzburg. Dessen Kader ist immerhin 128,65 Millionen Euro wert, wodurch die Mozartstädter im weltweiten Vergleich aller Teams den 68. Platz belegen. Unter den 100 wertvollsten Mannschaften des Planeten sind sie damit die einzige österreichische. Denn in der nationalen Wertung folgt Rapid Wien, dessen Kader 35,65 Millionen Euro und damit nur etwa ein Drittel von dem wert ist, was die Spieler des 100. der globalen Rangliste (Feyenoord Rotterdam mit 92,4 Millionen Euro) kosten würden. Hinter Rapid folgt Austria Wien mit einem Kaderwert von 22,8 Millionen Euro, Platz vier belegen Sturm Graz und der LASK mit je 19,15 Millionen Euro Marktwert. Das Schlusslicht in der Tabelle ist der TSV Hartberg mit 8,23 Millionen Euro, wobei die Hartberger nur um den Hauch von 20.000 Euro vom SV Mattersburg (8,25 Millionen) überflügelt werden.

 

Salzburg über alles

Ein Blick auf die Liste der wertvollsten Spieler der Bundesliga offenbart an der Spitze ebenso wenig eine Überraschung wie die der Clubs mit den größten Marktwerten. Die ersten acht Ränge sind ausschließlich von Kickern belegt, die bei Red Bull Salzburg unter Vertrag stehen. Der wertvollste von ihnen ist Diadié Samassékou, für den interessierte Clubs laut transfermarkt.at 20 Millionen Euro auf den Tisch legen müssten. Nicht umsonst wird der Malier schon seit längerem mit hochkarätigen Vereinen wie dem AS Rom und Olympique Marseille in Verbindung gebracht. Auch Munas Dabbour, der mit 15 Millionen Euro Marktwert auf Platz zwei in der Bundesliga-Rangliste liegt, ist heiß umworben. So war der Israeli Mitte Jänner bereits zu Verhandlungen beim FC Sevilla, sein Abgang im Sommer ist demzufolge alles andere als unrealistisch.

Ebenfalls bei 15 Millionen Euro und damit gleichauf mit Dabbur auf Rang zwei liegt der wertvollste heimische Kicker der Bundesliga: Xaver Schlager. Ende März 2019 wollten die „Salzburger Nachrichten“ wissen, dass Schlager bereits einen Vorvertrag mit dem deutschen Bundesligisten RB Leipzig abgeschlossen hat, was Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund jedoch umgehend dementierte. Inzwischen wurde auch der VfL Wolfsburg mit einem Transfer Schlagers in Verbindung gebracht. Unter den wertvollsten Spielern Österreichs nimmt der Salzburger übrigens den siebten Platz ein. An der Spitze thront Bayern Münchens Linksverteidiger David Alaba mit einem Marktwert von 55 Millionen Euro, gefolgt von Marko Arnautović von West Ham United mit 35 Millionen Euro und Marcel Sabitzer von RB Leipzig mit 25 Millionen Euro.

 

Strebinger bester Nicht-Salzburger

Auf Samassékou, Dabbur und Schlager folgen in der Liste der wertvollsten Spieler der österreichischen Bundesliga ihre Salzburger Teamkollegen Stefan Lainer (12,5 Millionen Euro), Hannes Wolf (10), Marin Pongračić (7,5), Takumi Minamino und Erling Braut Håland (jeweils 5), bis schließlich der erste Kicker auftaucht, der nicht von Red Bull bezahlt wird. Es handelt sich um Rapids Torwart Richard Strebinger, der seinem Club laut transfermarkt.at eine Summe von vier Millionen Euro einbringen könnte. Dass Strebinger lediglich in die Phalanx der Salzburger Spieler eingebrochen ist, zeigt ein Blick auf die weiteren Platzierungen. Dort nämlich sind mit Fredrik Gulbrandsen, Cican Stankovic, Zlatko Junuzović und André Ramalho vier weitere Mozartstädter mit je vier Millionen Euro Marktwert gelistet. Erst auf dem geteilten 14. Rang folgen zwei weitere Kicker von Rapid Wien: Thomas Murg und Boli Bolingoli mit einem theoretischen Transfererlös von jeweils 3,5 Millionen Euro. Und auf Platz 16 ist dann Dario Maresic von Sturm Graz zu finden, der drei Millionen Euro wert ist und damit der höchstplatzierte heimische Kicker, der weder bei Salzburg noch bei Rapid spielt.

Selbstverständlich sind die Marktwerte, die bei transfermarkt.at angegeben werden, stets mit Vorsicht zu genießen und nur eher als tendenzieller Wert zu sehen. Schließlich richtet sich die Transfersumme, die ein Spieler einbringt, nach verschiedenen Faktoren, die nur schwer einzuschätzen sind. Zu nennen ist dabei vor allem die Kaufkraft der Clubs, die in ein eventuelles Wettbieten involviert sind.