Schnecken und Froschschenkel gegen den Frust [Rot-weiß-rote Fanblogger on tour]
Voller Hoffnung und Vorfreude gingen die österreichischen Fans in das Ungarn-Spiel. Gegen den Frust am nächsten Tag half nur ein kulinarischer Streifzug durch Bordeaux. Von den rot-weiß-roten Fanbloggern - Team Didi
Voller Hoffnung und Vorfreude ging es nach einem standesgemäßen französischen Frühstück in die Innenstadt. Schnell war zu erkennen, dass die rot-weiß-roten Fans in Bordeaux klar die Überhand hatten. An allen Ecken und Enden hallte es „Immer wieder Österreich“ oder „I am from Austria“. Je näher wir dem Spiel kamen, desto mehr kleine Gruppierungen bündelten sich zu größeren Fanmärschen und machten sich gemeinsam auf den Weg in das Stadion. Speziell die Bus- und Straßenbahnfahrten hatten es in sich. Wir schlossen uns einer Fangruppe mit rund 300 Österreichern an und beanspruchten drei Straßenbahnen und 6 Busse für uns. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wurde bis zum Ausstieg beim Stadion gesprungen, gesungen und gefeiert. Egal ob 8 oder 80 Jahre, alle rot weißen roten Fans feierten lautstark mit. Speziell der Klassiker „Wer nicht hüpft der ist ein Ungar“ ging in den „Öffis“ erwartungsgemäß am besten. Vor dem Stadion angekommen, ging alles erstaunlich schnell. Besondere Sicherheitskontrollen waren trotz der Terrorgefahr nicht zu erkennen. Es hatte alles seinen gewohnten Lauf und der Einlass ging zügig und ohne Verzögerungen voran. Das neue Stadion in Bordeaux zog uns dabei von Beginn an in seinen Bann. Das komplett in weiß gehaltene Unikat hatte es wahrlich in sich und bestach speziell durch die hellen und freundlichen „Hallen“ sowie die hunderten weißen Säulen.
Der Fußballtempel glich somit nicht vielen anderen neuen Stadien, sondern hob sich deutlich ab. Je näher der Anpfiff um 18 Uhr rückte, desto mehr kribbelte es. Endlich war es soweit und die Mannschaften betraten das Spielfeld. Österreichische Fangruppierungen organisierten eine Choreographie in rot / weiß / rot. Spätestens bei der Bundeshymne konnte es jeder realisieren. Wir waren tatsächlich bei einer Euro und feierten „unser Team“ an! Zwar waren die Österreichfans numerisch klar im Vorteil, aber auch die Ungarn feuerten ihr Team bedingungslos und äußerst lautstark an. Eine beeindruckende Atmosphäre!
Nach dem doch schockierenden 0:1 Zwischenstand übernahmen die „We are Hungarya“ Gesänge aber deutlich Überhand. Den österreichischen Fans stand spätestens nach dem 0:2 der Schock ins Gesicht geschrieben. Es wurde ruhig und keiner konnte so richtig fassen, was hier gerade passierte. Die Enttäuschung war riesengroß, so auch in unserer 7-köpfigen Reisegruppe. Uns war allen klar, der Aufstieg ist – zumindest zwischenzeitlich – in weite Ferne gerückt. Nach der Rückkehr in die Stadt war uns nicht mehr zum Feiern zu Mute und so zogen wir uns mit einer angeschlagenen Stimme in die Unterkunft zurück.
Der Tag danach
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Sightseeing. Zuerst erkundeten wir alle Sehenswürdigkeiten von Bordeaux, ehe wir uns ab 15 Uhr ganz der Kulinarik sowie den anderen Matches verschrieben.Wir suchten uns nette französische Bistros und verkosteten während der 15, 18 und 21 Uhr Spiele diverse französische Rotweine aus der Region. Zwischen dem ersten und zweiten Spiel suchten wir eine „Fromagerie“ auf und genossen fünf unterschiedliche französische Käsesorten. Eine wahre Gaumenfreude.
Während des Frankreich Spiels dann das nächste kulinarische Highlight, schließlich durften auch Schnecken und Froschschenkel nicht fehlen. Zwar wagte nicht jeder Reisende eine Kostprobe, doch bei einigen kamen die Spezialitäten ganz gut an, wenn es auch bei Kostproben bleiben wird. Gegen Mitternacht kehrten wir dann inmitten der jubelnden französischen Menge nach dem 2:0 Sieg gegen Albanien zur Unterkunft zurück, schließlich brachen wir am nächsten Morgen zeitig nach Paris auf.