Endzeitstimmung in Klagenfurt

Ein schönes Stadion, kein Geld, wenige Zuschauer, keine Lizenz. Der Profifußball in Klagenfurt steht laut Klub-Präsident Svetits auf der Kippe. Von Michael Fiala

 

Das schönste Stadion Österreichs, eine sportliche Talfahrt, zu wenig Zuschauer, ein geknickter Präsident, kein Geld und jetzt auch keine Lizenz. Die Situation in Klagenfurt stellt sich nach dem 0:5 gegen den LASK und der ernüchternden Nicht-Lizenz äußerst trist dar.

 

Ohne Bankgarantie keine Lizenz

„Der Hauptgrund ist die fehlende Bankgarantie. Ich habe aus den eigenen Reihen einen Sponsor gefunden. Wenn die Bundesliga eine Bankgarantie verlangt, sind 500.000 auf einmal zu finanzieren und das hat der Sponsor abgelehnt”, sagte Svetits im Sky-Interview. Dass der Lizenz-Entzug nicht überraschend kommt, ist auch Svetits klar.

 

Der Klagenfurt-Präsident hat bereits eine Woche vor der Lizenzvergabe die fehlende Bankgarantie als möglichen Stolperstein genannt und damals auch bereits angekündigt, diese sicher nicht nachliefern zu wollen. Eine Bankgarantie sei laut Svetits allein schon deswegen nicht möglich, da es sich um einen privaten Sponsor handle. Dass die Liga in diesem Bereich ihre Regeln auf Punkt und Beistrich exekutiert, ist auch keine Überraschung. Ein zweiter Fall “Austria Salzburg” soll naturgemäß vermieden werden. Sponsoren müssen sich mittlerweile klar deklarieren, Bankgarantie inklusive.

 

Der Politik ist Austria Klagenfurt egal?

In der Kronen Zeitung übt Svetits auch ein weiteres Mal Kritik in Richtung Politik, die Austria Klagenfurt nicht unterstützen will. Landeshauptmann Kaiser und Bürgermeisterin Mathiaschitz haben den Klub, so Svetits, fallen gelassen. Es sei ihnen egal, ob Klagenfurt absteige oder nicht.

 

Das Fazit von Svetits hört sich im Sky-Interview wenig optimistisch an: „Der Profifußball steht wirklich ganz arg auf der Kippe. Aber das hat etwas mit der politischen Landschaft zu tun. Man hat für Fußball nichts über. Ich muss mir überlegen, ob es noch einen Sinn macht mit viel persönlichen Einsatz und finanziellen Engagement weiter zu machen.“

 

Bis 9. Mai kann Klagenfurt Protest einlegen. Die Lizenz für 2016/17 wird aber nur in zweiter Linie ein Wettlauf mit der Zeit. Vielmehr muss sich Svetits, dessen Grazer Vergangenheit wohl auch zu stark nach Klagenfurt hereinstrahlt, die Frage stellen, ob sein Projekt in Klagenfurt nicht bereits gescheitert ist - gerade auch in Hinblick auf die gestern öffentlich gestartete Diskussion über die Reform der Liga. Denn ein Verbleib im Profifußball wird ab 1. Jänner 2017 mit der verpflichtenden Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft noch kostenintensiver werden als bisher.

 

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