Die Akte Ruttensteiner: Hört die Signale
Mit dem Wartungserlass des Finanzministeriums muss auch der ÖFB seine Profiabteilung – also das Nationalteam – ausgliedern. Vieles ist schon geklärt, die Zukunft von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner jedoch noch nicht. Die Signale deuten auf eine Verl
Der Wartungserlass des Finanzministerium beschäftigt derzeit den österreichischen Sport, speziell den des runden Leders. Sämtliche Vereine oder Verbände mit Profisportlern in ihren Reihen müssen bis 1. Jänner 2017 diesen Bereich ausgliedern. Darunter fällt auch das österreichische Nationalteam. Dementsprechend hat sich der Verband in den letzten 1,5 Jahren die entsprechenden Gedanken gemacht, wie die Struktur in Zukunft aussehen wird. Mehr oder weniger gleichzeitig mit der Umstellung, die bereits mit 1. August 2016 erfolgen soll, wird auch der Abschied von ÖFB-Allzeit-General Gigi Ludwig einhergehen.
Hollerer und Neuhold
Bisher bekannt ist, dass Thomas Holler und Bernhard Neuhold die zwei neuen starken Männer im ÖFB abseits des Präsidiums sein werden. Hollerer wird dabei den Part des General-Direktors übernehmen, der direkt im Verband angesiedelt ist. Neuhold hingegen wird der neue Geschäftsführer der ausgegliederten GmbH, wo auch das Nationalteam angesiedelt ist.
Interessant in diesem Konstrukt ist dabei die Personalie Willi Ruttensteiner. Der aktuelle Sportdirektor hat seinen Vertrag noch nicht verlängert. Seine eigens, im Jahr 2015, formulierte Deadline (März) ließ er verstreichen. Einige Beobachter werteten auch die Abwesenheit von Ruttensteiner bei der Vertragsverlängerung von Teamchef Marcel Koller als Zeichen, dass diesbezüglich doch nicht alles ganz rund läuft. Der ÖFB-Sportdirektor dazu: „Dass ich bei der Pressekonferenz mit dabei bin, hätte man natürlich machen können. Diese Frage kann ich daher nachvollziehen. Es hat aber mit den aktuellen Verhandlungen über meine Verlängerung nichts zu tun.“
Zuletzt hörte man aus der ÖFB-Zentrale vorsichtig positive Signale, dass es demnächst so weit sein könnte. Die Arbeitsgruppe hat dem Vernehmen nach schon ein fast abschlussfertiges Papier präsentiert. Vor der Europameisterschaft gibt es noch eine finale ÖFB-Präsidiumssitzung. Dem Vernehmen nach soll die Position des neuen Sportdirektors unter der Führung von Bernhard Neuhold angesiedelt werden. Hier gilt es wohl noch einige Details bzgl. der Kompetenzen der einzelnen Bereiche zu klären.
Ruttensteiner hatte im Interview mit 90minuten.at im April eine neue Deadline für sich genannt. „Wir haben ein gutes, wenn nicht sogar freundschaftliches Gesprächsklima zwischen dem Präsidenten, dem Generaldirektor und mir. Es ist für mich kein Problem, dass es noch nicht finalisiert ist, so etwas gehört gut überlegt“, sagte Ruttensteiner im April und ergänzte: „Nachdem mein Vertrag nach der Euro ausläuft, möchte ich spätestens bis vor Beginn der Europameisterschaft wissen, wie es weitergeht.“
Bundesliga-Vizepräsident Markus Kraetschmer, der auchim ÖFB-Präsidium sitzt, meinte aktuell dazu in einem Interview mit laola1.at: „Mit Willi Ruttensteiner werden zeitnah Gespräche stattfinden, wie man das Ganze konzipiert.“ Mit konzipiert mein Kraetschmer die Herausforderung, dass sich Ruttensteiner sowohl die die A-Nationalmannschaft – die Cashcow, die das Geld für den ganzen Verband verdient – betreut, als auch um die Themen Breitenfußball, Frauenfußball und Akademien kümmern muss. „Da gibt es eine hierarchische Thematik, die noch aufs Papier zu bringen ist. Es gibt aber schon Denkvarianten, die bis zum nächsten ÖFB-Präsidium finalisiert werden sollten“, meint Kraetschmer.