‚Sind in keiner Phase, in der wir groß testen können‘

Im Interview bei den Kollegen von laola1.at spricht Teamchef Marcel Koller über den EM-Kader, das Potenzial von Marko Arnautovic und die Qualität der österreichischen Bundesliga.

 

Im Juni steigt in Frankreich die EM und Österreich ist bekanntlich mittendrin statt nur dabei. Die Vorbereitungen bei Teamchef Marcel Koller laufen auf Hochtouren. Nicht weniger als 55 Spiele auf DVDs hat sich Koller als Vorbereitung für die kommenden Testspiele (Malte bzw. Niederlande) hergerichtet.

 

Im Mai wird der Teamchef seinen EM-Kader bekannt geben. Man braucht kein Insider sein, um zu wissen, dass es so gut wie keine Überraschungen geben wird – vorausgesetzt alle Spieler sind fit. Zuletzt waren Marc Janko, Aleksandar Dragovic aber auch Marko Arnautovic mehr oder weniger stark angeschlagen. Ein EM-Start dieser drei Spieler sollte aber aus jetziger Sicht kein Problem darstellen. Weitere Überraschungskandidaten werden nicht zu erwarten sein, wie auch Koller im Interview mit laola1.at bestätigt: „Ich denke nicht, dass wir in einer Phase sind, in der wir groß testen können. Vor einer Endrunde ist das nicht der richtige Zeitpunkt. Aber wir haben natürlich junge Spieler mit Perspektive, die aus unserer Sicht die Qualität haben, im Nationalteam zu spielen, im Blick – je nach Situation. Wir wissen ja auch noch nicht, ob der eine oder andere verletzt ist und wir etwas machen müssen.“

 

Arnautovic war früher nicht konstant genug
Neben dem großen sportlichen Erfolg des Nationalteams kann sich Koller auch die Leistungssteigerung von Marko Arnautovic zumindest zum Teil seiner Arbeit zuschreiben. Es ist auch kein Geheimnis, dass Koller jedoch noch viel Potenzial bei Arnautovic sieht. „Wenn er mit seinen Fähigkeiten, seinem Körper, seiner Schnelligkeit plus Beweglichkeit permanent auf sehr hohem Level spielt, sei es beim Nationalteam oder bei Stoke, werden große Vereine kommen“, prophezeit Koller mögliche Top-Transfers rund um Arnautovic und ergänzt: „Da geht es natürlich um Konstanz. Er hatte früher sicher zu wenig Konstanz in seinen Leistungen. Das hat sich stabilisiert. Die EURO ist eine Plattform, um sich auf sehr hohem Level zu zeigen. Da gilt es in jedem Spiel Topleistungen abzurufen – in der Defensive wie in der Offensive. Wenn du das tust, sehen das auch die Scouts anderer Vereine. Dann hast du eventuell die Möglichkeit, zu einem Topverein zu wechseln.“

 

Eher dünn sieht die Suppe der Spieler in der Nationaelf aus der heimischen Bundesliga aus. Zwar haben einige Spieler über die tipico-Bundesliga den Sprung in höhere Ligen geschafft. Dennoch werden die jungen Talente immer früher aus dem österreichischen Umfeld gerissen, was Koller natürlich registriert: „Wenn in der Bundesliga einer gut spielt, dann sind die Scouts aus den Topligen da und ein halbes Jahr später ist er weg. Da kann die Bundesliga selber nicht viel machen. Die Vereine haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, um die Spieler zu halten. Das ist ein bisschen schade, denn für den einen oder anderen talentierten Jungen wäre es gut, wenn er in der Liga bleiben und dort seinen Weg machen könnte. Man kann sicherlich auch ein bisschen später wechseln, das hat beispielsweise Zlatko Junuzovic gezeigt. Man muss nicht immer schon mit 15 oder 16 weggehen.“

 

>> Das gesamte, lesenswerte Interview mit Marcel Koller finden Sie auf laola1.at

 

Schon gesehen? Marko Arnautovic in "Merci Schiri"