Was passiert mit Austrias Sportdirektion?
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Was passiert mit Austrias Sportdirektion?

Michael Wagner hat gekündigt. Manuel Takacs und Robert Urbanek werden umworben. Das wäre für die Austria ein großer Verlust.

Im November 2025 präsentierte die Wiener Austria mit Michael Wagner nicht nur einen Sportdirektoren-Nachfolger von Manuel Ortlechner, sondern auch eine neue Struktur.

Die sportlichen Entscheidungen sollten fortan von einer Sportdirektion, der neben Wagner auch Akademieleiter Manuel Takacs und der Technische Direktor Robert Urbanek angehörten, getroffen werden.

Das funktionierte gut, die Hierarchie war flach, jedes Mitglied des Trios brachte seine Expertise ein, weil die drei auch abseits ihrer Funktionen einen guten Draht zueinander hatten, war das Miteinander von Offenheit und Respekt geprägt.

Wenige Möglichkeiten, einiges gemacht

Doch die Zeit ihres Wirkens war kurz. Zunächst drohte die WTF-Gruppe rund um Jürgen Werner – sie war zu diesem Zeitpunkt sportliche Entscheidungen betreffend aus dem Spiel genommen, weil Werner als Sportvorstand zurückgetreten und noch kein Nachfolger vorgeschlagen war – mit rechtlichen Konsequenzen, sollten weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

Danach ging das Brimborium um die Bestellung Tomas Zorns los und dauerte wochenlang.

Immerhin gelang es Wagners Team, den Vertrag von Sanel Saljic zu verlängern, die Vertragsverlängerung von Vasilije Markovic so weit vorzubereiten, dass Zorn nur noch abschließen musste, und mit dem Transfer von Ifeanyi Ndukwe zu Liverpool die Lizenz für die kommende Spielzeit zu sichern.

Warum Wagner hinschmiss

Anfang dieser Woche hat Michael Wagner hingeschmissen. Wer die vergangenen Wochen und Monate am Verteilerkreis verfolgt hat, war nicht überrascht.

Michael Wagner kündigte nach einem halben Jahr schon wieder
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Michael Wagner kündigte nach einem halben Jahr schon wieder

Zorn legt seinen Vorstandsposten sehr nahe an der Mannschaft an, agiert im täglichen Geschäft de facto wie ein Sportdirektor – er sitzt im Mannschaftsbus, ist bei Besprechungen dabei, führt so gut wie alle Gespräche mit Spielern und Beratern selbst.

Das ist eine Philosophiefrage, weder positiv noch negativ zu bewerten. Tatsächlich war Wagners Job somit aber abgedeckt, der 50-Jährige sah keinen Sinn mehr in seiner Tätigkeit und kündigte. Auch, weil seine Vorstellungen in diversen Kaderfragen mit jenen Zorns nur sehr selten kompatibel waren.

Die Männer im Hintergrund

Doch was passiert mit dem Rest der Sportdirektion? Während Wagner das Gesicht nach außen sein sollte, sind Takacs und Urbanek im Hintergrund seit Jahren jene Männer, die wichtige Weichen stellen, das aber abseits des Rampenlichts tun.

Urbanek ist seit einem Jahrzehnt im Verein, arbeitete lange Jahre in der Akademie und ist seit Sommer 2025 als Technischer Direktor für den Übergang vom Nachwuchs- in den Erwachsenenfußball zuständig.

Takacs hat die UEFA-Pro-Lizenz, war schon in der Akademie Burgenland und der LASK-Akademie in führender Rolle tätig und heuerte im Sommer 2022 in Wien-Favoriten an.

Austrias U18 bejubelt den Meistertitel
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Austrias U18 bejubelt den Meistertitel

Das Duo änderte nach und nach den Ansatz in der Akademie, definierte Spielerprofile, die auch für den internationalen Markt spannend sind und somit irgendwann mal Ablöse einbringen könnten.

Titel und Trainer-Entwicklungen

Mit den Titeln in der U16-Jugendliga 2024, U18-Jugendliga 2025 und U15-Jugendliga 2026 wurden in den vergangenen drei Saisonen auch drei Meisterschaften gefeiert.

Darüber hinaus bewies Urbanek zuletzt ein gutes Händchen für Erfolgstrainer.

Maximilian Uhlig wurde nach seinem unglücklichen Kurzengagement bei Stripfing erst auf seine Intervention hin wieder Coach der Young Violets und nicht wie von den damaligen Entscheidungsträgern vorgesehen Entwicklungstrainer in der Akademie. Der Lohn war die Rückkehr der Amateure in die ADMIRAL 2. Liga.

Frauen-Erfolgstrainer Stefan Kenesei, der in der abgelaufenen Saison das Double feierte, wurde auf Urbaneks Empfehlung hin Cheftrainer der violetten Frauen. Und auch U18-Coach Patrick Fürst (2x Meister) lotste Urbanek von der Admira an den Verteilerkreis.

Takacs und auch Urbanek sind international bestens vernetzt und genießen in der Szene hohes Ansehen.

Red Bull sprach intensiv mit Takacs

Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Klubs aus dem In- und Ausland Interesse bekunden.

Red Bull Salzburg umwarb Takacs zuletzt, wollte ihn als neuen Akademieleiter installieren. Nachdem sich innerhalb der Red-Bull-Akademie zuletzt ein wenig Widerstand gegen einen neuen Mann von außen formiert haben dürfte, soll sich Salzburgs Geschäftsführer Marcus Mann dann entschieden haben, das Thema vorerst auf Eis zu legen.

Auch deutsche Klubs sollen zuletzt schon mit Takacs in Kontakt getreten sein.

Anfragen für Urbanek

Ähnlich verhält es sich bei Urbanek, der sich zuletzt mit Anfragen eines österreichischen und eines deutschen Bundesligisten konfrontiert sah.

Man darf gespannt sein, wie viel der violetten Sportdirektion, die vor einem halben Jahr präsentiert wurde, in naher Zukunft überhaupt noch da sein wird.

Es dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie sehr Takacs und Urbanek das Gefühl haben, tatsächlich gehört und wahrgenommen zu werden, wenn es um sportliche Entscheidungen geht.

Welchen Weg sie präferieren, haben sie von Tag eins an offen dargelegt, die beiden sind vehemente Verfechter der Förderung des eigenen Nachwuchses.

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