Wie auch schon die Siege gegen Israel und den Kosovo war auch das 2:2-Remis gegen Irland leistungsgerecht.
Die ÖFB-Ergebnisse in der bisherigen Nations League trügen nicht. Und das ist insofern positiv, als dass die Rangnick-Elf immer noch ungeschlagen und zurecht Tabellenführer ist.
Auf wackeligen Beinen
Die erste Hälfte in Dublin hat aber einmal mehr bewiesen, dass der gewünschte Heavy-Metal-Spielstil nach wie vor auf wackeligen Beinen steht.
Nur wenn auch wirklich alle am Platz befindlichen Österreicher den Takt treffen, kann ein Gegner ernsthaft unter Druck gesetzt werden, und das klappt bisweilen noch nicht so oft, wie es dann vor allem gegen stärkere Gegner notwendig wäre.
Die Medizin bestimmt die Experimente
Aber diese Mannschaft befindet sich eben gerade im Umbruch – so will es Ralf Rangnick nicht nennen – bzw. in einer Transformation – so nennt es ÖFB-Boss Josef Pröll gerne.
Da wird das eine oder andere probiert, da wurden Experimente aufgrund von Verletzungsproblemen zuletzt eher von medizinischen Notwendigkeiten abgelöst.
Defensiv ausbaufähig, offensiv mehr als nur okay
Und während vor allem die immer wieder reichlich umgestellte Defensivabteilung noch nicht allzu oft geglänzt und in jedem Spiel mindestens ein Gegentor kassiert hat, hat die Offensive aufgezeigt.
Acht Tore in drei Spielen sind mehr als nur okay.
Und ja, die Defensive fängt gerade im ÖFB-Team beim Stürmer an, und die Verteidiger helfen dann auch gerne in der Offensive mit.
Viele Schultern
Vor allem Letzteres spiegelt sich auch in der Torschützenliste wider. Während die Sorgen ob der Absenz eines echten Goalgetters groß sind, verteilt das ÖFB-Team die Last des Toreschießens einfach auf ganz vielen Schultern.
Acht verschiedene Torschützen gab es bisher, und fünf verschiedene Assistgeber. In Summe haben schon elf ÖFB-Kicker in dieser Nations League zumindest einen Scorerpunkt gesammelt.
Harald Prantl